Spiele ohne Happy End

Mann in Tunnel vor Apokalypse
Games 12.05.2017

Wer in ständiger Angst vor Spoilern lebt, sollte diesen Artikel sofort schließen. Wir listen hier nämlich unsere Top 5 Games auf, die uns wegen ihres tragischen oder enttäuschenden Endes in Erinnerung geblieben sind. Denn es gibt eine Reihe von Spielen, die nicht mit der Befreiung der Prinzessin, dem Tod des Superschurken oder wenigstens mit einem möglichst hohen Punktestand enden. Diese 5 Spiele haben uns am Schluss emotional einiges abverlangt.

BioShock 2: Flucht geglückt, Delta tot

Genauso wie sein Vorgänger spielt BioShock 2 in der Unterwasserstadt Rapture. Diesmal verkörpert der Spieler den Prototypen eines Big Daddy: Delta. Delta bewacht seine Little Sister Eleanor. Damit er sie beschützen kann, müssen beide aus Rapture fliehen, was auch gelingt. Oberhalb der Wasseroberfläche stirbt Delta, doch Eleanor kann seinen Geist mit einer Spritze aussaugen. Ob sie dies tatsächlich tut und ob ihre Handlungen im Anschluss daran gut oder böse sind, hängt von den Entscheidungen des Spielers im weiteren Verlauf der Geschichte ab. Doch Deltas Tod ist leider unumgänglich.

Red Dead Redemption: Freiheit war ihm nicht vergönnt

Im Wilden Westen begibt sich der Outlaw John Marston auf die Suche nach ehemaligen Mitgliedern seiner Bande. Um seine Frau und seine Kinder befreien zu können, muss er die anderen Outlaws aufspüren und unschädlich machen. Mit dem Ziel, Marston zu erpressen, waren diese von einer Bundesbehörde entführt worden. Es gelingt ihm schließlich, alle Bandenmitglieder aufzuspüren und zu töten. Er bekommt seine Familie zurück und kann sein ruhiges Leben als Farmer weiterführen. Würde die Geschichte an dieser Stelle enden, wäre dies tatsächlich ein wenig langweilig. Und deshalb tauchen plötzlich Bundesagenten auf, die Marston, das letzte Mitglied der Bande, erschießen: Ein für viele Spieler sehr deprimierendes Ende. Zumal sich nicht wenige ein zweites Abenteuer mit dem sympathischen Cowboy gewünscht hätten. In der kommenden Fortsetzung könnte jedoch Johns Sohn Jack die Hauptrolle einnehmen.

L.A. Noire: Cole Phelps, der tragische Held

Im sehr stimmungsvollen L.A. Noire schlüpft der Spieler im Los Angeles des Jahres 1947 in die Rolle von Cole Phelps, der als Polizeibeamter eine Reihe von Mordfällen aufzuklären hat. In Rückblicken erfährt der Spieler nach und nach die Vergangenheit Phelps: Er war während des Zweiten Weltkriegs als Leutnant in Japan stationiert und hütet einige dunkle Geheimnisse. In der Gegenwart ist Phelps in seinem Job äußerst erfolgreich – was einigen hohen Tieren in der Regierung nicht gefällt. Man stellt ihm eine Falle und das Spiel endet mit einer dramatischen Szene in einem überfluteten Tunnel – aus dem Cole Phelps noch zwei Freunde retten kann, nicht aber sich selbst. Auf seiner Beerdigung in der Schlusssequenz schütteln sich die korrupten Politiker zufrieden die Hände – der Spieler bleibt niedergeschlagen zurück.

Heavy Rain: Viele Enden, von melancholisch bis desaströs

Zur konkreten Anzahl an Schlussszenen in Heavy Rain gibt es widersprüchliche Angaben. Fakt ist: Es gibt 18 unterschiedliche Epiloge. Doch da sich diese 18 Varianten in Details unterscheiden können, gibt es insgesamt wahrscheinlich mehr als 20 verschiedene Möglichkeiten, wie dieses interaktive Spiel enden kann. Fakt ist jedoch, dass viele dieser mindestens 18 Enden durchaus tragisch sind; zumindest sind sie fast immer ziemlich melancholisch. Einige sind sogar regelrecht deprimierend. Denn es gibt auch eine Version, in der alle Helden rund um Ethan Mars und seinen entführten Sohn Shaun sterben und der Origami-Killer als einziger überlebt. Wer mit seinem ersten Ende nicht zufrieden ist, kann sich glücklicherweise einfach an einem zweiten, dritten, vierten, … versuchen – um das Spiel mit einem besseren Gefühl abzuschließen.

The Walking Dead: Season 1 – Leeeeeee!

In The Walking Dead lenkt der Spieler die Geschicke von Lee und dem kleinen Mädchen Clementine nach der Zombie-Apokalypse. Weitere Personen stoßen nach und nach zu der Gruppe von Überlebenden hinzu – und verlassen diese je nach Handlungsverlauf auf die eine oder andere Art auch wieder. Das in Episoden erzählte Game gestaltet sich nämlich sehr unterschiedlich, je nachdem, welche Entscheidungen der Spieler trifft. Nicht verhindern kann er jedoch, dass der sympathische Held Lee am Ende stirbt – oder sich alternativ in einen Zombie verwandelt. Das alles muss die kleine Clementine mitansehen, die ihren großen Beschützer entweder schweren Herzens zurücklässt – oder ihn eigenhändig erlöst. Wer hier nicht Rotz und Wasser geheult hat, hebe bitte die Hand.