Homefront: The Revolution – Der Widerstand geht weiter

Games 24.05.2016

Mit einer düsteren, aber auch plausiblen Zukunftsvision startete der erste Teil dieses Shooters. Nach dem Tod von Kim Jong-il übernimmt sein Sohn Kim Jong-un die Macht in dem kommunistischen Staat. Schon kurz darauf übernimmt das Regime die Macht im wirtschaftlich bedeutenden Südkorea. Die Supermacht USA hat währenddessen mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und kann der raschen Expansion Nordkoreas keinen Einhalt gebieten. Nach Japan folgen weitere asiatische Staaten und der neue Machthaber späht bald in Richtung Amerika, das sich sehr leicht technologisch lahm legen lässt. Im Jahr 2027 weht die koreanische Flagge in weiten Teilen der Vereinigten Staaten. Es liegt nun am Widerstand, die Ideen von Freiheit und Gerechtigkeit zu verteidigen.

Hinweis: Diese Hintergrundgeschichte wurde unter anderem von John Milius, dem Co-Autor von „Apocalpyse Now“, geschrieben. CIA Berater hielten das Szenario ebenfalls für plausibel.

Die Revolution geht weiter

Auch im zweiten Teil geht es um den Widerstand gegen die koreanische Besatzung. Diesmal ist der Schauplatz das zerstörte und ausgehungerte Philadelphia. Die schnelle Niederlage des US-Militärs wird in der Fortsetzung über technologische Abhängigkeit und nicht über einen EMP-Satelliten erklärt. Über Jahre hinweg und wegen der verlustreichen Kriege im Mittleren Osten kauften auch amerikanische Truppen die Produkte aus dem koreanischen „Silicon River“. So musste die KPA die USA nicht einmal mit Gewalt einnehmen. Als Wölfe im Schafspelz kamen die koreanischen Truppen mit Hilfsgütern ins Land, legten der Bevölkerung aber schnell Daumenschrauben mittels Überwachung, Folter und Propaganda an. Die Revolution kann also nicht früh genug fortgesetzt werden und dafür braucht es einen starken Anführer, nachdem Benjamin Walker gefangen genommen wird.

Ein nicht ganz alltäglicher Ego-Shooter

Nicht nur die Hintergrundgeschichte wirkt dank dem unbestreitbaren Realitätsbezug einzigartig. Auch das Set-up besitzt einige spannende Reize. Selten fühlt sich der Spieler in einem First-Person-Shooter derart unterlegen. Daraus ergibt sich eine interessante Konsequenz. Das ganze Game gleicht einem kleinen Handbuch für Guerilla-Kampftaktiken. Dazu gehört es geschickt Fallen zu stellen oder schnell zuzuschlagen und sich noch schneller zurückzuziehen. Verschiedene Chemikalien und typische Gerätschaften dieser Kunst des Krieges können dafür verwendet werden. Das Gameplay wird also keineswegs davon bestimmt, einfach nur möglichst viele Nordkoreaner über den Haufen zu schießen. Der Widerstand muss sich viel mehr auf Raffinesse und improvisierte Waffen verlassen. Gegen ein wenig Einfallsreichtum und selbstgebastelte Molotov-Cocktails werden die Norks aber keine Chance haben.

Zudem kann aus erster Hand erlebt werden, wie es sich anfühlt, wenn Widerstandskämpfer von den Machthabern als einfache Terroristen bezeichnet werden. Dieser Rollenwechsel macht einfach Laune. Schließlich kämpft jeder gerne mit und für die Underdogs.

Es lassen sich auch einige grafische Argumente für das kommende Homefront anführen. In dieser Hinsicht hat sich seit 2011 doch einiges getan und das verstecken die Entwickler mit der neuen CRYENGINE der vierten Generation keineswegs. Und niemand kann schließlich so viel aus dieser kraftvollen Engine herauskitzeln, wie Crytek selbst.

Den größten Spaß macht aber die Open World Erfahrung, die für einen Ego-Shooter ebenfalls keine Selbstverständlichkeit darstellt. Durch dieses Feature bringt das Game auch den Charme eines Rollenspiels mit sich. Es gibt viel zu entdecken und viel zu looten. Damit lassen sich die eigenen Waffen verbessern und ganz im Sinne einer typischen Widerstandsbewegung wird mit jedem Kampf der große Gegner schwächer, und die Rebellen gewinnen an Stärke. Die Spieltiefe sollte sich also als noch viel größer und vielfältiger gestalten als im vorigen Teil.

Die lange Wartezeit hat ein Ende

Vor allem die Fans des ersten Titels mussten viel Geduld bis zum heutigen Tag beweisen. Immer wieder wurde diese Fortsetzung angekündigt und dann wegen finanzieller oder anderer Schwierigkeiten verschoben. Eigentlich sollte schon im Jahr 2013 an den Erfolg von Homefront 1 angeknüpft werden. Die Wartezeit hat nun am 20. Mai aber endgültig ein Ende und obwohl der Mehrspieler Modus ein wenig Kritik einfährt, heißt es für viele Stunden wieder „Made in Korea – Burnt in the USA“, selbst wenn das Spiel nicht aus Südkorea kommt.