5 Games mit Lovecraft-Einschlag

5 Games mit Lovecraft-Einschlag
Games 06.03.2018

Eine bedrohliche Atmosphäre. Das Gefühl, beobachtet zu werden. Unheimliche Gestalten. Eine düstere Umgebung. Verstörende Geräusche oder Sinnestäuschungen. Zunehmende Zweifel am eigenen Verstand. Die bedrückende Erkenntnis, dass man nur ein unbedeutendes Etwas im großen Universum ist. Das sind nur einige der Zutaten einer typischen Lovecraft-Geschichte. Der 1890 in Providence, Rhode Island, geborene Howard Phillips Lovecraft gilt als einer der einflussreichsten Horror-Autoren. Sein Universum mit den Großen Alten – mächtige Wesen, die die Macht über das Universum haben – inspirierte viele weitere Kreative. Seine wohl bekannteste Schöpfung, Cthulhu, ist in zahlreichen Monstern in Büchern, Filmen und Games wiederzuerkennen. Eine dichte Atmosphäre, die uns einen Schauer über den Rücken laufen lässt, wünschen wir uns natürlich von jedem Horror-Spiel. Lovecraft und seine Geschichten von übernatürlichen Bedrohungen bieten sich dafür geradezu an. Hier sind fünf Games, welche die Essenz einer Lovecraft-Story auf ganz unterschiedliche Weise einfangen.

Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth

Es beginnt wie eine gewöhnliche Detektiv-Geschichte und endet mit mystischem Schrecken. Call of Cthulhu: Dark Corners of the Earth nimmt sich die Novelle „Schatten über Innsmouth“ zum Vorbild und ist sowohl von der Story als auch von der Atmosphäre her Lovecraft Pur. Der Privatdetektiv Jack Walters reist in das Örtchen Innsmouth, um einen Vermisstenfall aufzuklären. Die Bewohner sind verdächtig verschlossen und schnell wird deutlich, dass in diesem Ort etwas faul ist. Die bereits angeschlagene Psyche von Jack tut ihr Übriges. Er gerät in Panik, sein Sichtfeld verengt sich, sein Puls geht immer schneller. Wenn wir die Kontrolle über ihn komplett verlieren, können wir ihm im Extremfall nur noch beim Selbstmord zusehen.

Darkest Dungeon

Der Einsatz in von Monstern verseuchten Dungeons kann selbst den tapfersten Kämpfer in den Wahnsinn treiben. Dies beweist uns das Game Darkest Dungeon sehr eindrucksvoll. Denn wenn unser Held seinen Verstand einbüßt und nicht mehr auf unsere Befehle hört, kommt der Tod schneller, als wir denken. Das Taktik-Rollenspiel wartet mit einem tollen Art Design, einer düsteren Atmosphäre, einem grandiosen Sprecher und einer komplexen Strategie auf. Immer nur vier Abenteurer dürfen mit in den Einsatz. Es gilt also, gut abzuwägen und eine starke Truppe zusammenzustellen. Insgesamt können wir jedoch über 20 Kämpfer für unsere Zwecke rekrutieren. Haben diese zu viele Schrecken erlebt, brauchen sie eine Pause im Sanatorium: sei es wegen Alkoholabhängigkeit, einer Zoophobie, Kleptomanie oder einer schweren Depression. Manchmal jedoch ist keine Heilung möglich – mit dem Verlust von starken Rekruten müssen wir uns in Darkest Dungeon schnell abfinden.

Eternal Darkness: Sanitys Requiem

Ein mysteriöses, in Menschenhaut und Menschenknochen eingebundenes Buch fällt der Hauptprotagonistin Alex in die Hände. Dieses Buch ihres verstorbenen Großvaters erzählt Geschichten von ihren Ahnen. Und diese hatten alle etwas gemeinsam: Sie kämpften gegen eine mächtige, außerirdische Gottheit. Nach und nach schlüpfen wir in die verschiedenen Rollen – verteilt über einen Zeitraum von knapp 2.000 Jahren Menschheitsgeschichte. Dabei kämpfen wir häufig ums Überleben (manchmal vergeblich), und zunehmend machen uns Halluzinationen zu schaffen, die uns an unserem Verstand zweifeln lassen. Und mit „uns“ meinen wir den Spieler: Denn wenn plötzlich das Bild schwarz wird, der Ton verschwindet oder unsere Spielstände gelöscht werden, bekommen wir schnell eine ganz reale Gänsehaut.

Amnesia: The Dark Descent

In Amnesia: The Dark Descent wird das Gefühl der Hilflosigkeit auf die Spitze getrieben. Wir besitzen kaum Waffen und unsere einzige Möglichkeit zu überleben besteht häufig nur in der Flucht sowie der Suche nach einem sicheren Versteck. Wir sind keineswegs ein übermächtiger Held, der sich einfach den Weg freiballert; uns kann schon ein zu intensiver Blick unserer Gegner töten. Wir sind dem Schrecken, der im Dunkeln lauert, ausgeliefert. Und dabei wissen wir zu Beginn nicht einmal, was uns eigentlich verfolgt und wo wir überhaupt sind. Die gesamte Atmosphäre und unsere Machtlosigkeit weisen deutliche Anleihen bei Lovecraft auf. Gleiches gilt für die Geschichte, die sich um eine mysteriöse, magische Kugel dreht, mit der wir anscheinend eine unheimliche Macht einsetzen können.

Stories Untold

Ein Text-Adventure mit Jumpscares: Wie soll das gehen? Allein schon dafür, das herauszufinden, lohnt sich Stories Untold. Mit den einfachsten Mitteln wird in dieser Mischung aus Text-Adventure, Point & Click sowie Walking Simulator eine fast greifbare Spannung aufgebaut. Dabei vermittelt das Spiel dasselbe Feeling wie eine Lovecraft-Story. Zu Beginn ist unser Aktionsradius in Stories Untold stark eingeschränkt, er weitet sich im Spielverlauf jedoch etwas. Das Spiel eignet sich für alle, die weder Action noch krasse Effekte brauchen, sondern eine gut erzählte Geschichte am meisten zu schätzen wissen.