Games 02.12.2016

Das Konzept der Sammelkarten-Spiele ist keinesfalls neu, aber Hearthstone hat es äusserst erfolgreich digitalisiert. Ursprünglich wollte Blizzard das Game gar nicht entwickeln. Erst als zahlreiche Mitarbeiter nach Feierabend noch in der Firma blieben, um sich in „Heroes of Warcraft“ zu messen, wurde das Potential erkannt. Eine andere RPG-Reihe bietet mindestens so viel Lore wie Warcraft. Die Rede ist natürlich von den Elder Scrolls Legends. Da scheint es nur passend, dass nun auch Bethesda ein Sammelkarten-Game auf den Markt bringt und die kleinen Unterschiede zu Hearthstone bergen einiges an Potential.

Die Spielmechaniken in „The Elder Scrolls:Legends“

Das Grundkonzept sollte Fans des Genres bereits bekannt sein. Beide Spieler bringen mittels Karten Kreaturen mit diversen Angriffs- und Verteidigungswerten ins Spiel. Ausserdem können noch verschiedene Zauber eingesetzt werden. Dann wird versucht durch Angriffe der Diener oder andere Aktionen die Lebenspunkte des Gegners auf Null zu bringen. Diesem Grundprinzip mit Taunt Minions und AoE Spells folgt auch Legends. Aber schon auf den ersten Blick fällt das Konzept der beiden Lanes auf. Das Spielfeld in Legends besteht in der Regel aus zwei Abschnitten. Auf der linken Hälfte wird ganz normal gespielt. Alle Kreaturen, die auf die rechte Hälfte gesetzt werden, besitzen einen Zug lang Verstohlenheit. Andere Minions können erst einen Zug später eine Attacke gegen diese Diener ausführen. Zauber, die im Spiel Aktionen heissen, können die verstohlenen Kreaturen jedoch treffen. Durch diese Zweiteilung ergibt sich eine spannende Dynamik. In Sammelkartenspielen geht es nämlich immer um Tempo. Der Spieler mit den früheren Minions kann immer zuerst entscheiden, wie er angreifen möchte. Durch die zwei Lanes kann sich der andere Spieler jedoch entscheiden, den Kampf um Tempo auf der einen Seite aufzugeben, um auf der anderen Seite des Spielfelds zuerst am Zug zu sein. Aus strategischer Sicht wird so eine ganz neue Dimension eröffnet. Darüber hinaus steigert die Schattenseite die Bedeutung von Taunts enorm. Beide Effekte tragen zu einem control-lastigen Gameplay bei. Genau nach diesem Spielstil suchen viele Gamer, die es leid sind, in Hearthstone nur gegen Aggro-Decks zu spielen.

Mehr Control-Mechaniken in „The Elder Scrolls: Legends“

Jeder Spieler startet mit 30 Lebenspunkten und 5 Runen. Sobald das eigene Porträt Schaden nimmt, gehen diese Runen verloren. Jeweils bei 25, 20, 15, 10 und 5 Leben verschwindet jeweils eine Rune und der Spieler, der Schaden nahm, zieht eine Karte. In Sammelkartenspielen haben es control-lastige Decks immer schwer, da sie die passenden Karten zur richtigen Zeit auf der Hand haben müssen, während Aggro-Decks meist so gebaut sind, dass sich in jedem Zug eine spielbare Karte ziehen lässt. Den Carddraw zu erhöhen, kommt folglich sehr stark den Control-Decks zugute. Ausserdem existieren sogenannte Prophecy-Karten in Legends. Dieser spezielle Effekt erlaubt es dem Spieler, den gegnerischen Zug zu unterbrechen. Sobald eine dieser Karten über eine verlorene Rune gezogen wird, lässt sie sich umgehend ausspielen. So lässt sich die generische direkt blocken, wenn es sich um einen Taunt handelt oder viele Prophecy-Karten verursachen direkt Schaden und können angreifende Minions vernichten. Der Gegner muss sich genau überlegen, wann er tatsächlich „Face geht“ (Schaden am Gegenspieler verursacht). Eine verlorene Rune kann nämlich umgehend das Blatt wenden. Aber trotzdem sind auch schnelle Decks in Legends möglich.

Neue Aggro-Chancen in „The Elder Scrolls: Legends“

Zu langsam und langweilig wird es in Legends ebenfalls nicht. Die zwei Lanes eröffnen auch für aggressivere Spieler einige Möglichkeiten. Einige Karten können gleichzeitig beide Seiten des Spielfelds mit Minions bevölkern. Es handelt sich dabei zwar um recht schwache und kleine Diener, aber der Gegner kann sich mit teuren Taunt Minions meist nur auf einer Seite verteidigen. Ganz gemein sind auch die Decks, welche auf „Wechsel-Effekte“ setzen. Damit können Diener von einer Lane zur anderen hüpfen. Der Gegner hat sozusagen in seine starke Verteidigung rechts investiert und plötzlich wechseln die eigenen Diener nach links, wo kein Taunt steht. Neben den erwähnten Mechaniken sind auch die Support-Karten sehr spannend, die gewissermassen die Hero-Power aus Hearthstone ersetzen. Ausserdem wird ein starker Fokus auf Minions durch zahlreiche Buff-Effekte belohnt. Wer eine wirklich coole Alternative zu Hearthstone sucht, der sollte unbedingt in die derzeitige Open Beta von „The Elder Scrolls: Legends“ hineinschnuppern. Der Einstieg und das Sammeln der ersten Karten fallen übrigens sehr leicht, denn die Arena funktioniert genauso wie in „Heroes of Warcraft“.