Games 05.01.2017

Spiele sollen in erster Linie Spaß machen, uns unterhalten, aus dem Alltag herausreißen und in fremde und interessante Welten entführen – zumindest interessantere Welten als die, in der der Abwasch wartet und das Katzenklo sauber gemacht werden muss. Ein klarer Auftrag für Spiele und für ihre Schöpfer. Aber nicht immer ist das so einfach. Denn es gibt Spiele, die eher das Gegenteil bewirken – sofortiger Rückzug zu Abwasch und Katzenklo. Denn hin und wieder gibt es so schlechte Spiele, dass wir uns fragen, wie so etwas nur passieren konnte. Darum haben wir eine Liste mit zehn der schlechtesten Games aller Zeiten zusammengestellt und erklären, warum sie sich ihren Platz dort verdient haben. Natürlich ist das auch immer subjektiv und was für den einen ein schlechtes Spiel ist, gefällt dem anderen – es gibt sicher irgendwo jemanden, der gerne seinen alten Atari 2600 auspackt, um E.T. zu spielen! Deshalb sollte unsere Top 9 der schlechtesten Spiele auch mit einem gewissen Augenzwinkern betrachtet werden.

9. Ride to Hell: Retribution (2013)

Fangen wir mit dem "aktuellsten" Titel der schlechtesten Spiele an – Ride to Hell: Retribution. Das Spiel wird als eine Art GTA-Klon mit Biker Gangs im Amerika der 60er-Jahre verkauft. Zunächst klingt das eigentlich ganz interessant. Allerdings macht das Spiel so ziemlich alles falsch, was man nur falsch machen kann. Eine Steuerung, die zum Ride to Hell wird, merkwürdige Kämpfe mit Hilfe von Quick-Time-Events, eine nicht zeitgemäße Grafik und vor allem eine Story und Dialoge zum Fremdschämen. Immerhin: Das Spiel wirkt so unfertig und schlecht, dass Fans von Trash Tränen lachen und ihren Spaß haben werden. Wer Freude mit Spielen hat, die von Kritikern als "Monstrosität" bezeichnet werden und niedrigste Wertungen kassieren, sowie mutig ist, kann bei einem Wühltisch-Verkauf ja zugreifen – obwohl: besser nicht!

8. 50 Cent: Bulletproof (2005)

Es ist das Jahr 2005: Die recht jungen Spieleserien Battlefield und Call of Duty nehmen an Fahrt auf und der US-Rapper 50 Cent ist auf dem Zenit seines Erfolges. Was liegt also näher, als Actionspiel und Rapper zusammenzubringen? Das Ergebnis trägt den klangvollen Namen 50 Cent: Bulletproof. Gut, die Prämisse erklärt vielleicht schon, warum das Spiel, in dem man es als 50 Cent mit dem organisierten Verbrechen in New York aufnimmt und dabei internationale Verschwörungen aufdeckt, nicht allzu gut funktioniert und seinen Platz unter den schlechtesten Spielen aller Zeiten verdient. Kaum zu glauben aber wahr: Der Nachfolger-Titel(!) 50 Cent: Blood on the Sand, in dem 50 und seine G-Unit es mit Paramilitärs im Nahen Osten aufnehmen, nachdem sie nicht für ein Konzert bezahlt wurden, ist gar nicht so schlecht, wie er sich anhört – mal abgesehen von der Story.

7. Duke Nukem Forever (2011)

Das Spiel der Spiele – mit einer Entwicklungszeit von 14 Jahren. Die längste Zeit hat eigentlich niemand mehr daran geglaubt, dass der Duke tatsächlich noch einmal wiederkommt. Duke Nukem Forever galt als der große Witz der Spielebranche und jedes Spielemagazin machte regelmäßig Scherze über die ewige Entwicklungsdauer. Als Gearbox Software 2009 die Rechte erwarb und die Entwicklung von 3D Realms übernahm, war der Spaß zu Ende und zwei Jahre später erschien Duke Nukem Forever doch noch. Allerdings als große Enttäuschung – allein die Tatsache, dass der Running Gag mit der Veröffentlichung dieses durchschnittlichen Shooters zerstört wurde, sichert dem Titel einen Platz unter den schlechtesten Spielen.

6. Aliens: Colonial Marines (2013)

Wenige Spiele schaffen es, vor Gericht zu landen, weil Spieler von der Qualität enttäuscht sind – Colonial Marines hat dieses Kunststück aber vollbracht. Gearbox Software und Publisher Sega wurden mit dem Vorwurf irreführender Werbung angeklagt, da das Promo-Material eine deutlich höhere Qualität vorspielt, als das tatsächliche Endprodukt schließlich liefert. Das Game blieb weit hinter den Erwartungen zurück und ließ die Hoffnung auf gute Spiele mit Alien-Lizenz beinahe im Keim ersticken.

5. Daikatana (2000)

Eigentlich sollte Daikatana das Shooter-Genre revolutionieren. Aber das Unterfangen von Chefdesigner John Romero (Ko-Schöpfer von Doom) stand schon lange vor Release unter keinem guten Stern. Mehrere Verschiebungen und eine Werbekampagne mit dem Slogan "John Romero's about to make you his bitch" sorgten schon im Vorfeld für Aufregung. Die endgültige Ernüchterung kam dann durch zahlreiche Bugs, schlechte KI sowie veraltetes Gameplay. Die Wertungen waren unterirdisch, der Erfolg blieb aus und für das Shooter-Genre war Daikatana eher ein Rückschritt. Eines der schlechtesten Spiele aller Zeiten und ein finanzieller Flop.

4. Hotel Mario (1994)

Nintendo macht wahrlich keine guten Erfahrungen, wenn sie andere Unternehmen mit ihren Lizenzen arbeiten lassen. Die miese Super-Mario-Verfilmung ist ein Beispiel, Hotel Mario für die Philips-CD-i-Konsole ein weiteres. Das Spiel sollte vor allem die Videokapazität der Nischen-Konsole dank Compact-Disc in vollem Umfang nutzen. Allerdings kann man die animierten Sequenzen bestenfalls als schrecklich bezeichnen und die Puzzle-Einlagen, bei denen es darum geht, alle Türen in einem Hotel zu schließen, sind ebenfalls nicht besonders aufregend. Kein Wunder also, dass Hotel Mario von Nintendo gerne verschwiegen wird.

3. Shaq-Fu (1994)

Electronic Arts weiß, was sie hier angerichtet haben: 19 Jahre nach der Veröffentlichung von Shaq-Fu für Mega Drive und Super Nintendo hat ein EA Manager eingestanden, dass der Titel vermutlich eines der schlechtesten Spiele in der Unternehmensgeschichte ist. In dem 2D-Actionspiel prügelt sich 90er-Jahre Basketball-Star Shaquille O'Neal durch eine Paralleldimension, um einen Jungen namens Nezu vor einer bösen Mumie zu retten. Mehr 90er geht kaum, weshalb Shaq-Fu zwar zu den schlechtesten Spielen gezählt werden kann, aber trotzdem von Tausenden bis heute gefeiert wird.

2. Pac-Man für Atari 2600 (1982)

Pac-Man ist einer der großen Helden der Arcade-Ära, in der vor allem in Spielhallen gezockt wurde und Heimkonsolen oder -computer noch kaum verbreitet waren. Auf eben diesen missglückte sein Debüt 1982 gewaltig: Die Portierung des Arcade-Klassikers auf Atari 2600 wirkt wie eine Monstrosität Im Vergleich mit dem Original. Weder Optik noch Sound reichten an das Original heran, weswegen viele Atari-2600-Besitzer und -Fans enttäuscht waren. Experten sind sich einig, dass diese miese Portierung mitunter verantwortlich für den Video-Game-Crash von 1983 ist.

1. E.T. (1982)

Das Schlimmste kommt zuletzt. E.T. für Atari 2600 ist auch nach weit über 30 Jahren noch immer der unangefochtene König der schlechtesten Spiele aller Zeiten. Das Lizenzprodukt, das in nur fünfeinhalb Wochen von einem einzigen Programmierer erstellt wurde, um pünktlich zur Weihnachtssaison 1982 im Laden zu stehen, ist hauptverantwortlich für den bereits genannten Video-Game-Crash, der die Umsätze von 3 Milliarden Dollar auf nur 100 Millionen schrumpfen lies. Massenhaft schlechte Software wie E.T. oder Pac-Man haben dafür gesorgt, dass niemand mehr Videospielkonsolen und entsprechende Spiele kaufen wollte – bis Nintendo, Sega und Co. mit ihren Systemen den Markt revolutionierten und ein neues Gaming-Zeitalter einläuteten. Das einzig schöne an E.T. war der Mythos, dass Atari ganze LKW-Ladungen mit E.T.-Kopien in der Wüste von New Mexico bei einer Mülldeponie vergraben hat. Mittlerweile wissen wir, dank der Dokumentation Atari: Game Over, dass der Mythos wirklich so passiert ist. Die verscharrten Kopien von E.T. wurden 2014 ausgegraben.