Rogue-like Games: Das perfekte Indie-Genre

Games 01.07.2016

Ehemalige Dungeons & Dragons Spieler und Liebhaber des gepflegten Rollenspiels befinden sich immer auf der Suche nach einer komplexen Herausforderung innerhalb ihres liebsten Genres. Glücklicherweise wurde im Jahr 1980 an der Universität von Berkley ein Game geschaffen, welches sich bis heute als Vorlage für spannende Nachfolger bewährt. Das Spiel mit dem Namen „Rogue“ kann als Bindeglied zwischen den früheren Text-Adventures und den modernen MMORPGs angesehen werden. Die Grafik ist zwar simpel, aber die Spieltiefe dafür gigantisch und dank der Indie-Hersteller auch besonders günstig.

Das Spielprinzip der Rogue-like Games

Diese Videospiele entführen die Zocker in Dungeons, die bei jedem Start neu generiert werden und so nie langweilig werden. Als Held mit verschiedenen Fähigkeiten wird eine Route durch das Verlies gesucht und dabei die Stärke des Avatars schrittweise erhöht. Durch dieses simple Prinzip und die unkomplizierte Spielweise laden diese Games immer zu einer Runde für zwischendurch ein. Mit ein klein wenig Mut kann sogar in der EDV-Stunde oder während einer Vorlesung schnell gezockt werden. Meist gibt es bloss eine Handvoll Endbosse zu besiegen, um das Spiel zu beenden. Erfahrene Spieler brauchen oft nur ein oder zwei Stunden bis zum Endboss. Da jedoch auch die Eigenschaften der Items zufällig sind, kann es dauern, bis ausreichend Power für die finale Schlacht angesammelt wurde. Der Spieler muss die notwendigen Werte kennen, bevor er in den letzten Level eintaucht. Deshalb ist jede neue Runde eine einzigartige Herausforderung.

Einen besonderen Reiz bieten zudem die Statistiken im Spiel. So kann eine Reihe von Schaden, verlorenem Leben und sogar Toden über die Zeit angesammelt werden. Dieser Spielerfolg vermag so manchem Gamer die Brust mit Stolz zu füllen.

Hinweis: Fast alle Spiele dieses Genres basieren auf dem „One Life Prinzip“. Ein Tod und der Speicherstand werden gelöscht. Aber das verleiht den Statistiken eine noch spannendere Bedeutung.

Ein unterhaltsames Beispiel für Rogue-like Games: bit Dungeon Plus

Auf Steam lassen sich eine ganze Reihe dieser Spiele finden und manche kosten während diverser Sonderangebote nur einen symbolischen Euro, den sich die unabhängigen Entwickler gerade bei diesem kurzweiligen Abenteuer absolut verdient haben. Der Spieler startet als Ritter in einem zufälligen Dungeon und beginnt sich mit Schwertern, Schilden und Zaubern durch die Räume zu kämpfen. Die besiegten Monster hinterlassen Schatztruhen mit Rüstungsteilen und weiteren Waffen. So kann irgendwann auf eine Axt mit hohem Grundschaden oder eine Lanze mit Lebensraub umgestellt werden. Ausserdem helfen Stiefel oder Helme dabei, mehr Widerstandskraft gegen die gegnerischen Attacken aufzubauen.

Am Anfang wirkt das Game relativ schwer. Aber gerade deshalb macht die Meisterung besonders viel Spass. Ist eine grössere Crit-Chance besser oder stellen sich am Ende doch die „tödlichen Schläge“ als wertvoller heraus? In verschiedenen Räumen gibt es zudem Status Upgrades zu finden, die gerade zu Beginn eifrig gesammelt werden sollten, bevor es von einem roten Raum aus zu den Bossen geht.

Hinweis: Wenn in bereits besuchte Räume zurückgegangen wird, finden sich dort Geister und Hunde, die an den Kadavern knabbern. Diese Monster stellen sich als nützlich heraus, da sie Lebenstränke droppen können und sich so als Erste-Hilfe-Kasten herausstellen können.

Nach grob 5 bis 8 Bossen erscheint dann der Geist der Liebsten und fragt, ob sich der Spieler in den abschliessenden Level wagt. Diese Einladung sollte aber erst mit einer dreistelligen Zahl an Angriffspunkten und einer ordentlichen Portion Leben angenommen werden.

Hinweis: Als besonderes Feature kann dieses Game sogar zu zweit im Mehrspieler-Modus gezockt werden. Der Tischnachbar oder die Tischnachbarin bekommt also auch etwas vom Spass ab!

Das ist natürlich nur ein Beispiel für ein ganzes Rogue-like Genre, das wohl den grössten Spass macht, wenn es in Situationen gezockt wird, in denen es eigentlich verboten wäre. Deshalb scheint dieses jüngste Revival dieses alten Prinzips kaum verwunderlich. Im Jahr 2016 sind schon einige dieser Games neu erschienen. Durch den Zufallsfaktor bei der Generierung der Levels und die geringen graphischen Ansprüche können sich gerade Indie-Developer mit sehr viel Erfolg und noch mehr Kreativität austoben. Es muss nämlich kein Game mit komplexer Story bis ins letzte Detail programmiert werden, denn die Vorgaben für alle möglichen „Random Level“ reichen aus.