eSport: Die Spitzenverdiener im Jahr 2016

eSports 01.02.2017

Dass Profi-Fussballspieler und andere Spitzensportler Gehälter in Millionenhöhe verdienen, wundert heutzutage niemanden mehr. Dass mittlerweile aber auch die besten Zocker der Welt innerhalb eines Jahres Millionenbeträge kassieren, ist immer noch eine kleine Sensation für viele. 2016 war für eSport ein wahnsinnig erfolgreiches Jahr. Über alle Disziplinen hinweg gab es mehr als 90 Millionen US-Dollar zu erspielen, während es 2015 noch rund 60 Millionen waren – ein Zuwachs also von etwa 50 Prozent. Am meisten gab es für Spieler von Dota 2 zu holen. Allein The International 6 vergab Preisgelder in einer Gesamthöhe von 20,7 Millionen US-Dollar – ein Rekord für den eSport.

Dota-2-Spieler verdienten 2016 am meisten

Die satten Preisgelder des sechsten Dota 2 International sorgten dafür, dass an der Spitze der Rangliste vor allem Dota-Spieler sitzen. Allen voran die fünf Spieler des chinesischen Dota-2-Teams „Wings Gaming“: Chu „shadow“ Zeyu, Zhou „bLink“ Yang, Zhang „Faith_bian“ Ruida, Zhang „Innocence“ Yiping und Li „iceice“ Peng. Allein durch den Sieg im International-Turnier erspielten sie sich gemeinsam ein Preisgeld von knapp 9,1 Millionen US-Dollar, was etwa 1,8 Millionen Dollar pro Teammitglied ergibt – insgesamt kommen sie alle auf etwa 1,92 Millionen Dollar allein im Jahr 2016. Das ist zwar noch weit weg vom Verdienst eines Profifussballers vom Rang eines Ronaldo oder Messi, aber für den Durchschnittsbürger sind es dennoch astronomisch hohe Summen. Hinter den Jungs von Wings Gaming folgen der Däne Rasmus „MiSeRy“ Fillipsen und der Rumäne Aliwi „w33“ Omar, die 2016 mit ihren Preisgeldern aus diversen Turnieren knapp unter der Millionen-Grenze liegen. Die ersten 20 Plätze der Verdienstliste belegen Dota-Spieler, was vor allem auf die grosszügige Ausschüttung bei den entsprechenden Wettbewerben zurückzuführen ist.

LoL- und CS:Go-Profis mit sechsstelligen Beträgen

Erst ab Position 21 tauchen Profis auf, die nicht Dota 2 spielen. Angeführt werden sie von League-of-Legends-Profi Lee „Duke“ Ho Seong mit rund 420.000 US-Dollar und seinen Teamkollegen von „SK Telecom T1“, den amtierenden Weltmeistern, die allein beim Weltmeisterturnier etwa 300.000 Dollar pro Nase einsackten. Im Team ist auch der wohl bekannteste LoL-Profi der Welt: Lee „Faker“ Sang-hyeok. League of Legends ist also unter den Top-30-Verdienern im Bereich eSport stark vertreten, obwohl die Preisgelder für das grösste Turnier gerade einmal ein Sechstel von denen betragen, die es beim Konkurrenztitel Dota 2 gibt. Auf Platz 31 bis 34 folgen mit dem Team „SK Gaming“ die ersten Counterstrike-Spieler. Das brasilianische Team bestehend aus Gabriel „FalleN“ Toledo, Marcelo „coldzera“ David, Fernando „fer“ Alvarenga und Epitacio „TACO“ Pessoa verdiente pro Person rund 365.000 US-Dollar durch unterschiedliche Turniere. Darunter der Sieg bei den ESL Pro League S3 Finals, der Sieg bei der MLG Major Championship: Columbus und der Sieg bei der ESL One: Cologne 2016. Die beiden Letztgenannten brachten jedem der Spieler 100.000 Dollar Preisgeld ein – CS:GO-Spieler müssen aufgrund der niedrigeren Preisgelder also im Vergleich zu den Dota-2- und LoL-Kollegen konstant Leistung bringen und mehrere Turniere gewinnen, um in dieselben Sphären vozudringen.

Deutschland mit nur zwei Vertretern in den Top 100

Deutsche Spieler waren 2016 nicht ganz so erfolgreich. Nur zwei Spieler schafften es in die Liste der 100 Topverdiener im eSport. Auf Platz 35 steht Kuro „KuroKy“ Takhasomi. Der 25-jährige Dota-2-Profi konnte 2016 knapp 363.000 US-Dollar an Preisgeldern einheimsen. Damit ist KuroKy 2016 offiziell zum Millionär geworden und der bestverdienende deutsche Profi-eSportler. Auf Platz 46 folgt sein ehemaliger Teamkollege vom Team Liquid: Adrian „FATA“ Trinks, der es etwa auf 342.000 Dollar brachte und im Laufe seiner Karriere insgesamt immerhin über eine halbe Million Dollar an Preisgeldern angehäuft hat.

eSport: Mehr Wachstum in 2017

Das Wachstum im eSport-Sektor hält an und wird laut Experten 2017 neue Rekorde erreichen. Sende- und Vermarktungsrechte, Spielertransfers und lukrative Werbeträger – all das sorgt in Verbindung mit Preisgeldern und Sponsorenverträgen der Spieler dafür, dass eSport auf dem Weg zum Milliardengeschäft ist. Auch neue Turnierformate im Stile von US-Sportarten wie Basketball oder Football, wie sie mit der Overwatch League erstmals umgesetzt sein werden, sollen den Markt ankurbeln.