Games 09.12.2016

Zwei Teams, eine ausverkaufte Halle und 10 Millionen Dollar Preisgeld – MOBAs sind DAS Genre im E-Sport. Mittlerweile begeistern alleine DotA und LoL Millionen Spieler weltweit. Regelmäßig finden E-Sport-Turniere statt, bei denen sich die talentiertesten MOBA-Spieler miteinander messen. Woher kommt diese Begeisterung, und in welches MOBA lohnt es sich einzusteigen?

Was ist ein eigentlich ein MOBA? – Eine Definition

MOBA steht für „Multiplayer Online Battle Arena“ und stellt eine Unterkategorie der Echtzeit-Strategiespiele dar. Seinen Anfang nahm das Genre in der Modding-Szene. 2003 stellten einige Hobbyprogrammierer für den dritten Teil der Warcraft-Serie von Blizzard Entertainment eine modifizierte Map – „Defense of the Ancients“ – kostenlos online zur Verfügung. Die Map griff Elemente aus einer Starcraft-Multiplayer-Map auf und stellte den MOBA-Spielmodus vor, wie man ihn heute kennt. In einem MOBA treten zwei Teams gegeneinander an. Ort der Schlacht ist eine arenaähnliche Map, auf der jedes Team eine Basis besitzt. Ziel ist es, die gegnerische Basis zu zerstören. Dafür steht jedem Spieler eine Heldeneinheit zur Wahl, die aus der Vogelperspektive gezeigt wird. Zu Beginn des Spiels wählt man einen geeigneten Helden, und viele MOBA-Games bieten hier eine riesige Auswahl. Häufig findet man typische Klasseneinteilungen wie Magier, Krieger, Tank, Supporter, Medic, Schütze und viele mehr. Im Laufe des Matches wird der gewählte Held „aufgelevelt“ und mit neuem Equipment versorgt; fällt er im Kampf, „spawnt“ er nach einer gewissen Zeit wieder in der Basis. Neben den Helden verfügt jedes Team über KI-gesteuerte Einheiten (sogenannte Creeps), die in regelmäßigen Abständen von der Basis entsandt werden. Die Basen sind durch mehrere Wege verbunden (sogenannte Lanes), das sich dazwischen befindliche Gebiet besteht meist aus Wald (der Jungle). Teamarbeit ist in einem MOBA ein Muss, denn nur eine Heldengruppe, die sich gegenseitig sinnvoll ergänzt und eine ausgeklügelte Strategie verfolgt, kann gewinnen. Ein Match nimmt meist zwischen 30 und 50 Minuten in Anspruch – die perfekte Länge für eine Runde am Feierabend oder nach der Schule. Wer zu den Top-Spielern gehören will – und davon gibt es im MOBA-Genre bereits einige – der muss viel und regelmäßig spielen. MOBA-Spiele eignen sich perfekt für den E-Sport, und mittlerweile erhalten Gewinnerteams bei großen Turnieren mehrere Millionen Dollar Preisgeld. Die MOBA-Szene ist mittlerweile riesig und entsprechend unübersichtlich. Wo soll man also einsteigen, und bei welchem MOBA lohnt sich das Probespiel?

Die Top-MOBA-Games im Überblick

DotA und DotA2: Die bereits erwähnte Warcraft-Map „Defense of the Ancients“ markiert den Beginn des Genres. Im Laufe der Jahre entstanden diverse DotA-Varianten, doch die mit Abstand meistgespielte ist „DotA Allstars“. Sie fand derart viel Anklang, dass der Entwickler Valve sich des Spiels annahm und 2013 den offiziellen Nachfolger „DotA 2“ auf den Markt brachte. Dieser Nachfolger verfeinerte die Spielmechanik des ersten Teils, bot unterschiedliche Spielmodi und die Möglichkeit, Custom Matches zu erstellen. DotA 2 hat noch immer eine sehr aktive Community, und ein Matchpartner findet sich sofort – allerdings werden Neulinge nicht immer gut behandelt. Komplett neu einzusteigen, stellt sich als schwierig dar, besonders mit unbekannten Mitspielern. Neulinge sollten also zuerst fleißig trainieren, indem sie gegen KI-gesteuerte Gegner spielen. Das MOBA ist sehr komplex und erfordert eine lange Eingewöhnungszeit, um es richtig zu beherrschen. Wer in den E-Sport einsteigen will, ist mit DotA 2 aber immer noch gut beraten.

League of Legends (LoL): Neben DotA 2 ist LoL das bekannteste MOBA. LoL wurde im Oktober 2009 von Entwicklerstudio Riot Games veröffentlicht und gilt als das meistgespielte Computerspiel weltweit. Das Spiel ist Free-to-Play, umfasst aber die Möglichkeit zu einigen Mikrotransaktionen. So gibt es jede Woche sieben kostenlos spielbare Helden, der Rest kann mit In-game-Währung erkauft werden. Kostenpflichtig sind nur neue Skins, mit denen man die persönlichen Lieblingshelden äußerlich dem eigenen Geschmack gemäß anpassen kann. Vorteile, die sich aufs Spielgeschehen auswirken, können hingegen nicht gekauft werden. Dennoch gilt LoL als nicht besonders einsteigerfreundlich. Das komplexe Spiel, das stetig erweitert wird, ist zwar am Anfang leicht zu erlernen, das Spiel zu meistern, stellt sich dafür als umso schwieriger heraus. Eingesessene LoL-Spieler erkennen einen Neuling sofort und lassen diesen das gerne spüren – wer hofft, freundlich empfangen zu werden, wird schnell mit der harten Realität konfrontiert. Neueinsteiger brauchen deshalb starke Nerven, viel Geduld und Ausdauer. Belohnt wird man mit ständig neuen Inhalten, einem komplexen Spielerlebnis und einer aktiven E-Sport-Szene.

Heroes of the Storm: Nachdem Valve die Entwicklung von DotA 2 übernommen hatte, entschied sich Blizzard erst einige Jahre später dazu, ein eigenes MOBA auf den Markt zu bringen. Im Sommer 2015 erschien das MOBA Heroes of the Storm, das ebenso kostenlos spielbar ist, aber Mikrotransaktionen unterstützt. Spieler haben hier die Wahl zwischen 47 bekannten Figuren aus dem Warcraft-Universum. Damit auch Neueinsteiger sich zurechtfinden, haben alle Helden einen eigenen Schwierigkeitsgrad. Die Kämpfe sind kürzer gehalten und sind meist nach 15 bis 30 Minuten vorbei. Der WoW-ähnliche Chat-Chanel macht es Spielern leichter, geeignete Mitspieler zu finden. Ausrüstungsgenstände für Helden gibt es hier nicht, dafür Team-LVLs. Dabei levelt nicht nur der gespielte Charakter auf, sondern das komplette Team. Anschließend können mit den LVLs die Heroes des Teams verbessert werden. Heroes of the Storm richtet sich an Casual Player, wer um die oberen Ränge mitspielen will, kommt dafür nicht um Mikrotransaktionen herum.

Smite: Das MOBA Smite des Entwicklers Hi-Rez Studios lässt Spieler seit 2014 in die Rolle von Göttern und mythologischen Kreaturen schlüpfen. Anders als bei anderen MOBAs spielt man hier nicht in der Vogelperspektive, sondern aus der Third-Person-Sicht. Dadurch ähnelt das Spielgefühl dem eines Shooters, und man ist besonders intensiv ins Spielgeschehen involviert. Auch die Steuerung funktioniert ähnlich wie in einem Shooter: Maus und Tastatur arbeiten zusammen, außerdem muss gezielt werden, indem man seinen Helden zum Gegner ausrichtet und Wirkungsradius und Reichweite beachtet. Auch hier stehen regelmäßig Helden kostenlos zur Verfügung oder können für die Dauernutzung gekauft werden. Einsteiger haben es hier einfacher als in anderen MOBAs, denn es gibt einen Trainingsmodus, in dem alle Helden nach und nach ausprobiert werden können. Das Matchmaking-System hilft dabei, Spieler desselben Niveaus zusammenzubringen.

MOBAs gibt es mittlerweile viele. Wer neu in das Genre einsteigt, ist mit einem einsteigerfreundlichen Spiel wie Smite oder Heroes of the Storm gut beraten. Diese sind aber auch für Casual Gamer interessant, die nur ab und an zum Entspannen zocken wollen. Wer die größere Herausforderung sucht, findet in DotA 2 und LoL anspruchsvolle Auseinandersetzungen.