Total War: Warhammer – Tabletop goes Digital

Games 08.06.2016

Neben Dungeons & Dragons gehört Warhammer bestimmt zu den ursprünglichsten Hobbys im Fantasy Bereich. So wie einige 20-seitige D&D Würfel einfach in die Sammlung eines mittlerweile erwachsenen Nerds gehören, darf auch die eine oder andere Warhammer Figur in der Vitrine nicht fehlen. Ursprünglich verbarg sich nämlich ein klassisches Tabletop Spiel hinter diesem legendären Namen. Bei großen Treffen führen heute immer noch Sammler ihre detailliert gestalteten Armeen auf großen Tischen gegeneinander und wer das Glück besitzt auf solch einen Spieleabend eingeladen zu werden, kommt aus dem Staunen kaum mehr heraus – so viel Kunst steckt in dem Design.

Ähnlich wie Dungeons & Dragons entdeckte auch die Fantasy Welt von Warhammer sehr früh das Potential von Computerspielen. D&D feiert immer noch mit Games, wie Neverwinter, beeindruckende Erfolge. Warhammer versuchte zwar auch schon die MMO-Sparte zu erobern, aber in diesem Genre lässt bis heute der große Durchbruch auf sich warten. Doch ursprünglich kommt das Tabletop Spiel ohnehin aus der Real-Time-Strategy Ecke. Mit dem neuesten Titel „Total War“ kehrt Warhammer auch wieder zu diesen Wurzeln zurück und bringt das unnachahmliche Feeling des Originals in die digitale Welt.

Total War im Warhammer Stil

Die Spiele-Reihe von „Total War“ bediente sich schon vielen unterschiedlichen Szenarien. Dazu gehörten epische Schlachten im fernen Japan oder im antiken Rom. Mit dem 10. Jubiläumstitel wird nun auch Fantasy Terrain betreten. Damit wird eine große Herausforderung angenommen, denn eingefleischte Warhammer Fans wollen keinesfalls auf die zahlreichen Möglichkeiten verzichten, die sich in ihrem Universum über Jahrzehnte entwickelt haben, und Einsteiger sollen gleichzeitig einen einfachen Zugang haben bzw. Fans der bisherigen Reihe sollen nicht durch die überaus komplexen Möglichkeiten des Offline Originals verschreckt werden. Bietet das neueste Spiel von Creative Assembly genau diesen schweren Spagat?

Episch ist kein Ausdruck für diese Schlachten

Vielleicht haben sich die Entwickler ein Beispiel an den bereits existierenden „Total War Mods“ genommen und wollten zeigen was sie nochmal drauf setzen können. In jedem Fall bahnten sich die ausgefallensten Kriegskünste des Warhammer Universums ihren Weg in dieses Videospiel. Dazu zählen die verschiedensten Waffen im Steampunk Look und natürlich die monströsen Kreaturen, vor denen sich niemand hinter einer Festungsmauer verstecken kann. Dazu zählen Mischungen aus Fledermäusen und Werwölfen, Zombie-Drachen und natürlich die typischen Greifen und Riesen. Besondere Aufmerksamkeit genossen seit ihrer Ankündigung die riesigen Spinnen, welche als eine Art Gefährt für Goblins dienen.

Neben dieser beeindruckenden Auswahl an Waffen, Kriegern und Monstern haben die Entwickler noch ein weiteres wichtiges Element für ein erfolgreiches Warhammer Game erkannt. Überall wo es um Fantasy geht, ist ein Rollenspiel nicht weit. Deshalb wurde besonderer Wert auf einzelne Heldencharaktere gelegt, die verschiedene Fraktionen anführen können. Im Laufe einer Kampagne entwickeln sich diese Anführer auch entlang einzelner Skill-Trees. Es dürften also nicht nur RTS Fans bei diesem Spielerlebnis voll auf ihre Kosten kommen.

Im Allgemeinen scheint die Mischung aus „Total War“ und Warhammer sehr passend zu sein. Auf der rundenbasierten Übersichtskarte können verschiedene strategische Pläne ausgeheckt werden, um die eigene Dominanz auszuweiten. Soll als erstes die Hauptstadt den eigenen Kriegsbemühungen zum Opfer fallen oder ist es klüger zuerst die kleineren Dörfer im Umkreis einzunehmen und damit die große Bastion zu schwächen? In den einzelnen Taktik-Schlachten können wiederum Armeen in Größen aufeinander gehetzt werden, die dem Namen Warhammer einfach würdig sind.

Mangelnde Spieltiefe in Total War: Warhammer?

Einige vereinzelte Klagen von Fans waren aber doch auszumachen. Zum einen wurden viele „Total War“ Mechaniken gestrichen, um das Spielerlebnis für Neulinge einfacher zu gestalten. Darüber hinaus beklagten sich Warhammer Fans zuerst über die wenigen Fraktionen, die im Spiel wählbar sind. Ursprünglich befanden sich nämlich nur vier in Planung. Selbst als die fünfte Fraktion der legendären Chaoskrieger erwähnt wurde, raunte es in den Reihen der Fans. Es sollte dieses DLC nämlich vorerst nur für Frühbesteller kostenlos sein. Doch dieser anfängliche Ärger scheint schon wieder verflogen zu sein und bezüglich der Spieltiefe machen wir uns gar keine Sorgen. Schließlich soll eine Trilogie aus diesem Warhammer Ableger werden und daraus die größte zusammenhängende Karte resultieren, die Total War je gesehen hat.