Let’s Player – Spielend zum Millionär

Games 20.11.2015

In den 80er Jahren hätten sich wohl weder Emmett Brown noch Marty McFly ausmalen können, dass es im Jahr 2015 Millionäre gibt, die ihr Vermögen einfach nur durch öffentliches Zocken angehäuft haben. Damals kosteten Videospiele in den Arcades nur Geld und spülten es in die Kassen der Spielhallen-Betreiber und Entwickler. Wir leben unbestreitbar in einer merkwürdigen Zukunft. Aber wie cool sind Zeiten, in denen sich Kinder nicht mehr nur wünschen Astronauten oder Feuerwehrmänner zu werden, sondern auch sagen können: „Ich will Let's Player werden, wenn ich einmal gross bin!“

Die reichsten Let's Player laut Forbes

Vor kurzem veröffentlichte das Magazin Forbes einige Zahlen zu populären YouTubern und Let's Playern. Bei einem ersten Anblick braucht sich niemand für ein kurzes ehrfürchtiges Staunen schämen. Auf den zweiten Blick wird klar, dass Gaming durchaus eine Investition in eine lukrative Zukunft sein kann.

Hinweis: Die Vermögenswerte wurden anhand verschiedenster Marktstudien und Kennzahlen geschätzt! Es handelt sich also nur um ungefähre Zahlen!

PewDiePie – 12 Millionen US-Dollar

Selbst für Gamer, die nicht zu den über 40 Millionen Abonnenten gehören, sollte dieser Name spätestens seit der South Park Folge #REHASH (Hashtag „Aufwärmen“) ein Begriff sein. Wenn sogar Kyles kleiner Bruder Ike zu den eigenen Fans gehört, dann darf angenommen werden, dass dieser Let's Player aus Schweden einiges richtig gemacht hat. Den Grundstein für seine Karriere legte übrigens eine Videoserie zu Amnesia: The Dark Descent. Vielleicht handelt es sich dabei um eines der ersten Spiele, die beim Zusehen fast noch mehr Spass machen als beim eigenen Zocken. Der Gruselfaktor steigert sich nämlich beim hilflosen Beobachten der Action und es kann wunderbar mit dem Let's Player mitgefiebert werden, während er durch die verschiedensten Höllen menschlicher Kreativität läuft. Also unabhängig davon, ob man PewDiePie liebt oder hasst, er hat Respekt dafür verdient, die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Die Belohnung ist der YouTube Kanal mit den weltweit meisten Abonnenten.

Smosh – 8,5 Millionen US-Dollar

Dieses Comedy Duo kommt eher aus der musikalischen Ecke, wobei die Verbindung zu Games immer schon unbestreitbar war. Den ersten grossen Online-Hit landete schliesslich ein Musikvideo zu Pokémon. Sehr bald folgten unterschiedliche Sketches, welche sehr oft Gaming Themen ansprechen. Seit einigen Jahren gibt es auch Smosh Games. Ein Sub-Kanal des grösser gewordenen Teams, auf dem sich viele coole Inhalte finden wie blinde Let's Plays von Super Mario und amüsanter Minecraft Content.

Fine Brothers Entertainment – 8,5 Millionen US-Dollar

Ein ebenfalls spannendes Gaming Format liefern diese zwei Brüder und teilen sich damit Platz 2 mit Smosh. Sie lassen andere zocken und nehmen deren Reaktionen auf. Gerade bei etwas schrägen Games wie „I am Bread“ entsteht nicht nur Verwirrung, sondern auch der eine oder andere unbezahlbare Kommentar. Der Gaming Sektor stellt zwar nur einen sehr kleinen Bereich des gesamten Entertainment Angebots dar, aber mit Platz 2 auf der Forbes Liste und den wirklich unterhaltsamen React Let's Plays dürfen sie auch bei unserer Aufzählung nicht fehlen.

Wege zum prominenten Let's Player

Nach den ersten neidischen Blicken stellt sich natürlich die Frage, wie der eigene Name in absehbarer Zukunft auf dieser Liste erscheinen könnte. Viele denken nämlich, es wäre schon zu spät bei dieser Konkurrenz entsprechende Popularität zu erreichen. Aber den einzigen Vorteil, den die frühen YouTuber hatten, war dass sie nicht lange über ihre Einzigartigkeit nachdenken mussten. Da es keine Konkurrenz in den ersten Tagen gab, waren sie schon durch das einfache Erstellen von Content einzigartig. Mittlerweile müssen sich aber auch bewährte und berühmte Let's Player Gedanken darüber machen, wie sie „unique“ bleiben. Dieser Begriff beschreibt den besten Rat zum Start einer YouTube Karriere. Bei der Suche nach dieser Einzigartigkeit darf nicht nur an die besten Liga-Wertungen oder die höchsten APM gedacht werden, sondern weit über den Tellerrand hinaus. Das Internet hat schliesslich schon fast alles gesehen, ausser vielleicht einen 100-jährigen Streamer, der League of Legends spielt! Wenn die Kreativität dann zugeschlagen hat, geht es nur mehr um eine bestimmte Regelmässigkeit, denn eine Fan-Basis baut sich nicht über Nacht auf.