Ni no Kuni II: Revenant Kingdom – von Königen und Higgeldies

Ni no Kuni II: Revenant Kingdom – von Königen und Higgeldies
© Bandai Namco Entertainment Games 15.03.2018

Prinzessin Mononoke, Mein Nachbar Totoro und Chihiros Reise ins Zauberland sind nur einige der hochkarätigen Filme von Studio Ghibli. Ni no Kuni II lässt mit seiner Optik sogleich wohlige Kindheitserinnerungen wach werden – auch wenn das berühmte Zeichentrickfilmstudio nicht wie im Vorgänger direkt an der Entwicklung beteiligt war. Dennoch wurde der Stil beibehalten und von ehemaligen Ghibli-Mitarbeitern zudem formvollendet umgesetzt. Gerade in den Zwischensequenzen wähnen wir uns eher im Kinosessel und vergessen fast den Controller in unserer Hand. Level-5 hat es wieder geschafft, uns zu verzaubern und das Kind in uns anzusprechen – auch wenn Ni no Kuni II: Revenant Kingdom weniger kindlich ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Evan und sein verlorenes Königreich

Der Hauptprotagonist ist Evan: Der Sohn des kürzlich verstorbenen Königs von Katzbuckel sitzt nun selbst auf dem Thron. Doch es gibt Neider und der erst 13-jährige Junge wird aus seinem Zuhause vertrieben. Unsere Aufgabe ist also klar: Evan soll sein Königreich zurückbekommen. Im Exil sucht er sich seine Truppe zusammen, die unter anderem aus den Menschen Roland und Tani besteht. Diese stammen aus einer Parallelwelt. Denn wie in Ni no Kuni: Der Fluch der weissen Königin spielt die Geschichte in zwei Welten. Roland und Tani stammen aus der Oberwelt – Evan aus der „anderen Welt“, wie Ni no Kuni aus dem Japanischen übersetzt heisst. Damit ist der Schauplatz des Geschehens zwar praktisch der gleiche – die Handlungen der beiden Teile haben aber nichts miteinander zu tun.

Viele, viele bunte Higgeldies

Unterstützung erhält Evan ausserdem von den Higgeldies. Diese kleinen Wichtel sind eine Neuerung in Ni no Kuni II: Revenant Kingdom. Und wir können uns gar nicht erklären, wie der erste Teil ohne diese putzigen Dinger überhaupt ausgekommen ist. Higgeldies treten immer in grösseren Mengen auf und gruppieren sich gerne nach Farben – und damit nach ihren Spezialfähigkeiten. Denn die Kleinen sehen nicht nur niedlich aus, sondern können auch ordentlich austeilen. Sei es mit einem Feuertornado oder Riesenhammer.

Die Kämpfe: Ein Arena-Echtzeit-Mix

Dass die Higgeldies mitkämpfen, ist nicht die einzige Änderung beim Gameplay: Das Kampfsystem weicht doch recht deutlich von den klassischen RPG-Pfaden ab. Wir finden uns zwar nach einer Konfrontation mit Gegnern in einer räumlich abgegrenzten Arena wieder, jedoch geht es da dann heiss her. Mit dem aktuell ausgewählten Charakter hauen wir in Echtzeit auf den Gegner drauf – unterstützt durch unsere Teammitglieder und die bunten Wichtel. Neben Nah- und Fernkampfangriffen steuern wir beispielsweise gezielt die Spezialangriffe der Higgeldies. Welche Kräfte uns am meisten helfen, müssen wir im Eifer des Gefechts schnell entscheiden – dadurch werden die Auseinandersetzungen um einiges dynamischer.

Fünf Gründe, Ni no Kuni II zu zocken

Ob Fans von japanischen Games allgemein, Liebhaber des ersten Teils oder alle anderen, die Ni no Kuni auf den ersten Blick auch nur ein bisschen interessant finden: Sie alle sollten sich dieses Abenteuer nicht entgehen lassen:

  • Allein die Optik macht Ni no Kuni II: Revenant Kingdom zu etwas ganz Besonderem: Wir fühlen uns sofort wohl und wollen jeden noch so abgelegenen Winkel dieser Welt erkunden.
  • Das Kampfsystem verbindet geschickt Elemente aus rundenbasierten Kämpfen mit Echtzeit-Matches. Damit bietet Ni no Kuni II etwas für jeden.
  • Ni no Kuni II ist nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch eine Wohltat für die Ohren. Der gelungene Soundtrack lässt uns noch tiefer in die Story eintauchen.
  • Die Übertragung vom Japanischen ins Englische ist sehr gut gelungen. Die Charaktere kommen überzeugend rüber und zehren keinesfalls an den Nerven.
  • Und wer befürchtet, er versteht nichts, weil er den ersten Teil nicht kennt, kann beruhigt sein: Es sind eigenständige Geschichten mit unterschiedlichen Protagonisten.