Games 31.03.2017

Spielecharaktere sind mittlerweile so vielfältig wie nie zuvor. Ob Helden oder Antihelden, echte oder schlechte Vorbilder – viele digitale Figuren sind ausgereifte Persönlichkeiten mit einer eigenen Vergangenheit, Wünschen, Träumen und Ängsten. Es gibt so viele tolle Beispiele in so vielen Bereichen! Doch es gibt auch die genauen Gegenteile: Manche spielbaren Hauptcharaktere, Begleiter oder NPCs in der Spielwelt sind einfach nur absolut nervig! Wir stellen unsere fünf nervigsten Videospiel-Charaktere aller Zeiten vor und erklären, warum sie es auf die Liste geschafft haben.

Ashley – Resident Evil 4

Mit Begleitern ist das immer so eine Sache – ohne Elizabeth wäre Bioshock: Infinite beispielsweise nicht so ein großartiges Spiel geworden. Aber es gibt auch Begleiter, die einfach nur unheimlich nerven und sogar den Spielspaß trüben können. An vorderster Reihe steht hier Ashley Graham aus Resident Evil 4 – Aufgabe von Spieleheld Leon S. Kennedy ist es, das junge Mädchen zu retten, schließlich ist sie die Tochter des US-Präsidenten. So weit so gut, ein klares Ziel und auch halb so wild. Schließlich ist Resi 4 einer der besten Serienteile. Sobald wir Ashley allerdings gefunden haben und sie uns begleitet, bekommen wir regelmäßig Schreikrämpfe: "NEIN, geh da nicht hin, da sind Gegner. Oh Gott!" – "Verdammte KI …". Ashley zu beschützen wird zur wahren Nervenangelegenheit. Von dem Part, in dem wir sie selbst steuern, wollen wir gar nicht erst sprechen. Sobald die Passage mit Ashley dann schließlich ein Ende findet, atmen wir jedes Mal erleichtert auf.

Oddjob – GoldenEye 007

Konsoleros der späten Neunzigerjahre kennen ihn: den einzig wahren Splitscreen-Multiplayer-Shooter mit der Bond-Lizenz. Auch wenn das Spiel in Deutschland auf dem Index steht, gehört es zu den beliebtesten Spielen der Nintendo64-Ära. Eine Sache bzw. eine Figur war jedoch besonders nervig und wirft die Frage auf, wie die Entwickler so etwas durchgehen lassen konnten: Oddjob. Im Mehrspielermodus hatte man die Wahl zwischen diversen Bond-Bösewichten, um sich gegenseitig nach dem digitalen Leben zu trachten. Darunter auch der Melonen-tragende Scherge Oddjob aus dem Bond-Film Goldfinger. Das Nervige an Oddjob ist, dass er kleiner ist als alle anderen Charaktermodelle und auch seine Hitbox entsprechend klein ausfällt. Oddjob zu treffen und abzuschießen ist also wesentlich schwieriger als bei den übrigen Avataren. Deshalb war er bei vielen Goldeneye-Runden verpöhnt und verboten. Der „Fehler“ ist übrigens darauf zurückzuführen, dass der Mehrspielerteil ursprünglich gar nicht vorgesehen war. Er wurde kurz vor Fertigstellung noch schnell von einem der Entwickler quasi im Alleingang realisiert und hinzugefügt.

Baby-Mario – Super Mario World 2

Eine mutige Entscheidung von Nintendo, dass sie im zweiten Super Mario World den grünen Reitdrachen Yoshi in den Vordergrund gestellt haben und nicht den allseits beliebten Klempner. Der ist aber leider auch mit von der Partie, und zwar als Baby-Variante. Und genau da liegt das Problem: Baby-Mario fängt an zu weinen, sobald er von Yoshi getrennt wird, was aber regelmäßig passiert. Und schreiende Babys sind etwas, das niemand mag. Das ist biologisch einfach so vorgesehen. Wir Menschen sind darauf programmiert, schreiende Babys als unangenehm wahrzunehmen, um uns um sie zu kümmern. Kein Wunder also, dass ein schreiender Baby-Mario zu den nervigsten NPCs aller Zeiten gezählt werden muss. Zum Glück ließen sich Fernseher auch damals schon stumm schalten.

Raiden – Metal Gear Solid 2

Metal Gear Solid 2 war im Jahr 2001 die heiß ersehnte Fortsetzung des Stealth-Spionage-Spektakels. Kaum ein Spiel für Playstation 2 wurde heißer herbeigesehnt als MGS2. Endlich wieder schleichen, schießen und als Snake die Welt retten. Doch zu früh gefreut. Nach der Einführungsmission, in der wir noch gewohnt als Solid Snake unterwegs waren, übernehmen wir für den Rest des Spiels die Rolle des jungen Foxhoud-Agenten Raiden. Allein das qualifiziert ihn, um es in die Top 5 der nervigsten Charaktere zu schaffen. Zwar ist MGS2 großartig, aber das ganze Spiel über hat man sich gefragt, wann endlich Snake zurückkehrt. Raiden war einfach kein guter Ersatz und hat einfach nur genervt.

Roman Bellic – GTA 4

Die Familie ist das Wichtigste für die meisten Menschen, und so auch für GTA-4-Protagonist Niko Bellic. Sein Cousin Roman ist es schließlich auch, der Niko und somit auch uns als Spieler in der großen Stadt Liberty City willkommen heißt. Im Spielverlauf denken wir jedoch häufig, was sich vermutlich auch Niko selbst denken würde: „Roman, du nervst“. Ständig klingelt das Telefon unseres Protagonisten und in 90 Prozent der Fälle ist es Roman, der ständig mit uns abhängen möchte. Bowling, Lunch, Strip-Club – Roman lässt uns keine Ruhe und will dauerhaft bespaßt werden. Aber wer hat für so etwas Zeit, wenn es viel wichtigere Dinge zu tun gibt, beispielsweise so viel Chaos zu stiften, dass man mit 5 Sternen gesucht wird, wahllos Fußgänger zu verprügeln oder doch mal die Hauptstory weiterzuspielen?