Gehen, beobachten, entdecken: Top 5 Walking Simulations

walking simulation
Games 09/11/2017

Nicht alle Gaming-Genres sind für jeden Spieler geeignet. An den sogenannten Walking Simulations scheiden sich die Geister jedoch besonders häufig. Für manche sind sie eine willkommene Abwechslung im Spielelalltag, für andere einfach langweilig. Ihre Daseinsberechtigung haben Walking Simulations unserer Meinung nach allemal. Schließlich entspannt nicht jeder am besten bei einer Partie Call of Duty, sondern möchte hin und wieder bei einem virtuellen Spaziergang einfach eine spannende oder emotionale Geschichte erleben. In der Regel begeben wir uns in Walking Simulations in der Ich-Perspektive auf den Weg und erkunden beispielsweise ein mysteriöses Haus oder eine idyllische Landschaft. Viele Möglichkeiten zur Interaktion oder gar Kämpfe gibt es nicht – die Story erschließt sich meist nach und nach durch das bloße Erkunden und Entdecken. Oft unterstützt durch einen stimmigen Soundtrack, schaffen solche Games eine ganz eigene Atmosphäre, die uns trotz (oder gerade wegen) der fehlenden Action an den Bildschirm fesselt. Hier sind unsere Top 5:

Dear Esther

Dear Esther wird oft als Anfangspunkt der Walking-Simulations-Bewegung genannt. 2012 erschien das Game, in dem Spieler die raue Landschaft einer abgelegenen Insel der Hebriden erkunden. Dabei spaziert der Spieler vorbei an einem Leuchtturm, an Schiffswracks und durch Höhlen. Wenn er bestimmte Gebiete betritt, wird automatisch ein Brief vorgelesen – scheinbar von uns, gerichtet an Esther. Mithilfe der Briefe und einigen Gegenständen, die man auf dem Weg über die Insel sieht, erschließt sich nach und nach, was mit Esther passiert ist. Als eine der ersten reinen Walking Simulations begeisterte Dear Esther die Fachpresse und sahnte viele hohe Wertungen ab.

What Remains of Edith Finch

Edith Finch kehrt nach Jahren aufs Anwesen ihrer Familie zurück, um die Geschichte ihrer allesamt verstorbenen Verwandten zu erfahren. Tragische Todesfälle gehören untrennbar zur Familie Finch dazu, und Ediths Mutter hat nach jedem Tod das Zimmer des Verstorbenen versiegelt. So wurden die Erinnerungen aufbewahrt, die Edith nach und nach entdeckt. Dabei interagiert der Spieler deutlich mehr mit der Umgebung als beispielsweise bei Dear Esther. Trotzdem sind die Möglichkeiten begrenzt, und wir werden auf vorgegebenen Bahnen durch die Geschichte gelenkt. Nichtsdestoweniger fasziniert What Remains of Edith Finch mit der melancholischen Story, die nicht selten für Gänsehaut sorgt.

Gone Home

Auch in Gone Home erkundet der Spieler ein äußerst real wirkendes, verlassenes Haus. Eigentlich hatte sich Katie nach einem Jahr im Ausland auf ein Wiedersehen mit ihrer Familie gefreut – stattdessen wird sie nur von einem Zettel an der Tür begrüßt. Nun beginnt die Suche nach dem Grund, warum keines der Familienmitglieder im Haus anzutreffen ist. Dafür können in Gone Home sämtliche Gegenstände berührt und untersucht werden, um nach und nach das Puzzle zusammenzusetzen. Mit einigen unheimlichen Momenten und einer Prise Grusel ist Gone Home eine zeitweise recht intensive kleine Reise.

Proteus

In Proteus entdecken wir eine farbenfrohe Insel, und zwar ganz ohne Zwang und Vorgaben. Im 8-Bit-Stil wird in diesem originellen Indie-Game eine Welt dargestellt, in der es einiges zu entdecken gibt, wenn man sich darauf einlässt. Zwar ist eine direkte Interaktion mit Gegenständen sowie der Flora und Fauna nicht möglich. Doch die Tiere und die gesamte Umgebung reagieren auf unsere Gegenwart. Wer gerne allein durch die Natur streift und einfach nur beobachtet, der wird sicher einen Zugang zu Proteus finden. Auch wenn keine Geschichte erzählt wird, zumindest nicht mit Worten oder Schrift, gibt es auf dem kleinen Eiland einiges zu entdecken.

Ether One

Ether One beschäftigt sich mit der Krankheit Demenz und damit, welche Auswirkungen das langsame Vergessen auf die Erkrankten und ihr Umfeld hat. Der Spieler verkörpert einen sogenannten Restorer, der in den Geist der an Demenz erkrankten Personen eindringen kann, um die Erinnerungsstücke nach und nach zusammenzusetzen und den Patienten so zu heilen. In dieser Indie-Perle taucht der Spieler dementsprechend in viele kleine persönliche Geschichten ein und begibt sich jedes Mal auf eine emotionale Reise. Eine Besonderheit von Ether One im Vergleich zu ähnlichen Spielen sind die optionalen Rätsel. Wer sie löst, erfährt mehr zur Hintergrundgeschichte. Doch die Hauptgeschichte lässt sich alternativ auch durch das bloße Durchwandern und Entdecken der Welt erleben.