Gaming Charaktere - Unsere liebsten Alter Egos

Games 26.01.2016

Wir steuern sie durch das Weltall, durch die Tiefen der Hölle oder vielleicht nur durch schöne virtuelle Landschaften. Gerade charakterreiche Spielreihen, wie Final Fantasy VII, führen den Gamern immer wieder vor Augen, dass sich jeder gerne mit einer ganz bestimmten Spielfigur identifiziert. Der eine sieht sich als bulliger Barret, während andere sich lieber in den düsteren Vincent hineinversetzen oder doch eher für einige Lacher sorgen wollen, wie es Cait Sith regelmässig gelingt. Andere Videospiele bieten noch viel mehr Gaming Archetypen und in so manchem Spiel gehört es sogar zum Gameplay, möglichst hautnah in die selbst geschaffenen Charaktere zu schlüpfen.

Die meist gesehenen Gaming Charaktere

Jedes Halloween und Faschingsfest zeigt uns sehr farbenprächtig, welche Gaming Charaktere unsere derzeitigen Lieblinge sind und in welchen Alter Egos wir uns gerne sehen. Einen absoluten Dauerbrenner und vielleicht das beste Ventil für den alltäglichen Wahnsinn bietet uns die Haut des Jokers. Kaum eine Kostümparty kommt ohne den Clownprinzen des Verbrechens oder seine bessere Hälfte Harley Quinn aus. Wir schlüpfen gerne in das weisse Make-up mit den roten Lippen und den grünen Haaren, um ein wenig verrückte Freiheit zu erleben – sei es auch nur für eine Nacht.

Das Beispiel Joker zeigt auch welchen Reiz bestimmte Videospiel-Charaktere auf uns ausüben können. Es geht um Freiheiten, die wir uns in unserem realen Leben manches Mal herbeisehnen. Unsere liebsten Charaktere verkörpern genau diese Grenzenlosigkeit und deshalb haben wir sie wahrscheinlich so gern. Sie sind manchmal so verrückt, wie wir es gerne wären, oder so witzig, wie wir es uns wünschen würden. Die Charaktere in diesem ersten Teil wurden genau nach diesem Kriterium ausgewählt.

Ein weiterer unsterblicher Star ist Link aus Zelda. Der unerschrockene Abenteurer spricht zwar wenig, hat uns aber schon durch so viele Paläste, Verliese und sogar durch die Zeit selbst geführt. Gerade so mancher Stadtmensch möchte hin und wieder die Weiten von Hyrule selbst erleben. Genau dafür stehen die Elfenohren und das moosgrüne Outfit auf der nächsten Party.

Nur ein Kostüm ist vielleicht zeitloser als Joker oder Link – der Cowboy. Dieses Game versetzt uns in die so oft glorifizierten Weiten des Wilden Westens und der Charakter selbst zeigt, wie Coolness unter brütender Hitze aussieht. Wir sprechen natürlich von John Marston aus Red Dead Redemption und nicht nur Charlton-Heston-Fans müssen zugeben, dass dieser Charakter einige Phantasien anzuregen weiss.

Characters breaking the 4th wall

Sehr spannend wird es jedoch auch, wenn wir die Gaming Charaktere nicht in unsere Realität holen wollen, sondern viel lieber die vierte Wand zur Action durchbrechen und uns möglichst authentisch in das Videospiel begeben wollen. Jede mögliche Charakter-Adaption in Rollenspielen dient diesem Zweck, aber zwei Games, welche in diesem Blog schon das eine oder andere Mal genannt wurden, leben praktisch nur von diesem Konzept.

Das ganze Spielprinzip von „The Sims“ basiert auf der Vermischung von Realität und virtuellen Welten. In dem Game sollen wir alle täglichen Aufgaben eines realen Menschen ausführen. Dabei wäre es natürlich empfehlenswert, wenn der gespielte Charakter einen besonderen Platz im Herzen des Zockers hat. Manchmal gehört es zwar zum Gameplay, dass der Avatar gehasst wird, aber das erfordert auch ein bestimmtes Mass an „Love to Hate“.

Eine ganz besondere Beziehung entwickelt sich jedoch zu den Charakteren in „X-COM Enemy Within“. Jeder der Soldaten kann individuell benannt und gestaltet werden. Trotzdem vermittelt die langsame Entwicklung, vom Rookie bis zum Veteran mit Genmodifikationen und PSI-Fähigkeiten, eine besondere Tiefe. Die einzelnen Einsatzkräfte wachsen einem mit jeder Mission mehr ans Herz und wenn im Ironman Mode ein erfahrener Mitstreiter fällt, dann ist dies oft Grund genug für eine besinnliche Trauerminute. Ausserdem erstarrt oft der Spieler selbst in Ehrfurcht, wenn er gegen Ende der Kampagne das bestens ausgebildete Team in den Skyranger einsteigen sieht. Kein Alien will der kampferprobten Sturmeinheit begegnen, die nur der Scharfschützin Sicht gibt, welche mit gezielten Schüssen einen Ausserirdischen nach dem anderen eliminiert.

Die wenigsten wollen sich zwar inmitten einer realen Alien-Inversion versetzt sehen, aber die Liebe zu besonders individuellen Gaming Charakteren, deren Geschichte sich langsam vor den Augen des Gamers entfaltet, sucht tatsächlich ihresgleichen.