Games 14.03.2017

Die guten alten Strategiespiele haben heutzutage einen schweren Stand. In den 90er- und 00er-Jahren gehörten Serien wie Command & Conquer, Warcraft und Age of Empires zu den beliebtesten Computerspielen überhaupt. Mittlerweile haben ihnen die sogenannten MOBAs (Multiplayer Online Battle Arena) wie Dota2 und League of Legends den Rang abgelaufen. Vermutlich liegt das auch an der Schwerpunktverlagerung vom Aufbau von Basen und dem Ressourcenmanagement hin zu schneller Action, einem Avatar und Teamplay. Das US-Entwicklerteam Sparky Pants versucht nun, mit Dropzone beide Genres miteinander zu verbinden und die jeweiligen Vorzüge in einem Spiel zu kombinieren. Ob das gelingt, was von welchem Genre übrig bleibt und wie das Spiel funktioniert, klären wir im Dropzone-Review.

Dropzone verspricht sowohl Strategie als auch schnelle Action

Die Entwickler selbst bezeichnen Dropzone gerne als Echtzeit-Strategiespiel der nächsten Generation, was dank ungewöhnlichem Prinzip und Spielmodus sogar ganz zutreffend ist. In Dropzone treten keine Teams gegeneinander an, sondern die Kämpfe werden klassisch eins gegen eins ausgetragen. Dennoch ist viel los in den Arenen, denn jeder Spieler steuert statt eines Helden gleich drei Einheiten, die sogenannten Piloten inklusive ihrer Kampfroboter. Im Vergleich zum klassischen Strategiespiel, bei dem man mitunter Hunderten von Einheiten gleichzeitig Befehle gibt, ist das natürlich noch wenig, aber durch die Spezialfähigkeiten und unterschiedlichen Rollen der Piloten entsteht eine frische Dynamik, die das Beste aus MOBA und RTS vereint. Das Ziel des Ganzen ist es, Energiekerne aus Alien-Nester zu sammeln. Um die Kerne in Siegpunkte umzuwandeln, müssen sie in der Mitte der Karte hochgeladen werden, was 10 Sekunden in Anspruch nimmt. Ist der Upload erfolgreich, gibt es einen Punkt. Wer nach dem 15 Minuten dauernden Match die meisten Punkte hat, gewinnt die Partie. Um das ganze spannender zu gestalten und immer wieder Scharmützel zu provozieren, kann man auch den Kernträger des Gegners ausschalten und sich die Punkte einfach selbst unter den Nagel reissen. So entflammen in den kurzen Runden immer wieder aufs Neue erbitterte Kämpfe um Kerne und Punkte, die durch zusätzliche Bonusziele noch einmal an Spannung gewinnen. So gibt es Bonuspunkte, wenn ein Spieler alle sogenannten Vision Towers, die die Karte aufdecken und Gegnerbewegungen zeigen, erobert oder besonders mächtige Alien-NPCs aufs Korn nimmt.

Viele Strategien führen zum Sieg

In Dropzone sind immer wieder neue Strategien, Aufteilungen und Herangehensweisen gefordert. Wer möglichst schnell Energiekerne sammelt, ist am Ende nicht unbedingt der Sieger. Durch die zusätzlichen Missionsziele lassen sich beispielsweise auch kurz vor Ende des Matches noch ausreichend Punkte sammeln, um das Ruder herumzureissen. So wird das feste Rundenlimit von 15 Minuten zu einem taktischen Faktor, denn man kann sich seine Strategie in Dropzone in einen zeitlichen Rahmen einteilen. Durch das Vernichten der Alien-Nester sammeln die eigenen Avatare Erfahrung, die sich die drei Charaktere teilen, sprich: Pro errungenem Level-up darf nur ein Charakter aufgewertet werden. Wer seine Recken erst einmal levelt und seinen Gegner nur ab und an am Punktesammeln hindert, hat am Ende vielleicht den entscheidenden Stärkevorteil, um das Spiel für sich zu entscheiden. Durch die Möglichkeit, seine Avatare auch aufzuteilen und so einer oder mehreren Aufgaben gleichzeitig nachzugehen, werden nicht nur taktisches Geschick und Anpassungsfähigkeit vom Spieler gefordert, sondern auch Geschwindigkeit und ausgeprägte Multi-Tasking-Fähigkeiten.

Die Lieblingshelden in Dropzone immer weiter verbessern

Im Gegensatz zu Dota oder LoL hängen die Fähigkeiten der Piloten in Dropzone von ihrer Ausrüstung ab. Ausrüstungsgegenstände werden zwischen den Matches verwaltet und können im laufenden Gefecht nicht mehr angepasst werden. Es lassen sich dutzende Kombinationen als Loadout erstellen, von denen man mehrere speichern kann. Des Weiteren kann der Roboter jedes Piloten an den eigenen Spielstil oder eine bestimmte Taktik angepasst werden. So lassen sich die Bewaffnung, die Schutzhülle, Unterstützungsfähigkeiten sowie Werkzeuge und die ultimative Fähigkeit aufrüsten und auswechseln. Über sogenannte Software-Slots kann man aber auch aus einer Vielzahl passiver Fähigkeiten und Attribut-Boni wählen. Der Clou: Jeder Gegenstand hat eine gewisse Level-Anforderung und wird erst im laufenden Match aktiv, wenn der Pilot die entsprechende Stufe erreicht hat. Bis dahin laufen die Helden mit High-Level-Ausrüstung quasi nackt herum und können die Gegenstände nicht nutzen. Man muss also immer abwägen, ob viele mächtige Gegenstände zur Strategie passen, ob eine frühe Teilnahme am Kampfgeschehen sinnvoll ist oder ob die Piloten hinsichtlich ihrer Ausrüstung unterschiedlich bzw. individuell gewichtet werden sollen. Apropos Piloten: In Dropzone gibt es derzeit sechs unterschiedliche Piloten, die ganz eigene Rollen erfüllen. Vom klassischen Tank, über Support und Damage Dealer bis hin zu Hybridklassen.

Dropzone ist kostenlos – also unbedingt ausprobieren!

Fans von Strategiespielen und MOBAs sollten sich Dropzone auf jeden Fall einmal anschauen. Die Mischung der beiden Genres ist motivierend und erfrischend anders. Wer sowohl Dota, LoL und andere Arenen als auch klassische Strategiespiele wie Starcraft gespielt hat, wird sich schnell mit dem Prinzip anfreunden. Für die kurzen und rasanten Matches kann man unzählige verschiedene Strategien entwickeln, die sich nicht nur im laufenden Spiel improvisieren und umsetzen, sondern mit dem richtigen Loadout auch planen lassen. Die Einstiegsschwelle ist dank Free-to-Play-Modell angenehm niedrig, sodass sich jeder selbst ein Bild von Dropzone machen kann. Um das Spiel zu finanzieren, kann man sich Upgrades für seine Mechs sowie kosmetische Veränderungen der Kampfmaschinen kaufen. Die Spielbalance bleibt davon jedoch unangetastet, da Ausrüstung ohnehin erst beim entsprechenden Level aktiv wird und es in erster Linie auf eine funktionierende Strategie sowie schnelle Reflexe ankommt.