Overwatch vs. Battleborn: Wie unterscheiden sich die Shooter-Mischlinge?

Games 13.06.2016

2016 ist das Jahr der SHMOBAs – einer Mischung aus Shooter und MOBA (Multiplayer Online Battle Arena). Mit Battleborn und Overwatch stehen dieses Jahr nämlich gleich zwei heiße Kandidaten in Triple-A-Qualität auf der Release-Liste: Overwatch von den World-of-Warcraft- und Diablo-Schöpfern bei Blizzard Entertainment und Battleborn von Gearbox Software, den Entwicklern der Borderlands-Reihe. Beide Titel verknüpfen klassische teambasierte Online-Shooter und reichern sie mit Elementen aus dem MOBA-Genre an. So könnte man meinen, dass es sich um zwei sehr ähnlichen Multiplayer-Games handelt. Aber auch, wenn Overwatch und Battleborn Gemeinsamkeiten teilen, gibt es ganz klare Unterschiede. Wir stellen euch beide Multiplayer-Shooter vor, zeigen die Unterschiede auf und versuchen zu klären, für wen welches Spiel am besten geeignet ist.

Overwatch: der Online-Shooter und sein Hype

Seit Ende 2015 gibt es einen unglaublichen Hype um das Multiplayer-Only-Spiel. Seit die erste Betaphase begonnen hat, in der einzelne Spieler das Game bereits anspielen können, versuchen Fans, einen der begehrten Zugänge zu bekommen. Und die Let's Plays auf Youtube sowie Twitch-Streams verzeichnen unglaublich hohe Zugriffszahlen. Auf den ersten Blick hat Overwatch sehr viele Ähnlichkeiten mit dem Klassiker Team Fortress 2. Zwei Teams mit je sechs Spielern wählen einen Helden aus den Kategorien Offensiv, Defensiv, Tank oder Unterstützung und müssen je nach Spielmodus bestimmte Aufgaben erfüllen. Die Helden können während der Partie beliebig oft gewechselt werden und haben allesamt einzigartige Fähigkeiten. Im Vordergrund steht nicht der persönliche Kill/Death-Score, sondern vielmehr Teamplay, um die Missionsziele zu erreichen.

Übrigens basieren Teile des Spiels auf Vorarbeiten des 2007 angekündigten und 2014 komplett eingestellten MMORPG-Projekts „Titan“. Laut Blizzard sollen beispielsweise diverse Karten aus Projekt Titan in Overwatch recycelt worden sein – aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass das gesamte Spiel-Universum und seine Charaktere mit dem ehemaligen Projekt zusammenhängen, da Spielwelt, Hintergrundgeschichte und Charaktere recht detailliert und stimmig erscheinen.

Die unterschiedlichen Spielmodi und Heldenrollen in Overwatch

In den aktuellen Betaversionen von Overwatch gibt es drei Spielmodi: Punkteroberung, Frachtbeförderung und Kontrolle. In letzterem müssen beide Teams einen zentralen Punkt auf der Karte erobern und so lange halten, bis die Eroberungsanzeige 100 Prozent erreicht. Bei Punkteeroberung gibt es gleich mehrere Eroberungspunkte auf der Karte, die es zu erobern und zu halten gibt. Am interessantesten ist jedoch die Frachtbeförderung, bei der das Team der Angreifer ein Vehikel auf Schienen quer über die Karte transportieren muss, während die Verteidiger diesen Transport verhindern wollen. Weitere Spielmodi sowie Helden für den Online-Shooter wollen die Entwickler übrigens Stück für Stück nachliefern.

Um für dynamisches Teamplay in dem Multiplayer-Shooter zu sorgen, haben alle (derzeit 21) Helden, ganz im MOBA-Stil, eine einzigartige Bewaffnung, zwei Spezialfertigkeiten sowie eine ultimative Fähigkeit und lassen sich einer klaren Rolle zuweisen. Tracer beispielsweise ist eine offensiv ausgerichtete flinke Dame, die sich teleportieren, Zeitschleifen erzeugen und eine Impulsbombe werfen kann – dafür steckt sie relativ wenige direkte Treffer ein. Der genetisch veränderte Gorilla Winston ist hingegen ein klassischer Tank, der ordentlich einstecken kann, eher auf kurze Distanz Schaden austeilt und schützende Felder mit seinem Barrierenprojektor erstellen kann, die das gesamte Team vor Treffern bewahren. Damit man sich als Team immer wieder der aktuellen Situation anpassen kann, kann während des Matches zwischen den Charakteren gewechselt werden.

Battleborn: Etwas mehr klassisches MOBA und ein Singleplayer

Auf den ersten Blick wirken Battleborn und Overwatch zwar ähnlich, doch unterscheiden sie sich hinsichtlich Spielmodus und -Mechanik teilweise erheblich. Battleborn geht einen ganz anderen Weg als Overwatch, da es kein reines Multiplayer-Spiel ist, sondern auch Singleplayer und Split-Screen (auf PS4 und Xbox One) bietet. Das Herzstück von Battleborn sind aber auch ganz klar die Online-Multiplayer-Games, bei denen Teams aus je 5 Spielern sich gegenseitig ordentlich auf den Latz geben. Dazu wählt jeder Spieler vor Beginn des Matches seinen Battleborn, wie die Helden genannt werden, die allesamt unterschiedliche Schwerpunkt und Fähigkeiten haben. Vom Nahkämpfer mit Samurai-Schwert, über Bogenschützin bis hin zur vierarmigen Magierin oder einem kleinen, süßen Pinguin im Kampfroboter. Wie auch bei Overwatch gilt es, das Teamwork auszubauen und die Heldenfähigkeiten optimal aufeinander abzustimmen, um erfolgreich zu sein.

Wer Borderlands wegen seiner Charaktere und seinem abgedrehten Humor liebt, wird sich bei Battleborn direkt zuhause fühlen. Man merkt dem Spiel an jeder Stelle deutlich an, dass es von Gearbox Software entwickelt wurde. Es handelt sich allesamt um verrückte, verschrobene und einfach nur völlig bekloppte Charakter, die sich nicht nur gegenseitig auf die Zwölf geben, sondern sich auch mit flotten und witzigen Sprüchen provozieren.

Die Helden und unterschiedlichen Spielmodi in Battleborn

Im Mittelpunkt von Battleborn steht der Spielmodus „Überfall“, in dem in klassischer MOBA-Manier NPCs über vorgegebene Wege Richtung gegnerischer Basis marschieren und die Spieler mit ihren Charakteren das entscheidende Zünglein an der Waage im Vormarsch sind. Ziel ist es, die gegnerische Basis zu zerstören und dabei die eigene zu verteidigen. In „Schmelze“ gilt es die eigenen NPC-Schergen zum Zentrum der Karte zu geleiten, damit sie sich dort als Opfer für den Maschinengott in die Brennkammer stürzen können – das Team mit den meisten Opfern gewinnt. Im Modus „Verwüstung“ muss man bestimmte Punkte auf der Karte einnehmen und dann auch halten und dabei so viele Gegner wie möglich zu eliminieren. Neben den reinen Mehrspielermodi des Online-Shooters wird es allerdings auch einen Einzelspielermodus geben, der tiefere Einblicke in die Story von Battleborn gibt.

Die Charaktere in Battleborn sind ebenso vielfältig wie die in Overwatch. Jeder 25 angekündigten Helden verfügt über eine einzigartige Waffe, jeweils sechs Fähigkeiten sowie einen individuell anpassbaren Helix-Fertigkeitenbaum. In jedem Match sammelt man Erfahrungspunkte, steigert seinen Charakterlevel und verteilt so bis zu zehn Helix-Punkte. Unter den vielfältigen Charakteren findet man beispielsweise den Katana schwingenden Rath, der sehr agil ist, seine Gegner im Nahkampf mit Wirbelwindattacken malträtiert und ihnen mit Angriffen sogar Leben absaugen kann. Oder Toby – einen kleinen, niedlich anmutenden Pinguin, der sich einen Mech-Kampfpanzer gebaut hat und seinen Gegnern mit Lasern, Minen und weiteren Features seines Kampfanzugs zu Leibe rückt.

Fazit: Welches Spiel soll es sein?

Sowohl Overwatch als auch Battleborn versprechen einzigartige und großartige Multiplayer-Games zu werden, die für uns zu den Spiele-Highlights 2016 gehören, weshalb beide Spiele auf jeden Fall einen Blick wert sind. Wer aber vor allem Elemente von Dota 2, League of Legends und Co. in Multiplayer-Shootern sucht, sollte eher auf Battleborn setzen, das einige Parallelen zu diesen Spielen zeigt. Wer einen eher klassischen missions-zentrierten Online-Shooter mit leichten Rollenspiel- und MOBA-Elementen bevorzugt, den dürfte Overwatch eher überzeugen. Wir können es jedenfalls kaum erwarten, beide Spiele ausgiebig zu zocken und zu sehen, wer sich im Duell Overwatch vs. Battleborn langfristig durchsetzen kann.