Die virtuelle Realität ist da – der Launch von Oculus Rift und Co.

Games 09.05.2016

Virtual Reality ist seit der Erfindung der Computer beliebter Stoff für Science-Fiction-Autoren und war auch das Thema fantastischer Filme wie Tron oder Matrix. In den 90ern gab es dann erste Versuche, eine Art Virtual Reality mit Hilfe einfacher VR-Brillen zu erschaffen. Allerdings war die Technik damals noch lange nicht so weit, um eine glaubwürdige virtuelle Umgebung herzustellen. Das sieht inzwischen schon ganz anders aus: Nach der erfolgreichen Crowdfunding Kampagne der Oculus Rift im Herbst 2012 erlebte das Thema VR-Brille einen neuen Aufschwung. Die Idee, mit speziell entwickelter Hardware virtuelle Welten zu erschaffen, begeistert vor allem leidenschaftliche Zocker, die sehnsüchtig auf Virtual Reality Games warten, um dem berühmten Holodeck aus Star Trek etwas näher zu kommen. Die gesamte Unterhaltungsindustrie wurde hellhörig und auch Geschäftsfelder und Anwendungsgebiete abseits von VR-Games und Unterhaltung, beispielsweise in der Medizin, haben Oculus Rift und Co. für sich entdeckt.

Die Idee der VR-Brille und ihre unterschiedlichen Umsetzungen

Oculus VR und Firmengründer Palmer Luckey haben mit der Oculus Rift den Stein ins Rollen gebracht, aber andere Hersteller bieten inzwischen ebenfalls Virtual Reality-Brillen an – einige davon richten sich eher an ein Klientel außerhalb der Gamingszene, andere grenzen sich durch ihren niedrigen Preis von der bekannteren Konkurrenz ab. Denn derzeit sind VR-Brillen eine sehr teure Angelegenheit und Early-Adopter müssen mitunter hohe Ausgaben für das Virtual Reality-Erlebnis einplanen. Die Oculus Rift schlägt beispielsweise mit 699 Euro (zuzüglich Versandkosten und Zollgebühren 741 Euro) zu Buche und ist damit teurer als sich viele VR-Fans erhofft hatten. Außerdem ist die VR-Brille enorm hungrig nach leistungsfähiger Hardware: die Kosten für einen PC, der die Oculus Rift mit genug Rechen- und Grafikpower befeuert, dürften nochmal höher sein als die Kosten für die VR-Brille selbst.

Wir möchten euch die derzeit spannendsten VR-Geräte vorstellen und dabei gezielt auf ihre Eigenheiten eingehen:

Oculus Rift: Der Wegbereiter

Der Klassiker und Wegbereiter für die Weiterentwicklung von Virtual Reality. Bereits die ersten Developer-Kits nach der geglückten Crowdfunding-Kampagne haben bewiesen, dass aktuelle Spiele mit einer VR-Brille kompatibel sind, und hinterließen bei Testern und Entwicklern einen guten Eindruck. 2014 übernahm Facebook Oculus VR und investierte in das Projekt. Die marktreife Version der Oculus Virtual Reality-Brille, die seit Januar vorbestellbar ist und ab April 2016 ausgeliefert wird, bietet mit 2160x1200 Pixeln eine wesentlich höhere Auflösung als frühe Versionen mit 1280x720 Bildpunkten. Neben dem stolzen Preis von 699 Euro (zzgl. Versand und Zollgebühren) sind insbesondere die Systemanforderungen eine Hürde für viele PC-Gamer, die möglichst bald in den Genuss von Virtual Reality Games kommen wollen. Mindestens eine GeForce GTX 970 oder Radeon R9 290 als Grafikkarte, dazu ein Intel i5-4590 oder besser und 8 GB Ram oder mehr sind nötig, um das Gerät nutzen zu können.

PlaystationVR: Die Playstation 4 im Rücken

Playstation VR, zunächst als Project Morpheus angekündigt, ist das hauseigene Projekt von Sony und hat mit der Playstation 4 eine unglaublich große Basis potenzieller Nutzer. Die Virtual Reality-Brille soll, wie Sony-Präsident Shuhei Yoshida auf der GDC 2015 verkündete, ebenfalls 2016 erscheinen und mit einem möglichst breiten Spieleangebot starten: 97 VR-Games befinden sich bereits in Entwicklung. Ein Punkt mit dem Sony sich deutlich von seinen Konkurrenten im VR-Markt absetzen kann. Der Preis für die VR-Brille ist noch unbekannt, soll sich aber Gerüchten zufolge am Preis einer neuen Spielekonsole orientieren.

HTC Vive: Kooperation von Valve und HTC

Die Vive, die von HTC in Kooperation mit den Steam-Erfindern Valve entwickelt wird, gilt für viele Tester als eine der „erfahrbarsten“ VR-Brillen. Der Clou: durch Beschleunigungsmesser, Laser-Positionsmesser und Gyrosensor schafft die Vive ein 360-Grad-Erlebnis. Wenn man sich im Raum bewegt, reagiert die VR-Brille darauf. Dafür benötigt das Gerät, ähnlich wie die Oculus Rift, enorm viel Rechenleistung. Seit Anfang April begannen die Auslieferungen des Gerätes, der Kaufpreis beträgt 799 US-Dollar, umgerechnet 899 Euro. dank der Zusammenarbeit von HTC und Valve sind für die HTC Vive besonders spannende Spiele verfügbar.

Samsung Gear VR: Die Smartphone-Zugabe

Die Gear VR von Samsung bietet eine völlig andere Herangehensweise an das Thema Virtual Reality: Statt Hardcore-Gamer hat Samsung bei der Entwicklung eher den technikaffinen Durchschnittsnutzer im Sinn gehabt und die Gear Vr anfangs auch lediglich als Gadget geplant. Mit knapp 100 Euro ist sie außerdem eine der günstigsten Varianten, um in den Genuss von Virtual Reality zu kommen. Samsung bietet das Gerät sogar als Zugabe beim Kauf eines neuen Galaxy-Smartphones oder Note-Tablets an. Die werden auch dringend benötigt, da Smartphone oder Tablet in die Brille eingesetzt werden müssen. An der Brille selbst befinden sich lediglich zwei Linsen und ein Annäherungssensor – der eigentliche Inhalt wird auf dem Touch-Display dargestellt. Mittlerweile kann Samsung sogar mit einem recht üppigen Portfolio VR-Games, 360-Grad-Videos und speziellen Filmen aufwarten.

Google Cardboard: Achtung, jetzt kommt ein Karton

Das Projekt Cardboard von Google bietet die vermutlich günstigste Variante einer VR-Brille, da sie fast vollständig aus Pappe besteht. Eine nette Spielerei, um einfach und günstig mit dem Smartphone Virtual Reality zu erleben. Für unter 20 Euro lassen sich Kits aus Pappgestell, Kopfband, Linsen und Magneten bestellen, die innerhalb weniger Minuten zusammengesetzt sind und so ähnlich funktionieren wie das Samsung Gear VR.

VR Games – Was erwartet uns Spieler?

Die Hardware ist auf einem guten Weg und zahlreiche vielversprechende Projekte buhlen um das Interesse von Spielern und Technikliebhabern. Die Begeisterung vieler Tester von Oculus Rift, HTC Vive, Playstation VR und Co. trägt ihren Teil dazu bei. Ob sich die virtuelle Realität aber durchsetzen kann, entscheidet vor allem das Angebot ansprechender und unterhaltsamer Virtual Reality Games, beziehungsweise entscheidet die Tatsache, ob „normale“ Spiele sich in VR übersetzen lassen. Besonders actionlastige Spiele, die bereits für VR-Prototypen modifiziert wurden, sorgen oft für Motion Sickness (also Kopfschmerzen und Schwindelgefühle) und können somit nicht besonders lange gespielt werden. Daher sind Spieleentwickler gefragt, Software zu entwickeln, die genau auf die VR-Erfahrung zugeschnitten ist. Damit sich das lohnt, muss wiederum eine möglichst große Zielgruppe vorhanden sein. Sprich: VR-Brillen müssen sich gut verkaufen.

Mit der Veröffentlichung der VR-Geräte und dem hohen Interesse von Early-Adoptern erreicht Virtual Reality momentan eine heiße Phase. Wir sind gespannt, was uns erwartet, welche Systeme sich als Gewinner entpuppen und ob unsere Erwartungen erfüllt werden.