LoL Worlds 2015 – Das Finale

eSports 02.11.2015

Die jeweiligen Halbfinalspiele verliefen sehr überraschend, denn beide Match-ups waren sehr einseitig. Die Fortsetzung des perfekten Laufs von SK Telecom T1 konnte noch vorausgesehen werden, aber von Fnatic erwarteten viele europäische Fans doch ein etwas stärkeres Aufbäumen gegen die KOO Tigers. Doch nach diesem zweiten 3 zu 0 Sieg musste die begehrte Trophäe nach Südkorea gehen.

Viele stellten sich jedoch die Frage, ob SK Telecom T1 überhaupt bluten konnte oder ohne einen einzigen Map-Loss bis zum zweiten Weltmeistertitel durchsegeln würde. Für das erstklassige Team bestand vor dem Finale tatsächlich noch die Chance einen perfekten Run abzuliefern. Die Aufgabe von KOO Tigers bestand also darin einen scheinbar unverwundbaren Gegner zu bezwingen– eine heldenhafte aber bestimmt nicht leichte Aufgabe.

Das Finale am 31. Oktober in Berlin

Am Nachmittag vor dem Halloween-Abend trafen die beiden Teams in einer prall gefüllten Arena in Berlin aufeinander. SK Telecom T1 trat an um Geschichte zu schreiben. Das herausragende Team konnte theoretisch den ersten perfekten Lauf durch das Worlds Turnier erreichen und zusätzlich noch als erstes Team zwei Weltmeisterschaftstitel erringen. Nur mehr KOO Tigers, ebenfalls aus Südkorea, hatte etwas dagegen, dass SK Telecom T1 der LoL Geschichte diesen doppelten Stempel aufdrücken würde.

Im ersten Spiel überzeugten die Favoriten mit gewohnter Dominanz und konventionell sicherem Play. Doch im zweiten Spiel begann die Fassade der Unschlagbarkeit leicht zu bröckeln. Im Early Game errang KOO Tigers einige Vorteile und befand sich schon auf dem Weg zum Sieg, als plötzlich zwei Team-Fights völlig schief liefen und SK Telecom T1 das Spiel in nur circa fünf Minuten komplett drehte und nach einem Ace den gegnerischen Nexus zerstörte.

Im potentiell letzten Spiel packte KOO Tigers dann eine sehr eigentümliche Strategie aus. Hojin durfte seinen legendären Lee Sin spielen, während der Top Laner Smeb bis zum Ende des Spiels kaum zu sehen war und sich nur kontinuierlich hoch farmte. Das Early Game ging deutlicher an die Underdogs. Doch an einigen Stellen im Spiel schaute es so aus, als ob die Jungs von SK Telecom T1 wie zuvor nochmal alles umdrehen würden. Trotz einem Gold-Vorsprung von 10k wirkte das ganze Spiel sehr knapp und zwei Wunder-Moves brachten letztlich die Entscheidung. Zuerst dominierte ein einziger Lee Sin Kick einen kompletten Fight in der Mitte des Rifts und später als SK Telecom T1 nach einem anderen gewonnen Kampf in die Richtung des gegnerischen Nexus stürmte, konnte Smeb plötzlich einen Kampf 1 vs 2 dominieren und sicherte so den ersten Punkt für die Tigers. Damit war der perfekte Lauf gebrochen, doch würden die Favoriten nun einbrechen oder war SK Telecom T1 dadurch gefährlicher als je zuvor?

Der zweite Umstand sollte zutreffen. Im letzten Game sprach schon allein der Draft für SK Telecom T1. Zusätzlich verlor KOO Tigers das Early Game, welches in den vorigen zwei Spielen erheblich zu dem knappen Verlauf beitrug. Wir können also ohne große Umschweife die Champions der League of Legends Worlds 2015 präsentieren. SK Telecom T1 konnte den zweiten Titel erringen und ist damit das erste Team weltweit, dem diese Ehre zuteil wird – auch wenn es kein perfekter Run war!

Das Publikum in Berlin

Die Spannung hätte natürlich von einem europäischem Team (Fnatic oder Origen) profitiert. Trotzdem beeindruckte die Atmosphäre in der Mercedes Benz Arena. Obwohl es eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein schnelles Finale (3 zu 0) gab, fanden sich tausende Fans ein und unterstützen die Underdogs KOO Tigers, als ob es ein deutsches bzw. europäisches Team wäre. Ohne diesen Jubel, die Welle und die Chöre wäre es vielleicht auch ein einseitiger Finaltag geworden und die Tigers hätten keine einzige Map für sich entscheiden können. Erst die genialen LoL-Fans mit ihrer unsterblichen Passion haben das gesamte Turnier und vor allem den letzten Tag zu diesem unglaublichen Erlebnis gemacht. Die riesengroßen Viewer-Partys auf der ganzen Welt unterstrichen diesen Eindruck.

paysafecard meets LoL

Auch paysafecard hat es sich nicht nehmen lassen und ein Public Viewing-Event in Wien auf die Beine gestellt. LoL-Fans konnten das World Championship Finale live beim „Cinema of Legends“ im Cine Center mitverfolgen. Rund 150 League of Legends Begeisterte haben die Chance genutzt und sich im ausverkauften Kinosaal versammelt. Gemeinsam seine eSports Helden anzufeuern macht ja bekanntlich viel mehr Spaß als alleine vor dem PC. Wir freuen uns bereits auf das kommende League of Legends Jahr – nicht nur wegen atemberaubendem Gameplay, sondern vor allem wegen der einzigartigen Community.