Fallout 4 VR: Rein ins Ödland
Games 15.12.2017

Wenn wir mit unserem treuen Begleiter Dogmeat durch die zerstörte Einöde in Fallout 4 VR streifen, könnten wir zwischendurch glatt vergessen, dass das alles nicht Wirklichkeit ist. Virtual Reality ist schon eine tolle Sache – wir heben unseren linken Arm und haben den Pip-Boy vor der Nase oder schwingen mit rechts unseren Baseballschläger gegen einen Ghul. Die Immersion ist gelungen, würden wir sagen. Nach Skyrim VR und Doom VFR endet das Jahr für Virtual Reality dank Fallout 4 mit einem weiteren Paukenschlag.

Die Story ist gleich – das Erlebnis völlig anders

Die Bethesda Game Studios haben Fallout 4 komplett in VR umgesetzt. Die gesamte Geschichte ist hautnah erlebbar. Wessen Magen stark genug ist, der kann sich bei der Suche nach seinem verlorenen Sohn locker 25 Stunden in der Story verlieren – mit dem einen oder anderen Umweg auch gut und gern doppelt so lange. Auch mit der VR-Brille auf der Nase starten wir mit unserem namenlosen letzten Überlebenden (wir entscheiden, ob Männlein oder Weiblein) im Jahr 2077, kurz vor Ausbruch des Großen Krieges. In letzter Minute schaffen wir es, zusammen mit unserer Familie vor dem Atomanschlag auf die USA ins Vault 111 zu flüchten. Doch unser geruhsamer Kälteschlaf wird grob unterbrochen, unser Ehepartner getötet und unser Sohn Shaun entführt. Als wir dann nach einem weiteren Zwangsschläfchen im Jahr 2287 erwachen, sind alle tot, die mit uns zusammen ins Vault geflüchtet sind. Wir schwören Rache und verfolgen vor allem ein Ziel: Shaun wiederzufinden.

Freie Wahl bei der Fortbewegung

Der post-apokalyptische Rollenspiel-Shooter erscheint zunächst nur für glückliche HTC Vive-Besitzer. Ob andere Systeme folgen, darüber schweigt sich Bethesda noch aus. Gesteuert wird unser Held dementsprechend entweder mit den Bewegungscontrollern der Vive oder einem Xbox One-Controller. Letzterer ist vor allem für diejenigen eine gute Alternative, die aufgrund von Platzmangel nicht in den Genuss von Room Scale kommen können oder es sich beim Zocken lieber im Sitzen gemütlich machen.

Mit den Bewegungscontrollern kommt natürlich das bessere VR-Feeling auf. Schließlich müssen sich unsere Arme tatsächlich mal etwas mehr bewegen – sei es, um unser Multifunktionstool, den Pip-Boy, zu aktivieren oder um die zahlreichen Gegner zu erledigen. Wir haben die Wahl, ob wir uns per Teleportation bewegen, mittels Strafing kleine Hüpfer machen oder lieber flüssig per Locomotion durch Boston und Umgebung streifen. Im letzten Fall steuern wir mit dem Touchpad und geben mit unserem Finger die Richtung vor, in die es gehen soll. Unser Kopf kann dabei übrigens machen, was er will – die Laufrichtung muss nicht mit der Blickrichtung übereinstimmen.

V.A.T.S. – mörderische Aktionen in Zeitlupe

Unsere größte Hilfe im Kampf gegen mutierte Menschen und allerlei andere Kreaturen ist V.A.T.S. (Vault-Tec Assisted Targeting System). Mit dieser Spezialfähigkeit können wir die Zeit verlangsamen und in aller Ruhe die kritischen Trefferzonen der Gegner anwählen oder uns für den finalen Todesstoß taktisch klug platzieren. Denn wir bewegen uns mit normaler Geschwindigkeit, während alle anderen ins Schneckentempo runterschalten. Diese Fähigkeit ist uns bereits aus Fallout 4 und den Vorgängern bekannt, der Spaßfaktor steigt in VR aber nochmal um einiges an.

Fazit: Ein gelungenes VR-Triple in 2017

Fallout 4 VR muss sich nicht vor den kürzlich erschienenen Umsetzungen von Skyrim und Doom verstecken. Mit diesem Dreierpack haben VR-Spieler nun endlich in kurzer Zeit das bekommen, worauf sie so lange gewartet haben: vollwertige Spiele, die sie für mehr als nur zwei bis drei Stunden in der virtuellen Realität beschäftigen. Zwar handelt es sich auch bei Fallout 4 VR um ein bereits bekanntes Spiel. Aber eines unserer liebsten Games in einer völlig neuen Dimension zu erleben, ist ein irrsinnig spannendes Erlebnis. Und vielleicht erwarten uns 2018 ja auch endlich mal Spiele, die explizit für VR entwickelt wurden.