Games 10.02.2017

Anfang März erscheint die neue Nintendo-Konsole und das Marketing des Herstellers läuft auf Hochtouren. So finden Events auf der ganzen Welt statt, bei denen Journalisten und Fans die Konsole vorab testen und ihre Erfahrungen teilen können. Vieles an der Nintendo Switch wirkt schon jetzt großartig und verspricht einen Erfolg für Nintendo, andere Dinge machen jedoch skeptisch. Wir haben unsere Tops und Flops für die Nintendo Switch zusammengefasst und versuchen ein Fazit zu ziehen.

TOP: Das Konzept und die Handhabung der Switch

Was definitiv aufgeht und gefällt, ist das grundlegende Konzept der Switch: eine Konsole, die im Handumdrehen zum Handheld wird und mit der man völlig unabhängig von Station und TV spielen kann. Das greift im Grunde das Prinzip der Wii U auf und erweitert es – zudem beugt es Streitigkeiten um den Fernseher im Wohnzimmer vor. Auch auf Reisen ist die Switch eine vollwertige Handheld-Konsole. Und dank der Joy-Cons lässt sie sich auch als mobile Tischkonsole nutzen. Der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Modi (TV-, Handheld-, Tisch-Modus) funktioniert hervorragend. Hier punktet Nintendo.

FLOP: Hoher Preis des Zubehörs

Definitiv ein herber Schlag sind die Preise im Zusammenhang mit der Nintendo Switch. Die Konsole selbst ist mit etwa 330 Euro teurer als ursprünglich erwartet – vorab gingen Experten von einem Preis von etwa 250 Euro aus. Aber der Preis für die Konsole selbst ist immer noch in Ordnung. Was als Flop durchgeht sind die Preise für das Zubehör. Ein vollwertiges Set Joy-Con-Controller (rechts und links) schlägt mit 80 Euro zu Buche, einzelne Joy-Cons mit je 50 Euro. Das Charging-Grip, mit dem die Joy-Con-Controller zu einem Gamepad verbunden und aufgeladen werden können, wird rund 30 Euro kosten. Der kabellose Switch Pro Controller kostet um die 70 Euro. Saftige Preise – zumal man auf zusätzliche Controller kaum verzichten kann, wenn man gerne mit Freunden spielt.

TOP: Qualität des Displays und der Controller

Positiv wiederum ist die Qualität der Hardware und des Zubehörs. Besonders das Display der Nintendo Switch kann überzeugen und liefert für den kleinen Bildschirm eine hervorragende Bildqualität. Ebenso gefallen die Verarbeitung sowie die Features der Controller. Trotz ihrer geringen Größe liegen die Joy-Con-Controller in allen Konfigurationen gut in der Hand. Die technischen Gimmicks wie Infrarot oder HD-Rumble machen sie außerdem zu interessanten Gadgets mit viel Potenzial für zukünftige Spiele.

FLOP: Keine Abwärtskompatibilität

Wer insgeheim gehofft hat, dass Nintendo seiner Linie treu bleibt und die Konsole abwärtskompatibel sein wird, wird leider enttäuscht. Konnten die Wii damals noch Gamecube-Spiele und die Wii U auch Wii-Spiele abspielen, wird die Switch nur ihre eigenen Spiele sowie digitale Downloads unterstützen. Besonders angesichts des eher mageren Spieleaufgebots zur Veröffentlichung ist das ein klarer Flop. Derzeit sieht es so aus, als wird die Switch zum Launch-Termin eine (mit Zubehör) fast 400 Euro teure Konsole sein, für die bisher keine anderen interessanten Spiele in Sicht sind als „Legend of Zelda: Breath oft the Wild“.

TOP: Die neue Party-Konsole

Mit Spielen wie 1-2-Switch und dem sehr bewegungsintensiven Switch Arms beweist Nintendo, dass sie wertvolle Erfahrungen aus der Ära Wii und Wii U aufgegriffen haben. Beide Spiele zeigen das Potenzial der Switch für Partygames auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Während Arms voll auf Bewegungssteuerung setzt und dabei mitunter richtig anstrengend werden kann, liegt der Fokus von 1-2-Switch auf Minispielen, für die nicht einmal ein Bildschirm benötigt wird. Wir freuen uns auf die erste Hausparty mit Freunden, bei der die Switch rausgeholt wird.

FLOP: Kostenpflichtiger Online-Service

Mit der Ankündigung eines kostenpflichtigen Online-Services leistet sich Nintendo einen weiteren Flop. Im Prinzip geht das Unternehmen hier mit der Zeit und macht das, was Microsoft und Sony schon seit Jahren erfolgreich vormachen. Allerdings muss Nintendo noch ein paar Nachhilfestunden nehmen. Der Service ist Voraussetzung, um online spielen zu können, bietet aber abseits davon wenig Anreiz. Das monatlich kostenlose Spiel, das es auch bei der Konkurrenz gibt, ist bei Nintendo ein NES- oder SNES-Klassiker, der nur für den laufenden Monat ausgeliehen wird und anschließend gekauft werden muss.

Fazit: Was muss Nintendo tun?

Für die Switch muss Nintendo noch nachlegen, wenn sie langfristig wieder eine führende Rolle auf dem Konsolenmarkt spielen wollen. Das funktioniert vor allem über Spiele. Das schwache Launch-Line-up muss schnell ausgebügelt werden. Es braucht innovative und großartige Eigenproduktionen sowie beliebte Titel von anderen Entwicklern. Dabei kann Nintendo voll auf die Mobilität setzen – bestes Beispiel: Skyrim. Das mittlerweile mehr als fünf Jahre alte Spiel wird wieder ein Hit, weil man es mit der Switch endlich unterwegs zocken kann. Außerdem muss Nintendo seinen eigenen Katalog an Klassikern anzapfen und einen fairen Marktplatz entwerfen. Alte NES- und SNES-Kracher unterwegs und günstig spielen zu können, wäre ein starker Kaufgrund.