Die CS:GO ESL Pro League Season 3 Finals

eSports 17.05.2016

Nach einigen Wochenenden voller DOTA 2 Action wurde es wieder einmal Zeit für ein paar epische Counter-Strike Plays und nichts Geringeres lieferten uns die ESL Pro League Season 3 Finals in London. Die erste grosse Überraschung war wohl der Bruch der Fnatic Dominanz. Die Gewinner der letzten Premier Events mussten sich im Halbfinale den Skills von G2 Esports geschlagen geben. Nach der Serie von Triumphen, die bis zurück zum legendären ESL One Köln Finale und sogar noch weiter zurück reicht, mussten sie sich diesmal geschlagen geben. Aber vielleicht erwartete uns gerade deshalb ein äusserst spannendes Finale.

Luminosity Gaming vs. G2 Esports

Im ersten Match dieses Best of 5 schien G2 Esports noch auf der Erfolgswelle zu reiten, die es erlaubte über Fnatic zu triumphieren und das Finale überhaupt zu erreichen. Sehr viel spannender wurde es dann auf der zweiten Karte Train. Als Counter Terrorists konnte Luminosity sehr eindeutig mit 11 zu 4 in Führung gehen. Doch nach dem Wechsel legte ScreaM einige beeindruckende Runden hin. Mit Triple- und Quad-Kills brachte er das französische Team gefährlich nahe an den Sieg heran. Erst als es schon 14 zu 13 stand und das Comeback perfekt schien, drehten die Brasilianer nochmal auf und schafften knapp den Matchpoint, der mit tobenden Applaus der Fans belohnt wurde. Der Ausgleich war geschafft und das Finale verwandelte sich in ein Best of 3.

Auf Cobblestone musste einer der beiden Teams in Führung gehen. Schon die ersten Runden zeigte, wie sehr auf Augenhöhe sich die beiden Teams am vergangen Wochenende befanden. Nur das Eingehen von grossen Risiken konnte in dieser Situation zum Sieg führen. G2 Esports erkannte dies und konnte mit einem frühen Buy gut als Counter Terrorists mithalten, obwohl die Map eher leichter für die Terroristen ist. Mit sehr taktischer Budgetverwaltung verhinderten die Franzosen eine zu eindeutige Führung von Luminosity Gaming. Trotzdem wehrten sich die Brasilianer auch in der zweiten Hälfte verbissen. Selbst nach dem dominanten Counter Terrorist Play sollte G2 Esports noch einige Zeit um den Sieg auf der dritten Karte bangen müssen. Aber am Ende reichte der Vorsprung dann doch. G2 Esports konnte 2 zu 1 in Führung gehen.

Auf Dust II besass G2 die Möglichkeit den Sack zuzumachen und den Titel zu sichern. In den ersten Runden schien es auch genauso auszugehen. Doch von den Anfeuerungen des frenetischen Publikums und dem individuellen Skill getragen, kämpfte sich LG zurück in die Karte und mit einem Sieg auch zurück in die ganze Finalserie. Die Counter-Strike Fans bekamen ein Game 5 zu sehen, in dem sich alles entscheiden sollte.

Die finale Schlacht sollte auf der wohl berühmtesten Global Offensive Map Inferno ausgetragen werden. Luminosity ging sehr schnell in Führung. Nur mit wesentlichen Vorteilen in Sachen Ausrüstung konnten die Franzosen einzelne Runden sichern. In Sachen Skill begann der Unterschied jedoch immer grösser und grösser zu werden. Vielleicht schlug auch die Müdigkeit bei G2 Esports etwas zu. Aber der Wechsel auf die Terrorist Seite sollte nochmal die letzten Kräfte mobilisieren. G2 Esports holte beeindruckend auf und konnte auf 10 zu 10 ausgleichen. Ausserdem wurde der Spieler ScreaM, von G2 Esports, als MVP (Most Valid Player) von dem Publikum ausgezeichnet. Dieser Award wurde von paysafecard presented. Ab diesem Punkt hatten sogar die kleinsten Mindgames grosse Bedeutung. Würde eine Mac 10 ausreichen, da die Gegner eine Doppel-Eco Runde einwerfen würden? Welches Versteck würde die Feinde wirklich überraschen?

Selbst auf diesem höchsten Niveau des Wettbewerbs schien der Schlagabtausch der beiden Teams auf Augenhöhe statt zu finden. Auf den kleinsten Sieg konnte direkt die nächste Niederlage folgen. Ganz einem grossen Finale würdig, näherten sich die Pros mit beinahe gleicher Geschwindigkeit dem wichtigen 16. Punkt und damit dem Titel. Auf jeden kleinen Vorsprung folgte schnell der wichtige Ausgleich. Runde 25 war dann wohl eine der wichtigsten Partien, die von diesen zwei Mannschaften in der letzten Zeit gespielt wurde. Nach kurzem Lauern und einem explosionsartigem Zusammenstoss ging LG als Sieger hervor. Aber trotz der zerstörten Economy von G2 würde sich die Entscheidung doch erst in der Overtime und mit einem 19. Punkt ergeben. Nichts schenkten sich die Teams und keinen Zuschauer hielt es in deisem epischen Finale auf dem Sitz. Doch am Ende konnte sich brasilianisches Talent endlich einmal bis zum Ende durchsetzen. In den letzten Turnieren warteten die treuen Fans vergeblich auf diesen Sieg, der verdienter für Luminosity Gaming nicht sein könnte.