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Games 07.12.2015

Wir wissen es schon lange, aber unsere Eltern wollten es uns einfach nicht glauben: Gaming ist gut für uns! Immer mehr wissenschaftliche Studien belegen endlich unser Wissen. In diesem Beitrag stellen wir einige der bemerkenswertesten Studien bezüglich Gaming vor. Damit sollte die nächste Debatte bezüglich der geplanten Gaming Zeit ein Klacks werden.

Gaming macht kreativ

Die psychologische Abteilung der Michigan State University führte eine ausgedehnte Studie mit 500 Kindern durch. Dabei wurde festgestellt, dass Computerspiele eine direkte Auswirkung auf die Kreativität der 12-Jährigen hatte. Das gilt für jede Art von Spiel, von den besonders actionreichen Titeln bis hin zu den Lieblingsgames der Mädchen, die sich eher auf soziale Interaktionen konzentrieren. Diese Erkenntnis gleicht einer Bombe. Schließlich versuchen viele Eltern den Intellekt und die Kreativität ihrer Kinder zu fördern. Schon während der Schwangerschaft werden Symphonien von Mozart abgespielt und alle anderen Tricks versucht. Gemäß dieser Studie wäre es viel sinnvoller, einfach rechtzeitig einen Gameboy, eine PlayStation oder vielleicht gleich alles zusammen zu schenken. Die Kids schreiben und malen nämlich nach einer Portion Gaming viel kreativer.

Link zur Studie: http://msutoday.msu.edu/news/2011/video-game-playing-tied-to-creativity 

Gamer lernen leichter und schneller

Die University of Rochester beschäftigt sich besonders gerne mit den Auswirkungen des Gaming. Im Jahr 2014 wurde dort in einer Studie festgestellt, dass Gamer leichter neue Inhalte aufnehmen können. Diesen Effekt hat vor allem das Zocken von actionreichen Spielen. Dazu zählen in erster Linie Egoshooter. Diese positive Wirkung lässt sich leicht erklären. Unser Gehirn ist darauf trainiert Muster zu erkennen und Modelle zu bauen. Das hängt stark mit dem Drang zusammen zukünftige Entwicklungen abzuschätzen und vorauszusehen. Gerade das Spielen von schnellen Games trainiert diese Methodik.

Dieses Training verbessert nicht nur die Reaktionszeiten im Spiel oder die Hand-Augen-Koordination, sondern eben auch das Formen von Mustern und Erstellen von Vorahnungen. Zwei wesentliche Prozesse, welche das Lernen von jeglichem neuen Stoff viel leichter machen. Wenn es das nächste Mal heißt, die Schießerei sollte nun endlich mal aufhören, dann kann dieser Lerneffekt entgegengehalten werden. Das gilt natürlich nur, wenn vor oder nach dem Zocken auch Zeit zum Lernen eingeplant wird, denn obwohl es schneller gehen sollte, darf es nicht ganz ausgespart werden.

Link zur Studie: http://www.rochester.edu/newscenter/playing-action-video-games-can-boost-learning-78452/

Gaming baut Stress ab

Wenn wir von wissenschaftlichen Studien und Egoshootern in einem Beitrag sprechen, dann darf das Thema Gewalt nicht fehlen. Die Kritiker unserer liebsten, positiven Freizeitbeschäftigung ermüden nämlich immer noch nicht bei dem Versuch eine Verbindung zwischen realer Gewalt und gewaltreichen Spielen herzustellen. Doch mehr und mehr wissenschaftliche Arbeiten zeichnen ein anderes Bild. Am 5. November 2014 veröffentlichte der amerikanische Forscher Christopher Ferguson die Ergebnisse der ersten Langzeitstudie im Journal of Communication. Der Psychologe untersuchte den Zusammenhang zwischen gewalttätigen Spielen und Filmen über einen sehr aussagekräftigen Zeitraum hinweg. Er analysierte nämlich Zusammenhänge zwischen 1920 und 2005. Dabei stellte der Forscher der Stetson University sogar ein Abnehmen der Jugendgewalt im Zusammenhang mit gewalttätigen Videospielen fest. Doch dies bezeichnet der Wissenschaftler nur als Zufall. Trotzdem betont er, dass kein Zusammenhang zwischen Gewalt in Videospielen und realen Gewalttaten besteht. Die Gesellschaft sollte seine Ergebnisse zum Anlass nehmen, sich von diesem Mythos abzuwenden und sich endlich wieder wahren Ursachen von Gewalt zu widmen. Armut und mangelnde Bildung führen nämlich viel eher zu Brutalität in unserer realen Welt.

Andere Arbeiten belegen sogar positive Zusammenhänge zwischen Gewaltspielen und dem emotionalen Zustand der Gamer. Ein anderer Ferguson in Texas hat zu diesem Thema geforscht. Seine Ergebnisse legen nahe, dass Gamer besser Stress abbauen können und so weniger zu Gewalt neigen. Gewalttätige Spiele schaffen also keine Amokläufer, sondern trainieren den Umgang mit Aggressionen –wer etwas anderes behauptet, sollte die Arbeiten der beiden Fergusons oder eine ganze Fülle weiterer Studien einsehen. Das einzige was passionierte Zocker hin und wieder sauer machen könnte, wäre ein stures Beharren auf veraltete Stereotypen und zugegebenermaßen hin und wieder eine ordentliche Portion In-Game Pech. Dieses „Bad RNG“ führt aber höchstens zu einem erneuten Drücken des Play Button oder einem gesunden Spaziergang.

Links zu den Studien:
http://www.sciencealert.com/definitive-study-finds-zero-link-found-between-video-game-and-youth-violence

https://www.tamiu.edu/newsinfo/7-08-10/article5.shtml