Frauensilhouette vor einem Wasserfall in einer tropischen Landschaft
Games 22.08.2017

Ursprünglich als DLC geplant, wurde The Lost Legacy im Laufe der Entwicklung so umfangreich, dass es nun als eigenständiges Spiel erscheint. Seit dem 23. August begeben sich Chloe Frazer und Nadine Ross auf die Jagd nach einem geheimnisvollen Schatz in Indien. Fans der Reihe kennen beide Protagonistinnen aus früheren Uncharted-Teilen. Entwickler Naughty Dog bringt mit Uncharted: The Lost Legacy nur knapp ein Jahr nach der Veröffentlichung von Uncharted4 Action-Nachschub vom Feinsten – natürlich wieder exklusiv für die PS4.

Auf Schatzsuche in Indien

Normalerweise jetten wir in Uncharted rund um die Welt und bereisen die verschiedensten Länder. The Lost Legacy spielt jedoch vollständig in Indien. Trotzdem wird uns keineswegs langweilig – denn es wird einige der grössten frei begehbaren Gebiete in der Uncharted-Reihe geben. Chloe und Nadine können diese frei erkunden und neben den Hauptwegen viele versteckte Orte entdecken. Insgesamt bietet The Lost Legacy eine lineare Story, deren Verlauf jedoch zu einem gewissen Grad flexibel ist. Auf jeden Fall führt uns die Handlung, die sechs bis zwölf Monate nach A Thief’s End spielt, durch eine vom Krieg stark zerstörte Stadt sowie reichlich Natur. Die Westghats in Südindien bieten mit Bergen und Dschungel eine eindrucksvolle Kulisse für zahlreiche Erkundungstouren. Doch was wollen Chloe und Nadine eigentlich in Indien? Die Antwort lautet: den Stosszahn des Ganesha rauben. Ein Artefakt, um das sich viele Legenden ranken und auf das es auch der Rebellenanführer Asav abgesehen hat. Ob wir gegen die zahlreichen Gegner mit offensichtlichen Frontalangriffen vorgehen oder uns vorrangig an- und auch mal vorbeischleichen, bleibt (meistens) dem Spieler überlassen. Auf die typischen, bombastisch-inszenierten Action-Szenen müssen wir aber natürlich auch in The Lost Legacy nicht verzichten.

Bekannte Gesichter: Die zwei Heldinnen

Nathan Drake taucht in The Lost Legacy nicht auf – nicht mal als Nebenfigur. Im Mittelpunkt steht die beliebte Chloe Frazer, die in früheren Uncharted-Spielen mit von der Partie war und sogar mal mit Nathan angebandelt hat. Nun stürzt sie sich also in ihr eigenes Abenteuer. Da sie jedoch Unterstützung benötigt, heuert sie die Söldnerin Nadine Ross an. Die beiden Frauen sind sehr unterschiedliche Typen, was nicht immer für Harmonie sorgt. Diskussionen und Interessenskonflikte führen zu einigen spannenden Dialogen und verleihen The Lost Legacy durchaus Tiefgang. Die Beziehung der beiden Heldinnen beeinflusst zudem sogar das Gameplay! Je nachdem, wie gut sie sich verstehen, helfen sich Chloe und Nadine gegenseitig – oder eben nicht.

Schatzjägerin Chloe Frazer

Nicht ohne Grund fiel für den Uncharted-Ableger die Wahl auf Chloe als Protagonistin. Die Australierin mit indischen Wurzeln spielte bereits in Teil zwei und drei eine grössere Rolle und zählte immer zu einer der beliebtesten Nebenfiguren. Sie ist spontan, impulsiv und vor allem sehr gut in ihrem Job als Schatzjägerin. Mit ihrer selbstbewussten, manchmal auch etwas skrupellosen Art sowie ihrem trockenen Humor gestaltet sich der Umgang mit ihr jedoch nicht immer ganz einfach.

Söldnerin Nadine Ross

Im Gegensatz zu Chloe ist Nadine eher praktisch und rational veranlagt. Sie macht sich einen Plan und hält sich daran. Als Leiterin der südafrikanischen Militär-Organisation Shoreline ist sie kampferprobt und die ideale Unterstützung für Chloe. So hat sie es von der Antagonistin in Uncharted 4: A Thief’s End zum zweiten Hauptcharakter in The Lost Legacy geschafft.

The Lost Legacy: Typisches Uncharted-Feeling

Uncharted: The Lost Legacy spielt sich wie ein typisches Uncharted-Abenteuer. Von wildem Ballern bis zu Schleichattacken ist alles möglich. Chloe und Nadine können dabei noch etwas behutsamer und leiser vorgehen als Drake: unter anderem dank der neuen Pistole mit Schalldämpfer. Zudem wurden die Rätsel-Passagen etwas ausgeweitet. Zusätzlich zur Hauptquest bieten diverse Nebenaufgaben viel Beschäftigung und zusätzliche Infos zur Hintergrundgeschichte sowie nette Fundstücke. Eine Neuerung im Vergleich zu den vorherigen Uncharted-Spielen ist ausserdem die Möglichkeit, Schlösser zu knacken. Mithilfe eines kleinen Minispiels verschaffen wir uns so Zugang zu verschlossenen Bereichen. Unterm Strich bietet The Lost Legacy allen Uncharted-Fans ein Abenteuer in gewohntem Gewand – was keinesfalls negativ zu bewerten ist. Schliesslich ist die Uncharted-Reihe nicht ohne Grund so populär.