ESL One Köln Recap

eSports 25.08.2015

Kurz nach der Gamescom schaut die E-Sport Welt wieder nach Köln. Diesmal für das grösste CS:GO Turnier bis zum heutigen Tage. ESL One Cologne kann als die Weltmeisterschaft und damit als das wichtigste Turnier in Counter Strike bezeichnet werden. Da verwundert es kaum, dass die besten Teams der Welt antraten und sich in blitzschnellen Schlachten das Äusserste abverlangten. Es ging um die schnellsten Reflexe, rasche Adaption von Taktiken und natürlich Zielgenauigkeit, aber ebenso um eine denkwürdige Show für die zahlreichen Fans in der LanXess Arena – diese wurde unbestreitbar geboten.

Die Stimmung auf der ESL One Köln

E-Sport hat sein schnelles Wachstum den loyalen und unvergleichlichen Fans zu verdanken. Das Counter Strike Turnier in Köln war ein beeindruckendes Beispiel für diesen Fakt. Solch enthusiastische Fans sieht man selten.

Die Veranstalter und die Teams haben dies mehr als erwidert. Die gesamte Inszenierung mit dem Einmarsch der Teams, der Gestaltung der Bühne, den Fan-Sektoren und der Energie des Publikums summierten sich zu einer Show, die noch ihres Gleichen zu suchen hat.

Die einzelnen Teams hatten ihre eigenen Bereiche. Vor allem das polnische Team Virtus.Pro wurde in einer Manier unterstützt, die einem Fussball-Spiel um nichts nachsteht. Da ist es gar nicht verwunderlich, dass es an manchen Punkten etwas emotional wurde und ein Team einige „Buuh Rufe“ kassierte. Aber es ist letztendlich absolut klar, dass mit ein wenig Hilfe von VP.Taz, der Respekt für das ausgezeichnete Gameplay überwog und sich trotz verschiedener Lieblingsmannschaften alle hinter ein Ziel stellten: Eine grossartige Zeit mit erstklassigem E-Sport zelebrieren!

Counter Strike auf höchstem Niveau

Über das gesamte Event hinweg konnten wir hervorragendes CS:GO auf Weltklasse Niveau bewundern. Die Spiele in den Gruppenphasen bestätigten zwar schnell die Rolle der Favoriten und es erreichten auch alle prophezeiten Teams die Playoffs, aber ab da sollte es schrittweise spannender werden. Nur Na'Vi schien etwas zu schwächeln und präsentierte sich nicht in gewohnter Top-Form.

Ähnlich eindeutig präsentierten sich zwar auch die Quarterfinals, aber die Fans wussten, dass sich spätestens ab dem Halbfinale nur mehr die weltweiten Top Teams erbitterte Schlachten liefern würden.Manche Plays warfen Fragen auf, wie solch eine Reaktion überhaupt menschenmöglich sein kann.. Ab der Round of 4 gab es für viele keinen wirklich klaren Favoriten mehr.

Im ersten Semifinale zwischen Team Solo Mid und Team EnVyUS, stellte sich schnell die Klasse der Franzosen (EnVyUS) heraus und gerade durch individuell starkes Play, in dem sogar Support Spieler Kill und Death Rekorde aufstellten, wurden die französischen Fans mehr und mehr angeheizt. Im zweiten Spiel konnte Team TSM zwar einen sehr eindeutigen Sieg hinlegen, aber das war der Map geschuldet, auf der TSM wahrscheinlich das beste Team ist. Dieser Vorteil bestand für das dritte Game jedoch nicht mehr und auf dieser Karte liessen die Franzosen nichts mehr anbrennen.

Fnatic vs. Virtus.Pro war das nächste Highlight und es war klar, dass der Sieger von einem starken Gegner im Finale erwartet werden würde. Das polnische Team startete gewohnt aggressiv Spieler auf die sich Fnatic normalerweise verlassen konnte, wie olofmeister (vielleicht der beste Counter Strike Player der Welt) blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Eher Player wie KRIMZ retteten einige Runden, aber für die erste Map reichte es keinesfalls. Im zweiten Spiel schwächelte Fnatic ebenfalls stark und trotz einem grossen Rückstand mit CT konnte das schwedische Team denkbar knapp den Sieg einfahren. Das war unter Umständen der moralische Bruch für Virtus.Pro und deren Fans, denn auf der dritten Karte fehlte die zuvor gesehene Klasse dann doch etwas. Da scheint es nachvollziehbar, dass die massiv gefüllte Virtus.Pro Fan-Sektion ihrer Enttäuschung etwas Luft verlieh. Doch wie bereits angesprochen bewies Taz unglaublichen Sportsgeist und beruhigte die eigenen Fans. Obwohl Fnatic diese Ablehnung als so dominantes Team in einem sehr emotionalen E-Sport schon kannte, muss diese Geste sehr ehrfürchtig erwähnt werden. Das Finale konnte kommen.

Die französischen Fans befanden sich auch in diesem Match-up (Fnatic vs. Team EnVyUS) und trugen ihr Team auf Wellen der Begeisterung durch die erste Karte. Zumindest bis kurz vor Ende, denn bei einem Punktestand von 14 zu 9 für EnVyUS auf der CT Seite griff plötzlich der Trainer von Fnatic ein. Die Kommentatoren kritisierten dieses späte Time-out, doch das taktische Genie von vuggo setzte sich durch und das Team rund um olofmeister spielte sich mit absoluter Brillianz zu einer Verlängerung und entschied die Karte und dann auch das Finale für sich. Fnatic triumphierte erneut und die Fans aller Teams bezeugten mit Beifall ihren Respekt.

Das grösste CS:GO Turnier bis dato

Das gesamte Event mit der verrückt guten Show, den Expo-Bereichen, den Top-Teams und vor allem den Fans, welche die Halle zum Brodeln brachten, bezeugt die Passion der gesamten Community für Counter Strike und für E-Sport und dem können wir uns nur anschliessen. Da zeigen „Buuh Rufe“ aus Leidenschaft und der sofortige Beweis von fairer Sportlichkeit nur die mitgebrachte Begeisterung und auf welchem hohen Niveau sich der elektronische Sport heute schon befindet.