The International 2016 Review

eSports 16.08.2016

Eine der grössten E-Sport Veranstaltung des Jahres liegt wieder hinter uns und welch ein Fest aus Kunst, Skill und moderner Kultur durften wir erleben. Schon das Opening des Main Event fesselte enorm mit dem frechen Geigenkonzert. Die Zuschauer vor den Bildschirmen konnten die Heldenauswahl in 3D Modellen bestaunen und sogar Ausschnitte aus der DOTA 2 VR Welt verwöhnten unsere Netzhaut. Aber das Beste waren trotz all dieser ansehnlichen Neuerungen der erbitterte Kampf zwischen den besten Teams der Welt um die Aegis of the Immortal und dazu haben wir im Vorfeld ja schon einige TI6 Vorhersagen abgegeben, die wir jetzt nach dem Event auf den Prüfstand stellen können. Wie gut haben unsere Experten in die Glaskugel geblickt?

Wie hoch war der finale Preispool?

Diese Frage lässt sich oft rein mathematisch erkunden, wenn die Restzeit und die Verlaufskurve der vergangenen Jahre betrachtet wird. Deshalb verwundert es auch kaum, dass wir mit circa 21 Millionen US-Dollar als Gesamtpreispool ziemlich genau ins Schwarze trafen. Der finale TI6 Preispool betrug nämlich 20.770.460 US-Dollar. Also nur mehr knapp 230.000 US-Dollar fehlten auf die glatten 21 Millionen. Davon sackte der Sieger unglaubliche 9.139.002 US-Dollar ein. Es handelte sich also wieder einmal um eine ordentliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Mit dem kommenden VR Hype und falls es wieder Majors über das Jahr verteilt gibt, könnte sich dieser Trend noch weiter fortsetzen.

Wie haben sich Team Liquid und Team Secret geschlagen?

Allen beiden Teams haben wir doch eher eine schwere Zeit auf dem „The International 2016“ prophezeit. Wobei wir den Jungs rund um Puppey noch mehr zutrauten als sie letztendlich schafften. Für viele war bestimmt das Ausscheiden von Team Secret in der ersten Runde des Loser Brackets die erste ganz grosse Enttäuschung des ganzen Turniers, die wir eigentlich Team Liquid zusprachen. Die Mannen von KuroKy schafften es letztlich genau in die Top 8. Die Position, in der wir Team Secret sahen. Doch der erste wirklich epische Upset sollte nicht nur unsere Analysten der DOTA 2 Szene, sondern praktisch jeden Fan und Experten auf der Welt kalt erwischen.

Wie erging es OG?

In der Gruppenphase wirkte das Favoriten-Team noch unschlagbar. Doch im Winner's Bracket brauchte es nur ein verpatztes Spiel um von MVP Phoenix in das Lower Bracket befördert zu werden. Das koreanische Team hatte übrigens genau den vorausgesagten Verlauf mit starkem Start im Upper Bracket, aber dann schnellem Fall ins LB und dortiger Niederlage. Leider hatte OG das Pech, dass diese Einschätzung zutraf. Im Lower Bracket verloren dann die grünen Mannen rund um Fly extrem überraschend gegen TNC Gaming. OG sollte also nicht ins Finale einziehen und diese Enttäuschung sah kaum jemand voraus.

Gab es eine Wildcard Überraschung?

Im Jahr 2015 rechneten wohl die wenigsten mit einem Wildcard Team, welches das Finale erreichen könnte. CDEC Gaming schaffte dieses Kunststück. Doch in diesem Jahr schlossen wir dieses Szenario eher stark aus. Nach der Gruppenphase glaubten wir uns mächtig getäuscht zu haben. EHOME wirkte tatsächlich unangreifbar. Auch gegen Alliance blutete das chinesische Team noch keineswegs. Erst zwei unserer Favoriten Picks sorgten dann für ein schnelles Ende des Wildcard Runs und damit für das Zutreffen unserer Einschätzung.

Evil Geniuses und Digital Chaos

EG hatten aufgrund ihrer jüngsten Leistungen doch wieder viele DOTA 2 Analysten auch für dieses TI auf dem Plan. Aber wohl die wenigsten rechneten, wie wir es taten, mit einer dermassen grossen Überraschung, die uns Digital Chaos bot. Wir zitieren hier die Passage aus den Vorhersagen vor einigen Wochen:

„Als Underdog mit den grössten Erwartungen sehen wir jedoch Digital Chaos. Dieses Team verbindet den Hunger mit unübersehbarem Teamgeist und Skill. Wenn die Newcomer durch ein Wunder die ersten zwei Runden gut überstehen, dann könnten sie tatsächlich das Loser's Bracket Finale erreichen und einige bekannte Teams dabei hinter sich lassen.„

 

Ganz genau so trat es dann letztlich auch ein. DC liess auf dem Weg ins Loser Final prominente Teams wie LGD Gaming oder Fnatic hinter sich. Dort traf es auf die Titelverteidiger und in drei haarscharfen Spielen liessen die Newcomer, die fast nur aus Trotz über das unfreiwillige Ausscheiden aus Team Secret (Stichwort MiSeRy) gegründet wurden, sogar die „Boys in Blue“ hinter sich. So viel hätten nicht einmal wir ihnen zugetraut und wir hätten schon EG eher im Finale gesehen. Aber es ist umgekehrt eingetreten.

 

Wer fehlt jetzt noch aus unseren Prediticions?

Wir haben einem asiatischen Team eine rosige Zukunft auf dem „The International 2016“ vorausgesagt. Zitat:

„Die grössten Chancen sprechen wir Wings Gaming zu, die mit Glück bei den Paarungen sogar einen Finaleinzug schaffen könnten und damit viele überraschen würden.„

Genauso ist es auch gekommen. Wenn unsere Einschätzung vom Loser's Bracket Final richtig gewesen wäre, dann hätte EG bestimmt eine riesengrosse Chance auf die erstmalige TI Titelverteidigung in der DOTA 2 Geschichte gehabt. DC hatte etwas dagegen, aber im Finale dann keine grossen Chancen mehr gegen den Sieger des Jahres 2016. Wir gratulieren Wings Gaming und wussten, dass sie eine potentiell grosse Performance nach Seattle bringen würden. Chinese DOTA lives again!

Jetzt sind wir aber erst einmal gespannt, ob wir uns auf weitere Majors für Voraussagen freuen können, bevor uns TI7 wieder zwei Wochen lang beinahe ohne Unterbrechung vor die DOTA 2 Streams bannt. Es war wie jedes Jahre eine spannende Zeit für Fans, Spieler und Experten gleichermassen.