eSports bei Olympia?

eSports bei Olympia?
eSports 09/12/2017

e-Sport, eSport oder esports – bei der Schreibweise ist man sich nicht ganz einig, die Bedeutung bleibt aber gleich: Der elektronische Sport ist das kompetitive Spielen von Computer- und Videospielen – also Gaming auf Wettkampf-Niveau. Dabei handelt es sich heutzutage keineswegs mehr um eine Nische oder eine Randgruppierung. Bei internationalen Turnieren gibt es Preisgelder von über 20 Millionen Dollar für die weltbesten Spieler, die Zuschauerzahlen bei derartigen Wettkämpfen steigen von Jahr zu Jahr. Zuletzt füllten über 170.000 Personen die Spodek Arena in Katowice (Polen) bei dem Finale der Intel Extreme Masters. Online verfolgten dieses Spektakel über 46 Millionen Zuschauer.

Die Anfänge

Das erste Fundament für eSports wurde in den frühen 70er Jahren geschaffen. Das im Jahr 1972 erschienene Spiel Pong wurde als Mehrspielertitel weltweit bekannt und leitete somit das Gaming-Zeitalter ein. Ende der 70er wurden Highscore Tabellen in Spielhallen und auf Spielkonsolen eingeführt, wodurch Videospiele allmählich eSports Charakter bekamen. Der große Boom folgte mit zunehmender Verbreitung des Internets und der Netzwerkfähigkeit von modernen Spielen. Dadurch entstanden große LAN Parties, Internet Cafés und Gaming Lounges – die größte LAN Party der Welt ist die jährlich stattfindende DreamHack in Schweden. Diese wurde mit 22.810 Besuchern, 8.714 Teilnehmern und 434 Terabyte Internet-Data im Jahr 2013 ins Guiness Buch der Rekorde aufgenommen. Die ersten großen eSports Titel waren das Echtzeit Strategiespiel StarCraft und der Taktik-Shooter Counter Strike. Mit Halo wurde erstmals im Jahr 2003 auf den World Cyber Games ein Wettkampf auf einer Spielekonsole ausgetragen.

eSports Verbände

Mit zunehmender Verbreitung der eSports Turniere wurden nationale eSports Verbände gegründet, um der Szene erstmals ein Sprachrohr zu geben und Strukturen aufzubauen. 2008 folgte die Gründung des internationalen Dachverbands „International eSport Federation (IeSF)“. Die nationalen Verbände von Deutschland, Österreich und der Schweiz zählen zu den Gründungsmitgliedern des IeSF (Anm.: der damals agierende deutsche Verband ist mittlerweile inaktiv und schied aus dem IeSF aus).

eSports wird olympisch

Der nächste Schritt für eSports ist die Integration in international anerkannte Sportveranstaltungen. Im Jahr 2022 werden bei den Asienspielen erstmals olympische Medaillen an eSportler verliehen. Das Bewerbungskomitee für die Olympischen Spiele 2024 in Paris möchte eine Aufnahme des eSports ebenfalls diskutieren. Sofern die Austragung der Sommerspiele in Frankreich bei der nächsten Vollversammlung des International Olympic Comittee (IOC) bestätigt wird und das Komitee weiter in Richtung eSports denkt, könnten virtuelle Wettkämpfe bald auf der großen olympischen Bühne stattfinden.