Dota 2: VR als Zuschauererlebnis

Games 17.11.2016

Dota 2: VR als Zuschauererlebnis Wenn wir von Virtual Reality und den dazugehörigen VR-Brillen sprechen, denken erst einmal alle an das Potential für Spiele selbst. Oder auch daran, wie man zukünftig Filme mit einer VR-Brille erleben könnte. Was den wenigsten in den Sinn kommt ist, dass die Virtual Reality auch für Live-Übertragungen genutzt werden könnte – allen voran in Games. Valve macht mit dem neuen Dota-2-Virtual-Reality-Spectator-Modus deutlich, dass das auch wirklich funktioniert. Werden wir E-Sports in Zukunft womöglich alle mit Hilfe von Virtual-Reality-Brillen hautnah erleben und verfolgen können? Als Co-Produzent der HTC Vive und Entwickler von Dota 2 zeigen sich die Steam-Betreiber als Vorreiter, da sie einen Zuschauermodus für das MOBA entwickelt haben, der das Potential der VR-Brille nutzt.

VR und Dota 2: So funktioniert es

Zunächst startet man als Zuschauer im Dota-2-VR-Hub – einer virtuellen Umgebung, in der alle Avatare des jeweiligen Spiels im Halbkreis stehen sowie eine große Live-Karte und darüber der Live-Stream der Kommentatoren zu sehen ist. Über die Karte gelangt man dann in den ereignisreicheren Teil und die Kombination von Dota 2 und Virtual Reality fängt an, richtig zu greifen. Man befindet sich mitten auf dem Schlachtfeld und kann die Action hautnah miterleben, die man sonst nur von oben verfolgen und mitbestimmen kann. Alternativ ist es auch möglich, mithilfe der Vive-Controller auch die Position zu wechseln oder etwas heraus zu zoomen, sodass man über dem Geschehen „schwebt“. Die Steuerung des Dota-2-VR-Zuschauermodus' braucht zwar noch jede Menge Feintuning und Anpassung, funktioniert im Großen und Ganzen jedoch schon genau so, wie man es sich vorstellt.

Mittendrin statt nur dabei: Mit VR beim Dota 2 International

Das Update mit dem Virtual-Reality-Zuschauermodus wurde passend zum größten Dota-2-Turnier veröffentlicht, dem „The International 2016“ in Seattle (3.-13. August 2016), sodass Anfang August alle Besitzer einer Vive das neue Feature nutzen können. Dank VR sind einem die Dota-2-Profis so näher als jemals zuvor und man bekommt eine völlig neue Perspektive auf die Profi-Matches. Mithilfe des Live-Kommentars und der Möglichkeit sich so positionieren, wie man möchte, können Matches zwischen Top-Teams wie Team Liquid, Natus Vincere, OG, Team Secret, Fnatic und Co. schon beinahe filmische Züge bekommen. Dass Dota 2 VR für den Zuschauermodus nutzt, ist aber nicht nur für das Spiel selbst revolutionär, sondern könnte für E-Sport insgesamt ein großer Schritt sein.

E-Sport: Zuschauerränge in der Virtual Reality?

Auch für andere große Titel im E-Sport-Bereich dürfte das Konzept interessant sein und könnte E-Sport als Unterhaltungsprodukt grundlegend verändern. Ein Feature wie der Dota-2-VR-Zuschauermodus ist auch für zahlreiche andere Spiele denkbar – beispielsweise für das ebenfalls von Valve entwickelte Counter Strike: Global Offensive. Statt bestimmten Spielern zu folgen, könnten sich Zuschauer in der virtuellen Welt einen Platz suchen, von dem aus sie das Geschehen besser beobachten können, weil sie quasi mitten auf dem Schlachtfeld stehen. Ebenso denkbar sind ganze virtuelle Stadien, in denen man mithilfe seiner VR-Brille Platz nimmt – was insbesondere bei Sportspielen für eine realistische Atmosphäre sorgen würde.

Fazit: Es hapert (noch) an der Hardware

Der Dota-2-VR-Patch ist ein großer Schritt für die Übertragung von und das Zuschauererlebnis bei E-Sport-Veranstaltungen. Denn der Modus gibt einen weiteren Einblick darüber, was mit der virtuellen Realität neben Spielen und speziellen Filmen alles möglich ist. Ob sich VR im E-Sport für Zuschauer durchsetzt, ist grundlegend von zwei Faktoren abhängig. zum einen von dem Interesse der Entwicklerstudios, entsprechende Features in ihre Spiele einzubauen, und zum anderen – was viel wichtiger ist –, ob und wann die VR-Brillen im Mainstream ankommen. Bislang ist Virtual Reality eine Sache für Liebhaber, da die Brillen selbst und die erforderliche Hardware für den Durchschnitts-Spieler schlicht zu teuer sind. Entsprechend gering ist die Zielgruppe für diese VR-Spectator-Modes. Entwicklerstudios haben derzeit noch geringen Anreiz, sich damit auseinanderzusetzen. Valve ist mit dem Dota-2-VR-Spectator-Mode ein Ausnahmefall, da das Unternehmen auch die Popularität der HTC Vive pushen möchte.