Games 27.05.2016

Es ist noch kein Parcours-Meister hingefallen? – Oder vielleicht doch? Der zweite Teil dieses Jump 'n' Run Games einer absolut neuen Generation startet damit, dass die Protagonistin des ersten Teils, mit dem Namen Faith, aus dem Gefängnis entlassen wird. Trotz der Rettung der eigenen Schwester scheint sich in der Welt wenig geändert zu haben und die Menschen werden weiter unterdrückt, während jede Art von Informationsfluss peinlich genau überwacht wird. Nur eine Gruppe von Personen steht für den Schutz der Privatsphäre, für sichere Informationsübertragung und damit für den Kampf gegen die Unterdrückung durch die Machthabenden: Die Runners! Diese Boten finden die unmöglichsten, sichersten und gleichzeitig schnellsten Wege durch die futuristische Großstadt von Cascadia Prime – und die wohl Beste unter ihnen hat gerade ihre Strafe abgesessen!

Banlieue 13 lässt grüßen!

Hierzulande ist dieser französische Film inklusive der Fortsetzung besser bekannt unter „Ghettogangz – die Hölle vor Paris (2004)“ bzw. „Ghettogangz – Ultimatum (2009)“. In diesem simplen, aber mitreißenden Actionstreifen bringt David Belle das erste Mal die urbane Sportart Parcours einer breiten Bevölkerungsschicht näher. Seit „James Bond – Casino Royale“ hat wohl jeder zumindest einmal davon gehört. Mit diesem modernen, urbanen Sport werden Freiheit, die Überwindung des städtischen Dschungels und ein Leben am Limit verbunden. Die perfekten Inhalte für ein Computerspiel und wohl nicht ganz zufälligerweise die Hauptthemen der Mirror's Edge Reihe.

Das Gameplay von Mirror's Edge

Das ganze Spiel ist in der Egoperspektive aufgebaut, obwohl eigentlich niemals Schusswaffen verwendet werden. Viel mehr dient diese Sicht dazu, das Gefühl einzufangen, die waghalsigsten Sprünge und schnellsten Runs zu unternehmen. Gerade die ersten Abstürze und knappen Verfehlungen der rettenden Kante verdeutlichen diesen Ansatz. Der Gamer fühlt seine eigenen Knochen brechen, wenn es ohne jeglichen Halt bergab geht. Aber je erschreckender ein Fehlsprung ist, desto befriedigender kann es sein, einen unmöglich erscheinenden Stunt haarscharf zu schaffen.

Die Primärwaffe im Spiel ist die eigene Geschwindigkeit, mit der kaum Kugeln und Hubschrauber mithalten können. Es kann sich also jeder ausmalen, dass extrem rasantes Gameplay in Mirror'Edge geboten wird. Mit ein wenig Übung kann das Game des Entwicklers DICE zu den schnellsten Erlebnissen mutieren, die sich derzeit auf dem Videospielemarkt befinden. Nur eines ließ der erste Teil etwas vermissen. Das Open World Gefühl fiel für ein Parcours-Spiel etwas dürftig aus. Die verschiedenen Missionen verliefen doch etwas linear. Im zweiten Teil bestehen diesbezüglich doch mehr Möglichkeiten und es wurden noch einige andere Änderungen umgesetzt.

Noch mehr Akrobatik in „Mirror's Edge Catalyst“

Im ersten Teil aus dem Jahr 2008 wurde auf eine Art Anime-Stil bei der Grafik gesetzt. Dieser Look erinnerte streckenweise an den Klassiker „Ghost in the Shell“ und stand dem futuristischen Setting sehr gut. Im neuen Teil Catalyst wurde natürlich Einiges in Sachen Grafik verbessert und dadurch sind keine solch nostalgischen Anspielungen an klassische Anime mehr nötig. Das könnte so manchen Fan durchaus leicht verärgern, aber spätestens ab der Flucht aus dem „elysium Gebäude“ sollte jeder wieder versöhnt sein. Die Szene, in der Faith Connor ihrem eigenen Spiegelbild entgegen springt und so durch das Glas in Richtung Freiheit, bezeugt eindrucksvoll das Feeling des ganzen weiteren Games – viel gestochen scharfe und charismatisch elegante Action wird noch folgen.

Eine weitere Änderung in der Fortsetzung provozierte zuerst einiges an Kritik, aber erscheint auf den zweiten Blick ebenso spannend wie die neue Grafik. Es wurde ein Erfahrungs- und Skill-System eingeführt. Einige der bekannten Moves aus dem Original müssen demnach erst freigeschaltet werden. Das erzeugte aus gutem Grund viel Anmut, aber die dadurch entstehenden Möglichkeiten versöhnen auch in dieser Beziehung rasch. Außerdem lassen sich die bekannten Sprünge und Rollen sehr früh aktivieren. Darüber hinaus liegt ein wenig mehr Fokus auf dem waffenlosen Kampfsystem und dieser Aspekt profitiert ebenfalls sehr wesentlich von dem simplen Talentesystem. Gerade durch die Kombination aus Parcours und Combat wurde in „Mirror's Edge Catalyst“ noch besser eingefangen – also ist Mirror's Edge Catalyst ein würdiger Nachfolger zu dem ersten Teil.