Der Weg zum TI 2015 - EU Qualifier

Games 28.07.2015

Neben der Erwähnung der zehn eingeladenen Teams haben wir schon kurz den Regional Qualifier EU analysiert. Selbstverständlich gab es auch für Teams aus anderen Regionen der Welt die Chance sich für das grösste DOTA 2-Turnier in Seattle zu qualifizieren. Die weiteren drei Regionen waren Amerika, China und der SEA Raum (Southeast Asia). Wir werden einen kurzen Blick auf jede dieser Regionen werfen, um diverse Überraschungen zu erkennen, die uns im August auf dem TI vielleicht erwarten könnten.

Regional TI Qualifier SEA

Es ist sehr interessant anzumerken, dass die DOTA 2-Szene leicht anders gestrickt ist als viele andere E-Sports. Südkorea dominiert nämlich nicht so eindeutig, wie dies beispielsweise in Starcraft 2 der Fall ist. Sogar in League of Legends hat das Heimatland des elektronischen Sports seine eigene Liga. In DOTA 2 treten die koreanischen Teams in einer viel grösseren Region um den Einzug nach Seattle an. Trotzdem erkennt ein Multigaming-Fan sofort die koreanische Dominanz wenn er sich das Bracket zum SEA Qualifier ansieht. MVP ist dort nämlich mit einem A Squad und einem B Team vertreten und dieser Clan ging aus einem SC2 Team hervor. Im weiteren Verlauf des Qualifiers umgab diese beiden Mannschaften bald eine Aura von koreanischer Dominanz. So endeten beide Squads im Finale und dort wurde bald der Klassenunterschied zwischen A und B klar. MVP.Hot6 konnte sich sehr souverän mit 3 zu 1 ein Ticket für die Westküste der USA sichern. Der zweite Roaster darf aber auch gleich mitfliegen um in den Pre-Playoffs um einen der Plätze zu kämpfen. Trotzdem lässt diese MVP Doppel-Dominanz ein wenig Zweifel an der Klasse der gesamten Region aufkommen.

Regional TI Qualifier Amerika

Amerika wird von vielen als die stärkere Zone als Korea (in DOTA 2) angesehen und die Teilnehmer am Regional Qualifier unterstreichen diese Einschätzung. Root Gaming, Void Boys, Not Today, mousesports und North American Rejects stellen alle bekannte und starke Squads. Die Games im Qualifier spiegelten dies ebenfalls wieder. Es handelte sich vielleicht in Amerika um das knappste Turnier für die zwei Plätze im Bundesstaat Washington – zumindest konnte sich die Spannung mit der Region China messen. Das Finale ging zwar 3 zu 0 aus, aber in Sachen Skill-Verteilung waren die Match-ups selten sehr eindeutig. Leider wurde im ersten Finalgame wohl auch ein Rekord für die meisten Pausen des Qualifier aufgestellt. Complexity konnte sich letztendlich aber auch gegen diese Schwierigkeit durchsetzen. Es bleibt aber doch zweifelhaft ob sich die beiden qualifizierten Teams auf dem TI 2015 wirklich einen Namen machen können, denn die grössten amerikanischen Talente befinden sich wohl in den Teams Evil Geniuses und Team Secret (dort vereinen sich mehrere Top-Spieler aus verschiedenen Regionen). Die chinesische Konkurrenz wird es den anderen amerikanischen Teams, ohne Top-Roaster, nicht leicht machen.

Regional TI Qualifier China

Die vergangenen International haben eine chinesische Dominanz mehr als bewiesen. Der klare erste Platz von Newbee im Jahr 2014, der Sieg von Invictus Gaming im Jahr 2012 und viele Top 4 Platzierungen von LGD Gaming, Team DK oder TongFu stellen unbestreitbare Argumente für diese Behauptung dar. Aber nachdem vier Top-Teams schon direkt eingeladen wurden, kann es da noch genug Potenzial für die Qualifier geben? Wenn schon in den Runden vor dem Finale Moves wie Tosses auf Felsvorsprünge gezeigt werden, dann muss diese Frage eindeutig mit einem Ja beantwortet werden. Schon die Fights zwischen Wings und Energy Pacemaker waren ein Genuss bezüglich Timings und keiner der beiden Teams hat es ins Finale des Qualifiers geschafft.

Im ersten Finalspiel zwischen den ganz alten TI-Veteranen EHOME und CDEC stand es schon nach neun Minuten 8 zu 2 in Kills. Es war also klar, dass sich ein Gemetzel ankündigte. Am Ende des ersten Spiels stand es 24 zu 37 und beide Teams waren streckenweise in der Defensive. Das zweite Game überraschte mit einem sehr schnellen Ende, nachdem die Teams über weite Strecken auf sehr ähnlichem Niveau spielten. Im dritten Spiel konnte CDEC noch einen Punkt erringen. In Game 4 errang EHOME jedoch den entscheidenden Sieg, aber das Spiel kippte auch erst rund um die 25 Minuten-Marke. Das Gameplay war von beiden Finalisten herausragend schnell und definiert. China hat also noch mehr Skill, als direkt eingeladen wurde, zu bieten.

Zusammenfassend könnten vor allem die TI Veteranen wieder für Überraschungen sorgen. EHOME und Na'VI scheinen in sehr guter Form nach Seattle zu reisen, um sich einen Teil des Preispools von weit über 10 Millionen US-Dollar zu sichern.