Junge spielt mit Oculus Rift und Lenkrad
Games 18.09.2017

Die meisten Gamer kommen gar nicht damit hinterher, ihren Pile of Shame abzubauen. Doch bei anderen kommt scheinbar trotz der Masse an Videospielen hin und wieder Langeweile auf. Und dann sprudeln die verrücktesten Ideen. Da wird auch mal ein sowieso schon bockschweres Dark Souls geradezu überquillt, mit einem Gitarren-Controller von Rock Band durchgespielt oder ein Gamepad aus Kartoffeln gebastelt. Dank YouTube und zahlreichen belustigten Zuschauern werden die Gamer zu immer verrückteren Versuchen angestachelt – wir sind gespannt, was uns in Zukunft noch erwartet.

Total gefloppt: Steuerungsgeräte, die nicht gut durchdacht waren

Manchmal liegt es gar nicht an der Zweckentfremdung, dass ein Controller ungeeignet ist für ein Spiel, sondern daran, dass bei der Herstellung irgendwer scheinbar nicht ganz bei der Sache war. In der Vergangenheit kamen so einige Controller auf den Markt, die einfach nur schlecht waren. Gerade in der Anfangszeit des Videospiels waren die Gamepads äusserst klobig und weit entfernt von den ergonomisch geformten Steuerinstrumenten von heute. Noch für die erste Xbox erschien ein Controller, der zu Krämpfen in den Händen führte. Der Xbox Fat Controller entsprach voll und ganz seinem Namen.

Mit diesem riesigen Teil kamen nur kräftige und grosse Männerhände klar, und selbst die waren davon nicht begeistert. Zudem gab es schon vor Jahrzehnten Ambitionen, ausgefallene Controller zu erschaffen, die speziell auf ein Game zugeschnitten waren und damit für noch mehr Spielspass und ein Mittendrin-Gefühl sorgen sollten. Ein solcher missglückter Versuch ist der Konami Laserscope, der Anfang der 90er-Jahre für das NES erhältlich war. Dabei handelt es sich um ein Headset mit einem Visier vorm Auge, durch das der Spieler das Ziel auf dem Bildschirm anpeilt und per Sprachkommando im Spiel einen Schuss auslöst. Nicht nur war die Steuerung unpräzise, das ganze System war mehr als unpraktisch – man stelle sich vor, bei Space Invaders für jeden Schuss ein Wort brüllen zu müssen. Da geht einem schnell die Puste aus.

Naheliegend: Zweckentfremdung von Spezial-Controllern

Daneben gibt es natürlich auch viele Spezial-Controller, die sehr gut gelungen sind und das Spielerlebnis deutlich verbessern. So lassen sich die Instrumente für Musikspiele wie Rock Band oder Guitar Hero gut bedienen und sind die einzig richtige Wahl für virtuelle Rockstars. Mittlerweile ist es sogar zu einem weit verbreiteten Phänomen geworden, die Instrumente auch für die Steuerung anderer Spiele einzusetzen, allem voran die Gitarre. Besonders ambitioniert ist eine Partie Dark Souls mit diesem eigentlich völlig ungeeigneten Controller. Als ob das Spiel mit Standard-Pad nicht schon schwer genug wäre … Den offiziellen Guinness World Record hält Benjamin Gwin alias „Bearzly“.

Er hat Dark Souls insgesamt auf neun Eingabegeräten durchgespielt – normale Standard-Controller ausgenommen. Neben der Gitarre von Rock Band kamen noch das Schlagzeug und Klavier hinzu, sowie Donkey Kong Bongos, eine Wiimote, Stimmkommandos via Mikrofon, eine Tanzmatte, ein Lenkrad und ein mit einem Finger bedienter Xbox 360-Controller. Wenn wir Bearzly so beim Zocken beobachten, können wir eigentlich nur ungläubig mit dem Kopf schütteln. Doch scheinbar ist er eine grosse Inspirationsquelle für viele Gamer, denn es gibt zahlreiche Gleichgesinnte. Eine erwähnenswerte Leistung ist die von YouTuber „Rudeism“, der World of Warcraft nicht nur mit einer Tanzmatte gespielt, sondern seinen Charakter damit auf Level 100 gebracht hat.

Ran ans Gemüse: Skyrim mit Kartoffeln spielen

Doch es geht noch durchgeknallter: Manchen Hobby-Erfindern ist es zu banal, Spezial-Controller zu verwenden oder diese umzuprogrammieren. Stattdessen erschaffen sie sich ihre ganz eigenen Eingabegeräte. Ein Spieler hat sich tatsächlich aus Kartoffeln eine Art Controller gebaut, mit dem er dann Skyrim gezockt hat. Dabei wird an jede Kartoffel ein Anschluss gesteckt und dank eines Kupferkabels am Finger werden die Berührungen an jeder Kartoffel registriert. Wie zu erwarten ist die Steuerung recht schwammig und gewöhnungsbedürftig, doch mit ein wenig Übung gelang sogar das Schlösserknacken. Auch von dieser Steuerungs-Version gibt es bereits Abwandlungen. Eine besonders spassige: Overwatch mit einem Bananen-Controller zocken.