KI in Games – Der Kampf gegen den Terminator

Games 22.01.2016

Selbst in Zeiten der MMORPGs und Online Shooter interagieren wir in Games noch mit einer Vielzahl an NPCs (Non Player Charakters) und demnach mit künstlicher Intelligenz, die uns Zockern in Form von Gegnern, Hilfesuchenden oder Verbündeten begegnet. Gerade deshalb stellt sich die Frage nach der Definition von „Künstlicher Intelligenz“ und ob die Videospiele generell klüger wurden. Wir wollen in diesem Beitrag einige Antworten zu diesem Thema liefern.

Künstliche Intelligenz in Games

Rein wissenschaftlich lässt sich dieser Begriff nicht definieren, denn selbst die genaue Definition von Intelligenz erzeugt hitzige Debatten. Doch wir können für diesen Beitrag zwei mögliche Ansätze beschreiben, um uns dem Verständnis des Begriffs im Gaming-Bereich zumindest anzunähern.

Zum einen sehen wir das Verhalten von den erwähnten NPCs als künstliche Intelligenz. Dabei geht es aber in den seltensten Fällen um einen Lerneffekt. Die Charaktere handeln einfach nur entsprechend vordefinierter Muster, welche mit speziellen Triggern (Auslösern) interagieren. Es handelt sich um die sogenannte Form der „schwachen KI“, welche nur intelligent erscheint, aber kein eigenes Bewusstsein entwickelt und nur aus Zufällen heraus kreativ wirkt. In dieser Hinsicht gab es in den letzten Jahrzehnten viele Verbesserungen in den Videospielen. Die Trigger wurden eleganter, mit mehr Sicherheitsnetzen ausgestattet, um Dauerschleifen zu verhindern, und darüber hinaus auch komplexer, sodass zumindest die Illusion eines Lernprozesses besteht.

Das vielleicht prominenteste Beispiel zu dieser Definition stammt aus der Welt des Schachspiels. Erstmals konnte Deep Blue im Jahr 1996 bzw. 1997 als Maschine mit vordefinierten Datenbanken und Bewertungssystemen einen Schachweltmeister schlagen. In den 20 Jahren seit diesem Ereignis hat sich viel getan und heute spielen die meisten Computer besser Schach als die Großmeister der Welt. Diese Entwicklung verdeutlicht die Fortschritte in der Verbesserung der Künstlichen Intelligenz vielleicht am besten.

Zweitens kann von künstlicher Intelligenz gesprochen werden, wenn ein Lerneffekt feststellbar ist. Lernen bedeutet in dieser Beziehung, dass sich das Verhalten durch Inputs bzw. Ereignisse verändert. Diese Lernerfolge zu beobachten, bietet einen besonderen Nervenkitzel, der sich mehr und mehr in Videospielen durchsetzt.

Sehr spannende Experimente lassen sich mit diesem künstlichen Lerneffekt und Videospielen anstellen. So tauchen mehr und mehr Videos auf, in denen Computerprogramme ohne irgendwelche Vorkenntnisse lernen, Klassiker absolut selbstständig zu zocken. Noch erscheint das Erreichen des nächsten Levels etwas zaghaft, aber gleichzeitig wirken die Methode und die ersten Erfolge unglaublich beeindruckend.

Computer Programm lernt Mario zu spielen – hier geht es zum Video!

Die beste und schlechteste KI in Games

Seit dem nervigen Verhalten der Partnerinnen in Secret of Mana hat sich tatsächlich vieles in Videospielen getan. Das wird durch eine Vielzahl von positiven Beispielen belegt, aber es existieren auch noch die berühmten schwarzen Schafe, in denen sich unsere angeblichen Verbündeten wie kopflose Hühner benehmen.

Sehr enttäuschend wirkt es, wenn ansonsten brillante Spielereihen diese Fehler aufweisen. Ironischerweise entstammt die wohl nervigste KI Begriffsstutzigkeit einem Spiel, welches ansonsten mit einem hohen Anspruch an Intelligenz in Verbindung gebracht wird. Nur wenn es in Starcraft darum geht eine enge Brücke zu überqueren, dann scheinen gerade die hochentwickelten Protoss vor einem kniffligen Problem zu stehen. Durch das geforderte Multitasking kann dies dem Spieler entgehen und ein daraus resultierender Verlust wirkt nie besonders klug.

Die derzeit besten Beispiele an künstlicher Intelligenz entstammen aber ebenso unseren Lieblingsgames. So macht das Verhalten der Bewohner die Stadt Los Santos in GTA V erst wirklich lebendig. In F.E.A.R. lernen die Gegner sehr schnell und das sorgt für einige Überraschungen und ein langfristig spannendes Gameplay. Ein Endzeugnis mit einem Notendurchschnitt von 1,0 erhält XCOM Enemy Within von uns. Durch das rundenbasierte Spielprinzip wird dies zwar nicht so schnell klar, aber gerade in hohen Schwierigkeitsgraden erhöht das teilweise tückische Verhalten der Aliens den Replay-Value enorm. Wir sind gespannt, wie diese Tradition im kommenden zweiten Teil fortgesetzt wird.