CS:GO Stereotypen – Vom Camper bis zum Shot Caller

Games 16.03.2016

In einem Team Game wie Counter Strike muss es eine strikte Rollenverteilung geben. Zusätzlich scheinen gewisse Charakterzüge einfach im Gameplay einzelner Spieler durch. Diese zwei Fakten zusammen genommen sorgten für eine ganze Reihe spannender oder nerviger Stereotypen, die uns in CS:GO immer wieder begegnen.

Der Camper

Da es sich bei Counter Strike um ein sehr taktisches Game handelt und jeder Spieler pro Runde nur ein Leben besitzt, kann der Grat zwischen Camper und strategischem Genie ein sehr schmaler sein. Trotzdem übertreiben es manche Spieler damit, sich einfach an mehr oder weniger strategischen Positionen hinter einer Deckung zu verkriechen und nur zu warten, bis ein Gegenspieler ums Eck kommt. Die Camper nerven manchmal, da sie den sehr dynamischen Spielverlauf von Counter Strike ignorieren bzw. boykottieren. Üblicherweise verteidigen die CTs die zwei Bombenplätze, während die Terroristen eine aggressive Rolle besitzen. Wenn dann die Bombe gelegt wurde, vertauschen sich die Rollen. Das Campen an einem Ort hilft je nach der Situation des Teams nicht unbedingt bei der Erfüllung der Missionsziele. Zusätzlich wird ein Team mit halbwegs guter Kommunikation schnell den Standort des Campers meiden. Obwohl es ziemlich deprimierend sein kann, immer wieder in das Schussfeld des campenden Spielers zu laufen, schadet diese Verhaltenswiese dem eigenen Team auf lange Sicht viel mehr.

Der AWPler

Sehr oft benutzen Camper diese Waffe, aber nicht jeder AWPler muss auch ein Camper sein. Diese Waffe zeichnet sich dadurch aus, dass selbst ein Treffer am Oberkörper eine tödliche Wirkung besitzt. Manche Spieler wollen eigentlich nur damit spielen und diese Beharrlichkeit kann besonders nerven. Die Wirtschaft des eigenen Teams kann nämlich wesentlich eingeschränkt werden, wenn niemals Waffen geteilt werden oder kein Budget für Utility Items bleibt, da sich die AWP doch eher auf der teureren Seite befindet. Weiters werden gut organisierte Gegner den AWPler leicht überrennen, da die Feuerrate sehr gering ist. Darüber hinaus beklagen sich viele Counter Strike Zocker über den eher geringen Skill-Level, den AWPler besitzen. Dieses Vorurteil stimmt zwar nicht immer, aber ein wenig Training mit anderen Waffen schadet bestimmt nicht.

Der Headshotmaster

Anders als der AWPler definiert sich der Headshotmaster keinesfalls durch eine spezielle Waffengattung. Er beweist seine Zielgenauigkeit mit dem Scharfschützengewehr ebenso wie mit der einfachen Pistole. Gerade bei der Verwendung von einfachen Handfeuerwaffen, wie der Glock-18, zeigt sich der Headshotmaster als besonders nützliches Teammitglied. Gerade das Einplanen von Economy Rounds mit wenig Bewaffnung fällt mit diesem Talent im Team viel leichter. Beim kürzlich vergangenen CS:GO Turnier in Katowice haben sich sowohl olofmeister sowie JW als besondere Mitglieder in diesem illustren Club herausgestellt.

Der Shot Caller bzw. Stratege

Aber ein Team braucht noch mehr als gute Schützen, um erfolgreich sein zu können. Gerade wegen der hohen Geschwindigkeit des Spiels können strategische Entscheidungen nicht diskutiert werden. Einer muss trotzdem den Überblick behalten und die richtigen Ansagen machen, während andere die Befehle ohne Debatte ausführen. Dieser Kommandant zu sein erfordert sehr viel Erfahrung. Schliesslich muss anhand geringster Informationen, meist nur kurze Sichtungen von Gegnern oder Rauchgranaten, sofort die generische Strategie entlarvt und eine eigene zum Konter in Sekunden entwickelt werden. Der Stratege muss blitzschnell identifizieren, wie viele Gegner sich an den Bombenplätzen befinden oder auf diese zustürmen. Viel mehr noch muss er aber das ganze Spiel über mehrere Runden planen. Wann reichen Pistolen aus, um dafür in der nächsten Runde bis an die Zähne bewaffnet zurückzuschlagen? All diese Entscheidungen liegen in der Hand des Shot Callers, und selbst wenn er nicht der beste Schütze ist, würde sich wohl kaum ein Game ohne ihn gewinnen lassen.

Das ist nur ein kleiner Auszug aus all den verschiedenen Stereotypen, die sich in Counter Strike bereits seit über einem Jahrzehnt entwickelt haben. Fast jeder besitzt dabei ganz eigene Spitznamen für immer gleiche Verhaltensweisen, aber egal ob ein Stereotyp Grund für Bewunderung oder Anfeindung ist, wir sollten uns alle daran erinnern, dass wir in manchen Games schon Headshotmaster waren und in anderen doch eher Camper.