Rocket League – Eine doppelte Überraschung

Games 31.05.2016

Niemand möchte behaupten, dass der Vorgänger „Supersonic Acrobatic Rocket-Powered Battle-Cars” spurlos an der Gaming Community vorübergegangen ist. Trotzdem muss Rocket League von Psyonix als überraschender Hit mit intuitivem und gleichzeitig komplexem Spielprinzip bezeichnet werden. Jetzt kommt auch noch ein weiterer überraschender Fakt hinzu. Rocket League scheint ein Vorreiter in Plattform-übergreifendem Cross-Play zu werden. Das einzigartige und kurzweilige Vergnügen steht nämlich schon jetzt auf der PlayStation 4, der Xbox One und dem PC zur Verfügung und die Spielergruppen können bald weitgehend miteinander interagieren. Wird damit das Ende der Konsolenkriege eingeleitet?

Das Spielprinzip von Rocket League

Es handelt sich hier um kein Rollenspiel, kaum um ein Strategiespiel oder ein Jump 'n' Run Game und auch nicht wirklich um eine Simulation, sondern vielmehr um eine Abwechslung in der Gaming Welt. Das Ziel in Rocket League kennt jeder aus dem Fussball – die Mannschaft mit den meisten Toren gewinnt nach der relativ kurzen Spielzeit von fünf Minuten. Doch der übergrosse Ball wird nicht mit einem Fuss oder Kopf in die richtige Richtung befördert bzw. abgewehrt, sondern von kleinen Flitzern über das Spielfeld befördert. Dieses Gameplay lässt sich schnell erlernen, aber äusserst schwer meistern und genau so definiert sich das Prinzip eines fast jeden erfolgreichen Videospiels.

Zusätzlich bringen Turbo Power-Ups eine gewisse Action und Unberechenbarkeit auf das Spielfeld. Wenn sich dann noch mehr Gamer miteinander messen (1v1 bis 4vs4 derzeit möglich), bleibt jede einzelne Partie eine spannende Überraschung.

Der Sammlertrieb von Gamern wird aber ebenfalls in Rocket League befriedigt. Die einzelnen Autos können nämlich über verschiedene Funktionen ganz einzigartig gestaltet werden. Wer mehr spielt, kann damit also immer einzigartiger durch die Arena rasen. Darüber hinaus halten ständig neue Spiel-Modi das Game immer frisch. Wer genug von Fussball hat, kann kurz versuchen einige Körbe mit seinen Karren ins Spiel zu bringen. Und obwohl der Fokus doch eher auf dem Multiplayer liegt, macht auch die Singleplayer-Kampagne extrem viel Laune für zwischendurch. Bezogen auf die moderne Cross-Play-Komponente bleiben wir aber erst einmal beim Rocket League Multiplayer Erlebnis.

Cross-Play im Vormarsch

Gerade in dem beliebten und rasanten Spiel Rocket League wünschte sich die Community schon früh das gemeinsame Zocken über verschiedene Plattformen hinweg. So sollten Freunde über einen PC und eine PlayStation 4 zusammen Matches austragen und sich ebenso Spieler mit einem PC oder einer Xbox One miteinander messen können. Die Entwickler von Psyonix Studios erhörten diese Forderungen und vereinen heute schon die Fangemeinschaften verschiedener Plattformen. Vielleicht handelt es sich hierbei um ein historisches Friedensprojekt in der Gaming Welt, welches die unaufhörlichen Konsolenkriege befriedet?

Nachdem schon seit längerer Zeit das Cross-Plattform-Zocken zwischen PC und PS4 möglich ist, soll nun auch die Xbox One zu dieser Familie hinzustossen. Es bleibt zwar noch unklar, ob sich nur PC mit Xbox Usern verbinden können oder ob diese Möglichkeit auch zwischen den grossen Rivalen auf dem Konsolenmarkt ermöglicht wird. Dieses Feature dürfte aber in keinem Fall lange auf sich warten lassen, denn Cross-Play spielt eindeutig Zukunftsmusik.

Weitere Games mit Cross-Plattform-Multiplayer

Street Fighter V stellt ein weiteres Beispiel dar, bei dem die PC-Nutzer zusammen mit ihren Freunden und gegen Kontrahenten mit einer PlayStation zocken können. In diesem Spiel liegt der Fokus ähnlich stark auf dem Multiplayer-Modus wie in Rocket League. Vor allem unterstreicht in diesem Fall die Möglichkeit der identischen Bedienung die Sinnhaftigkeit von zunehmendem Cross-Play. Mittlerweile können nämlich alle möglichen Controller auch an den PC angeschlossen werden.

Diese Unterschiede der Steuerung bringen jedoch noch viele Entwickler ins Grübeln. So verzichtet Blizzard beispielsweise bei Overwatch auf Cross-Plattform-Play, da das Unternehmen davon ausgeht, die PC-Nutzer hätten mit Maus und Keyboard einen zu grossen Vorteil gegenüber den Konsolen. Das könnte mehrere Ego-Shooter betreffen. Obwohl die Verbindung der Community ein sehr löbliches Unterfangen ist, bleibt abzuwarten, ob eine Homogenisierung der Eingabegeräte dieser Entwicklung erst vorausgehen soll. Vielleicht müssen hier Diskrepanzen erst ausgemerzt werden, bevor jedes Game so cooles Cross-Play wie Rocket League ermöglicht.