Call of Duty: Kriegspielen im Wandel der Zeit
Games 16.10.2017

Jedes Jahr ein neues Call of Duty – dieser Rhythmus ist uns schon so in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir gar nicht mehr so genau wissen, wann das alles angefangen hat. Heute werfen wir einen Blick auf die Entwicklung, welche die Serie Call of Duty seit ihren Anfängen genommen hat.

Das Jahr 2003: Die Geburtsstunde von Call of Duty

Im Herbst 2003 war es so weit: In Call of Duty konnten Spieler in die Rolle mehrerer Soldaten verschiedener alliierter Nationen im Zweiten Weltkrieg schlüpfen. Sowohl historische Schlachten als auch fiktive Gefechte waren Grundlage für das episodenhaft aufgebaute Spiel. Von der berühmt-berüchtigten Invasion in der Normandie bis zum Hissen der sowjetischen Flagge auf dem Reichstagsgebäude in Berlin 1945 waren viele Szenarien dabei.

Entwickelt wurde der erste Teil, dem noch viele folgen sollten, vom Studio Infinity Ward, das bis heute an neuen CoD-Games mitarbeitet. Doch noch zwei andere Entwicklerstudios beschäftigen sich ebenfalls praktisch ohne Pause mit dem erfolgreichen Franchise: Treyarch und Sledgehammer Games. Denn nur durch den Einsatz mehrerer Studios kann Activision garantieren, dass der regelmässige Turnus von einem Jahr stetig eingehalten wird.

Vom Zweiten Weltkrieg in die Zukunft – und wieder zurück

Der Zweite Weltkrieg war eines der einschneidendsten Ereignisse des letzten Jahrhunderts und darum verständlicherweise Gegenstand vieler Videospiele. Call of Duty hat sich auch in mehreren Folgetiteln diesem Thema gewidmet. Ab Call of Duty 4: Modern Warfare aus dem Jahr 2007 wurde der Plot jedoch in eine alternative Gegenwart im Nahen Osten verlegt. Die Fans brauchten offenbar die Abwechslung und nahmen das Spiel sehr gut an. Im Laufe unserer CoD-Karriere kämpften wir in diversen Ländern und gegen viele feindliche Soldaten – die Konflikte sind dabei teilweise frei erfunden und teilweise orientiert an tatsächlichen Krisenherden, die zum damaligen Zeitpunkt auf der Welt existierten.

Ab dem Spiel Call of Duty: Black Ops 2 nahm der Science-Fiction-Anteil rasant zu und die Schlachten fanden nun in der Zukunft statt. Dies ging so lange erfolgreich weiter, bis die Rufe der eingefleischten Fans erster Stunde nach einer Rückkehr zu den Wurzeln der Reihe immer lauter wurden. Und sie wurden erhört: Der nächste Teil macht wieder die dramatischen Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg auf eindringliche Weise erlebbar.

Aufreger, Zensierungen und Indizierungen

Dass deutsche Versionen von Computerspielen hin und wieder mal ein wenig angepasst werden für den hiesigen Markt, ist nichts Neues. Auch CoD war im Laufe der Zeit von einigen Zensierungen betroffen. Gerade die Games, die zur Zeit des Zweiten Weltkriegs angesiedelt sind, wimmeln im Original nur so vor Symbolen aus dem Dritten Reich, die hierzulande als verfassungsfeindlich eingestuft sind. Auch andere Aspekte wurden aus den Spielen in ihrer jeweils deutschen Version entfernt. Beispielsweise der Arcade-Modus, bei dem der Spieler für das Töten von Gegnern Punkte erhält; oder der Effekt, dass Köpfe und Gliedmassen der Gegner abgetrennt werden. Zudem stand – nicht nur in Deutschland – eine Mission aus Call of Duty: Modern Warfare 2 ganz besonders in der Kritik. Dort verübt man mit einer Gruppe russischer Terroristen einen Anschlag an einem Flughafen. In der deutschen und auch japanischen Version ist die Mission gescheitert, sobald ein Zivilist getroffen wird – im Original nicht. In Russland wurde sogar das gesamte Spiel zurückgerufen.

Ausblick: CoD für den Rest unseres Lebens

Wenn wir uns auf etwas verlassen können, dann darauf, dass alle Jahre wieder ein neuer Teil von Call of Duty in den Läden steht. Seit 2005 erscheinen die Spiele durchweg mit nur einem Jahr Abstand. Wir sind tatsächlich sehr gespannt, wie lange das noch so weitergeht und wie sich die Serie entwickeln wird. Laut dem CEO von Activision können wir davon ausgehen, dass sich auch noch die nächsten Generationen von Spielern mit CoD ihre Zeit vertreiben.

An den Käufern wird es sicherlich nicht mangeln. Denn trotz des ständigen Konkurrenzkampfs mit Battlefield und obwohl Call of Duty immer wieder als gewaltverherrlichend sowie eintönig und innovationsarm kritisiert wird, geht jeder Teil nach Erscheinen weg wie warme Semmeln. Bereits zum siebten Mal in Folge wurde ein Call-of-Duty-Game das meistverkaufte Spiel weltweit. Und: Über 100 Millionen Menschen haben Call of Duty bereits gespielt – Zahlen, die man erst mal auf sich wirken lassen muss. Und damit es noch einige mehr werden, steht der neueste Teil schon in den Startlöchern, er trägt den Namen Call of Duty: WWII. Das ewige Rad der CoD-Releases dreht sich weiter.