Get Even: später Start des Thrillers
Games 27.06.2017

Get Even ist ein sehr stark Story-fokussiertes Game des polnischen Entwicklerteams The Farm 51. Der Psychothriller führt den Spieler durch eine verlassene psychiatrische Klinik. Von der Story wird wenig verraten, da diese besser selbst entdeckt werden soll. Eigentlich war geplant, dass Get Even am 26. Mai veröffentlicht wird, durch den Bombenanschlag in Manchester wurde der Release-Termin etwas nach hinten verlegt. Einige Tage vor der offiziellen Veröffentlichung war Get Even bereits auf Steam verfügbar. Jetzt ist es auch endlich für PlayStation 4 und Xbox One erhältlich. Grund für die Entscheidung, den Release-Termin etwas später anzusetzen, war die verstörende Szene am Anfang des Spiels, in der ein junges Mädchen gefesselt und mit einer Bombe versehen auf Rettung wartet. Diese kommt jedoch zu spät …und die Bombe explodiert.

Stück für Stück

In dem neuen Horror-Game spielt man die Rolle von Söldner Cole Black, der beauftragt wird, ein entführtes Mädchen aus einer gefährlichen Lage zu befreien. Leider scheint diese Mission mit einem großen Geheimnis verbunden zu sein, denn Black ist gezwungen, seine Vergangenheit in Bruchstücken erneut zu durchleben, um das Mysterium aufzudecken. Er wird von einem Unbekannten, der sich „Red“ nennt, dazu aufgefordert, immer tiefer in seine Erinnerungen einzutauchen. Somit muss Black nicht nur das Rätsel um die Geisel lüften, sondern auch noch heil aus seinem eigenen Gedächtnis entkommen. Get Even wurde von Filmen wie Saw, Old Boy und Inception inspiriert. Genau deshalb wollen wir von der Story nicht zu viel verraten, Gamer können sich aber auf einige unerwartete Twists gefasst machen. Über den Spielverlauf hinweg findet man Zeitungsartikel und Dokumente, mit deren Hilfe langsam das Geheimnis, um das sich alles dreht, gelüftet wird. Wie tief man in die Story eintauchen will, wird letztendlich jedem selbst überlassen. Wer alle Hinweise findet, wird mehr über den Protagonisten und den mysteriösen „Red“ erfahren.

Ein Highlight des Spiels ist die Inszenierung von Licht und Geräuschen. Die Musik baut stetig auf, sodass man hinter jeder Ecke etwas Schreckliches erwartet. Manchmal passiert aber trotz offensichtlicher Musik gar nichts – was das Herzklopfen umso schlimmer macht. Get Even schafft meisterhaft, mit dem Kopf des Protagonisten zu spielen. Die stillsten Momente scheinen die schlimmsten zu sein – besonders dann, wenn sich ganz plötzlich eine Tür öffnet, und man nicht weiß, woher das Knirschen gerade gekommen ist.

Eigentlich kein Shooter

Das Smartphone wird in diesem Spiel zur absoluten Notwendigkeit. Mithilfe der Kamera-App werden Objekte aus der Umgebung untersucht: man entdeckt Blutspuren, versteckte Objekte, oder Gegner. Die einzigen Momente, in denen sich das Handy nicht in der Hand befindet, sind während dem Wegrennen und im Kampfmodus. Viel Variation gibt es bei den Waffen zwar nicht, die Corner-Gun, mit der man um die Ecke schießen kann, ist jedoch eine ganz witzige Idee der Spielemacher. Diese ist auch nicht schwer zu nutzen: Dank Kamera sieht man genau, wo sich die Gegner verstecken, und sie können gezielt ausschalten werden. Zwar wirkt das Spiel auf den ersten Blick wie ein klassischer Shooter, doch die Kampfsequenzen sind so kurz gehalten, so dass das Game auch für Leute, die keine Shooter mögen, interessant ist.

Kein klassischer Horror

Zur Handlung selbst wird am besten so wenig wie möglich verraten – nur so viel: die Geschichte verläuft nicht linear, man findet sich in Erinnerungen wieder, die Zeitsprünge machen. Außerdem gilt es herauszufinden, was real ist, und was Fiktion. Get Even ist aber kein klassisches Horror-Game. Es hat zwar einige typische Elemente, wie wenig Munition, Puzzles, die zu lösen sind, und die düstere Atmosphäre. Das Spiel erinnert eher an Heavy Rain: man muss vielen Hinweisen nachgehen, und sollte sich unbedingt Zeit nehmen, sämtliche gefundene Zeitungsartikel wirklich zu lesen. Get Even ist visuell vielleicht nicht das ansprechendste Spiel, hervorragend ist jedoch der Soundtrack, der wirklich hervorsticht. Das Spiel ist ein Genre-Mix aus Horror, Shooter und Psycho-Thriller. Es erinnert stark an bekannte Horror-Filme und B-Movies. Im Mittelpunkt steht auf jedem Fall die Story, die dem Spieler einiges abverlangt. Denn nur wer genau aufpasst, kann am Schluss auch wirklich alles verstehen. Immer wieder stößt man auf verblüffende Twists, und das Ende bietet definitiv einige Überraschungen.