LoL Worlds 2015 – Die Gruppenphase

eSports 27.10.2015

Der Oktober steht im Zeichen der League of Legends World Championships in vielen Städten Europas (Paris, London etc.). Dabei stellten sich LoL Fans zum Start der Gruppenphase viele brennende Fragen. Welche Teams haben sich während der Bootcamps in Korea wesentlich verbessert? In welcher Form würden die Spieler antreten? Wie werden sich die Favoriten schlagen? Welche Region wird die Weltmeisterschaft dominieren? Wie werden die gezeigten Strategien die Meta verändern? Nach der Gruppenphase und kurz vor den Finals kennen wir einige der Antworten auf diese Fragen und wollen diese selbstverständlich niemandem vorenthalten.

Der Clash der Regionen

Über das Jahr hinweg messen sich die fünf Hauptregionen China, LMS (Taiwan, Hongkong und Macao), Korea, Europa und Nordamerika eher unter sich, um Punkte für die Reise zu den World Championships zu sammeln. Deshalb wird es im Herbst des LoL Jahres immer spannend, welche Liga tatsächlich das höchste Skill-Niveau aufweist. Traditionell gehört das koreanische Gebiet und damit deren Teams zu den Favoriten. Die Experten schätzten vor den Worlds die chinesischen Vertreter (inkl. Region LMS) ebenfalls sehr stark ein. Fnatic mit dem beinahe perfekten Run im europäischen Summer Split durfte aber auch keinesfalls unterschätzt werden. Gerade Day 1 der Gruppenphase wurde also mit viel Neugierde erwartet. Wie würden sich die einzelnen Teams nach der Trainingspause präsentieren?

Eine Geschichte von Dominanz und zu hohen Erwartungen

Vor allem zwei Teams liessen nach dem ersten Tag keine Zweifel zu, dass ihr Ziel einzig und allein der Titel und nicht weniger sein würde. SK Telecom T1 aus Korea und Fnatic aus Europa wirkten gegen ihre Gegner H2K und Invictus Gaming beinahe unverwundbar. Durch den überraschenden Sieg von Cloud 9 gegen ahq (Top Qualifikant aus LMS) zeigte das amerikanische Team, wie sehr es sich durch den zurückgekehrten Hai verbessert hatte und viele Fans und Analysten zweifelten plötzlich an der chinesischen Stärke.

Für das Top Team aus Korea und die Champions aus dem Jahr 2013 schien die Gruppenphase im weiteren Verlauf nur ein leicht verdauliches Frühstück darzustellen. SK Telecom T1 beendete diesen Teil des Turniers mit einer makellosen Wertung von 6 zu 0. In der Gruppe A dominierten die asiatischen Teams Flash Wolves (LMS) und KOO Tigers (Südkorea) nicht ganz eindeutig, aber klar genug. Das amerikanische Team Counter Logic Gaming, welches zu den besten in Nordamerika zählt, und das brasilianische Wildcard-Team paiN Gaming konnten nur wenige Punkte bzw. Siege in der Gruppe erringen.

In Gruppe D setzen sich KT Rolster (Korea) und Origen (Europa) ebenfalls mit wenig Mühe durch und liessen das chinesische Team LGD Gaming und die amerikanischen Vertreter Team SoloMid weit hinter sich. Alle Augen richteten sich nun auf die Gruppe B. Fnatic begann trotz sehr knapper Games plötzlich zu straucheln. Cloud 9 stellte die letzte Chance für ein amerikanisches Team im Viertelfinale und würde es zumindest ein zweites chinesisches bzw. LMS Team in die Knock-Out Phase schaffen (ahq oder iG neben Edward Gaming)?

Von Träumen und Alpträumen – Die Gruppe B

In den ersten Tagen der Gruppenphase dominierten Fnatic und Cloud 9, während ahq und iG kaum auf den Rift kamen. Zur Verteidigung der fernöstlichen Teams muss angemerkt werden, dass sie die längste Pause hatten und noch nicht so ganz bei der neuen Meta angekommen waren. All das änderte sich aber durch den Sieg von ahq gegen Fnatic, der fast aus dem Nichts kam, nachdem FNC fast das komplette Spiel dominierte. iG konnte dann einen Sieg gegen die „quasi Landsleute“ von ahq einfahren und Cloud 9 triumphierte gegen das Nummer 1 Team aus Europa. In den folgenden Spielen wurde es noch verrückter da fast jedes Team den Sieg an den Gegner aus der ersten Hälfte der Gruppenphase zurück gab (ahq wins against iG, Fnatic wins vs. Cloud 9 und ahq wins vs. C9). Das Rematch zwischen den Day 1 Rivalen Fnatic und iG konnte die ganze Gruppe in einen absoluten Gleichstand bringen (4-way Tie). Die Lokalmatadoren hatten also eine enorme Last auf ihren Schultern und die Fans spürten dies in keinem geringeren Ausmass.

Das Team rund um den Kapitän YellOwStaR hatte jedoch einen grossen Vorteil und dieser manifestiert sich regelmässig auf dem Rift in Form des Barons. Fnatic nutzte diese Stärke und konnte damit den Sieg einfahren und potentiell sogar noch diese umkämpfte Gruppe gewinnen.

Jetzt ging es aber noch darum, ob es ein Nordamerika-Team in die nächste Turnierphase schaffen würde oder sich am Ende zumindest noch ein zweites Team aus China/LMS dort wieder finden würde. Nach einer etwas überraschenden Niederlage von C9 gegen iG und einem Sieg von FNC gegen ahq entschied sich das Weiterkommen innerhalb der Gruppe B in einem Tiebreaker zwischen C9 und ahq. Leider waren die Fanlieblinge aus den USA relativ knapp unterlegen und so können wir wohl nur mehr ihr beeindruckendes Veigar Play als coolen Meta-Beitrag in diesem Turnier hervorstreichen.

Die Gruppenphase zeigte aber schon recht deutlich, dass Europa und Südkorea die dominierenden Ligen im LoL Jahr 2015 sind. Die Ergebnisse der Viertelfinalspiele unterstreichen diese Einschätzung noch weiter und die Halbfinal Matches vom letzten Wochenende (Origen vs SK Telecom T1 und Fnatic vs KOO Tigers) wollen wir noch nicht spoilern, aber schon allein diese Aufstellung macht ein Finale Europa gegen Korea sehr wahrscheinlich – die Spannung bleibt bis zum Finale am 31. Oktober „legendary“.