Overwatch – Blizzards viertes Spieleuniversum

Games 25.05.2016

Viele Jahre lang reichten drei Universen aus, um aus Blizzard einen der größten Spieleentwickler des Planeten zu machen. „StarCraft Broodwar“ schuf praktisch im Alleingang den E-Sport in Südkorea. Diablo II ist bis heute eines der beliebtesten Action-RPGs und von der WarCraft Serie brauchen wir durch „World of WarCraft“ und den jüngsten Hearthstone Erfolg gar nicht sprechen – selbst Leute, die nichts mit Zocken am Hut haben, kennen diese Titel. Doch es wurde wirklich Zeit, dass die Virtuosen von Blizzard erneut beweisen, auch außerhalb dieser drei Marken Erfolge feiern zu können. Overwatch ist genau dieser Versuch und der Shooter mit MOBA-Elementen scheint erneut Videospielgeschichte schreiben zu wollen.

Das spannende Spielprinzip von Overwatch

Das Genre der „Competetive Shooter“ scheint schon sehr stark besetzt zu sein. Battlefield, Call of Duty, Team Fortress 2 und vor allem Counter Strike ziehen Massen von Spielern an und liefern uns zahlreiche epische Finals. Da stellt sich die Frage, wie Overwatch etwas Neues und Frisches bieten kann?

Doch ganz typisch für Blizzard scheint der legendäre Entwickler wieder seine ganz eigene Nische zu schaffen. Einen Ego bzw. Third Person Shooter mit „Multiplayer Online Battle Arena Elementen“ zu kreieren, ist zwar nicht die Neuerfindung des Rades, aber vor allem durch die Einführung von unterschiedlichen Missionszielen auf den verschiedenen Maps schafft es Overwatch ein ganz individuelles Spielgefühl zu erzeugen. In manchen Matches geht es nämlich darum, ein Ziel zu eskortieren oder auszuschalten, während ebenfalls typische „Capture the Flag Szenarien“ eingebaut wurden. Das sorgt für enorm viel Abwechslung neben den verschiedenen einprägsamen Charakteren.

Ganz typisch für ein MOBA existieren in Overwatch mehrere verschiedene Charakterklassen. So kommt dem einen Spieler die Rolle eines Tanks zu, während sich andere lieber helfend als Support nützlich machen. Dazu kommen wie immer auch Damage Dealer und ganz eigene Spezialisten sorgen für ein wenig zusätzliche Würze und überraschende Plays. Neben diesen vielfältigen Möglichkeiten für Variation besitzen die verschiedenen Charaktere auch noch unterschiedliche Fähigkeiten bzw. Konfigurationen. Dutzende und wohl bald sogar Hunderte Skills laden zum Experimentieren und Erfinden neuer Taktiken ein. Dazu zählen verschiedene Schilde der Tanks, ein Regen aus Raketen und furchterregende Haken, die Gegner heranziehen. Es sollte also jedem Spielertyp sehr leicht fallen, die passende Rolle im Team zu finden und auf eine ganz eigene Art zum Sieg beizutragen.

Dabei fehlen aber auch die ganz typischen Skill Shots eines Shooters nicht. Der Weg zum Sieg beginnt schon bei der Charakterauswahl, schnelle Reaktion und Zielgenauigkeit gehören ebenfalls zu den Bedingungen für einen Triumph. Das jahrelange Training in Counter Strike oder anderen Ego-Shootern ist also in diesem brandneuen Game mehr als nützlich.

Das Erfolgsrezept der Synergie

Obwohl Blizzard in mehrfacher Hinsicht die bekannten Pfade verlässt, ergeben sich weiterhin viele Synergien mit den bestehenden Erfolgsrezepten. Overwatch schaut zwar ganz anders aus als die anderen drei Spieluniversen und ein Shooter steht auch noch nicht im Portfolio des kalifornischen Entwicklers. Trotzdem schafft es Blizzard auch Zielgruppen anzusprechen, die sich eigentlich weniger für dieses Genre interessieren. Ein gutes Beispiel dafür wäre die Inklusion von Overwatch Charakteren in Heroes of the Storm, dem Cross-Game MOBA von Blizzard. Es würde also keine Überraschung darstellen, wenn Overwatch eine ähnlich reich bevölkerte Zukunft bevorsteht, wie es für Diablo, StarCraft und WarCraft bereits typisch ist. Außerdem scheint Overwatch eine Kampfansage an die die aktuellen MOBA-Größen DOTA 2 und League of Legends zu sein, an die Heroes noch nicht anknüpfen konnte, obwohl dieses Spielprinzip eigentlich in Blizzard Games entstand.

Der Heroes of the Storm Trailer von Tracer – They are so cute!

Wie bleibt Overwatch frisch?

Alle Gaming-Experten erwarten viel von Overwatch. Schließlich ist es für Blizzard eine Ehrensache, auch außerhalb der etablierten Marken neue Erfolge einzufahren. Es dürfte also schwer fallen, mit einem Overwatch-Kauf daneben zu liegen. Trotzdem fragen sich viele Kenner der Branche im Gespräch, welcher Zusatz-Content das Game frisch halten wird. Da es sich nicht um ein Free-to-Play Spiel handelt, ist die Toleranzgrenze für kostenpflichtige DLCs bei den Gamern doch eher gering. Experten fragen sich auch, ob es teure kosmetische Zusatzpakete gibt oder ob Blizzard weiterhin auf die alte Bezeichnung Add-ons setzt, welche nach einem Jahr das Spiel nochmal umfangreich erweitern? Aber gerade durch diese Fragen wird es dauerhaft sehr spannend im neuen Overwatch-Universum bleiben.