Agony: Ein Trip durch die Hölle

Agony: Ein Trip durch die Hölle
Gastbeitrag von Lisa Pernkopf Games 29.03.2018

Sollte man zu den Todesmutigen gehören, die den Höllentrip antreten, sei eine Warnung ausgesprochen: Agony ist nichts für schwache Nerven, denn das wohl gruseligste Spiel des Jahres hat es echt in sich. Man beginnt seine Reise in den Tiefen der Hölle, ohne jegliche Erinnerung an die Vergangenheit. Auf der Suche nach einem Ausweg irrt man als gepeinigte und gequälte Seele durch eine blutige und vor allem angsteinflößende Welt. Klingt einfach, ist es aber nicht. Die einzige Chance weiterzukommen, besteht darin, mit seiner Seele andere Wesen zu kontrollieren und so weiterzukommen. Die Seele bemächtigt sich sozusagen anderer Gefäße. Im Fall von Agony: Leichen. Allein durch diese Fähigkeit besteht eine Chance weiterzukommen.

Doch damit nicht genug. Auf seiner Reise erkennt man, dass man die mystische rote Göttin aufsuchen muss. Es heißt, sie habe diesen Ort erschaffen. Macht Sinn, dass sie dann auch den Weg nach draußen kennt. Heißt es zumindest. Doch ist es auch so?

Gänsehaut auf einem neuen Level

Nächster Halt: eine Audienz bei der roten Göttin. Was nach einer einfachen Aufgabe klingt, stellt sich aber spätestens bei der ersten Attacke eines Dämons mit gespaltenem Schädel in Frauengestalt als gar nicht so einfach dar. Verteidigung? Fehlanzeige. Dieser Survival-Horror bietet seinen Spielern folgende Möglichkeiten zur „Verteidigung“: neben der Tatsache, dass seine Seele andere Körper kontrollieren kann, bleibt noch Stealth à la Silent Hill oder Metal Gear Solid oder aber simples Davonrennen. Keine große Auswahl, wenn man ständig das Gefühl hat, beobachtet und verfolgt zu werden. Doch das macht ja auch den Reiz von Agony aus. Dass der Tod im Spiel eine zentrale Rolle einnimmt, merkt man spätestens dann, wenn man sich bewusst für das Sterben entscheiden muss um weiterzukommen. Wer denkt, dass hier schon die Grenze des blutigen Geschmacks erreicht sei, der irrt gewaltig.

Nervenkitzel und Gejammer

Begleitet wird man auf seinem Weg zur roten Göttin von konstantem Jammern und Gewinsel gequälter Seelen. Unterbrochen wird die Dauerbeschallung von schrillem Frauen- und Kindergeschrei. In Kombination mit Musik und Geräuschen, die regelrecht unter die Haut gehen, bietet dieser Survival-Horror mit Sicherheit ein Spielerlebnis der anderen Art. Das polnische Entwicklerstudio Madmind Studio hat Entwickler an Bord, die an Spielen wie Witcher 3 oder Enemy Front mitgearbeitet haben. Wie man Atmosphäre schafft, wissen die Jungs also. So ganz klar auch bei Agony. Jedes Level bietet neue und grauenhafte Orte. Nervenkitzel pur.

Wenn man sich also bewusst für dieses Spiel entscheidet, muss man sich auf schockierende Spielstunden voller Blut, Tod und Leid gefasst machen. Was muss man mitbringen um den Höllentrip zu überstehen? Sneaken, Bluthunger und einen guten Magen. Agony ist zwar kein klassisches Adventure, aber trotzdem muss man ein bisschen Hirn dazu einschalten. Um bei all den Levels, toten Körpern oder gequälten Seelen den Überblick zu behalten, ist anspruchsvoll. Darüber hinaus sollte man nie sein Ziel aus den Augen verlieren. Die rote Göttin. Sie allein weiß den Weg aus diesem Höllenszenario. Doch kann man ihr auch trauen?