Final Fantasy XII: The Zodiac Age - der Remaster im Überblick
Games 11.07.2017

2017 könnte sich als DAS Jahr für Square Enix entpuppen, den kurz nachdem Final Fantasy XIV mit der neuen Erweiterung, Stormblood, herauskam, erscheint auch ein HD-Remaster vom zwölften Teil der Serie. Als das Original 2006 veröffentlicht wurde, war der Zietpunkt damals nicht ganz so optimal, da gerade die PlayStation 2 von ihrem Nachfolger ersetzt wurde. Deshalb gab es für einige Spieler nur ein kurzes Zeitfenster, eine der düstersten Geschichten der Serie selbst zu erleben. Doch mit dem Remaster kommt die Welt von Ivalice endlich auf die PlayStation 4. Kann Final Fantasy XII: The Zodiac Age nach elf Jahren noch mit modernen RPGs mithalten, oder zeigt sich sein Alter bereits?

Abenteuer Ahoy!

Der obdachlose Taschendieb Vaan träumt von einem besseren Leben, doch als er sein Glück damit versucht, endlich einen großen Gewinn abzustauben, scheint es als hätte sich sein Leben nur noch mehr verkompliziert. Während seiner Infiltration des Palastes von Dalmasca’s Hauptstadt, Rabanastre, findet er einen magischen Kristall, Magicite. Hierdurch werden die Luftpiraten Balthier und Fran auf ihn aufmerksam und machen ihn zu einem Teil ihrer Bande. Nach diesem schicksalshaften Treffen fängt ein brandneues Kapitel im Leben von Vaan und seiner Freundin Penelo an, als sie realisieren, dass ihre Heimatstadt eigentlich ein Teil eines viel größeren Rätsels ist.

Die Welt von Ivalice hat eine lange Geschichte hinter sich. Spieler konnten sie zum ersten Mal in Final Fantasy Tactics besuchen, als das Spiel in 1998 in die Läden kam. Seitdem war sie der Fokus der Tactics-Serie, doch wurde erst mit dem zwölften Teil das Setting eines Hauptspiels der Spielserie. Inspiriert wurde diese Version der Welt von der Handheld Version, Final Fantasy Tactics Advance. In XII werden Spieler auf die vier verschiedenen Rassen von dem Gameboy Advance-Spiel, die Bangaa, Moogles, Nu Mou und Viera kennenlernen, doch es geht sogar einen Schritt weiter und erweiterte die Population um die grünen Humanoiden, die Baknamy, die Helgas, katzenartige Wesen namens Rev und viele mehr.

MMORPG ohne MMO

Man könnte den zwölften Teil als eine Kombination von mehreren Games aus der Spielreihe bezeichnen. Wie in Tactics kann man den verschiedenen Mitgliedern seiner Gruppe eine Rolle zuweisen und sie somit „programmieren“, dass sie bestimmte Befehle automatisch durchführen. Diese werden als „Gambits“ bezeichnet und spielen besonders in späteren Teilen des Spiels eine sehr wichtige Rolle. Wie in Tactics Advance, sammelt man mehr als nur die klassischen Erfahrungspunkte, um seine Charaktere weiterzuentwickeln. Ebenfalls gewinnt man mit der Zeit an sogenannte License Points (LP). Man muss nämlich die verschiedenen Fähigkeiten und Ausrüstungen freischalten, mithilfe eines einzigartigen Upgrade-Systems. Mit „License Board“ hat sich Square Enix etwas Besonderes einfallen lassen. Die vier Segmente, Magick, Technick, Accesory und Augment, zwingen einen Spieler genau zu überlegen, wo die gewonnen LP investiert werden, da man ohne die richtige Lizenzen Vaan’s neue Waffen nicht ausrüsten kann. Die Auseinandersetzungen mit Feinden sind stark vom MMORPGs-System inspiriert. Man kann jeden Feind auf der Karte sehen und entscheiden, ob man sich mit ihnen anlegen möchte oder nicht. Sobald der Kampf startet, aktiviert sich das Active Dimension Battle (ADB) System, wodurch man durch einen Strahl mit dem Feind verbunden wird. Hierbei erkennt man dann die Distanz zwischen seinen Figuren und den Monstern, bevor sie einen umzingeln. Man kann sich frei bewegen und greift an, sobald der Fähigkeitsmeter geladen ist, da sich Angriffe und Magie wieder aufladen müssen. Mit dem Sieg gewinnt man nicht die üblichen Gil, sondern Loot, das in den Städten verkauft werden kann. Somit werden sich Fans von Final Fantasy XI oder XIV sehr schnell zurechtfinden können.

Kleine Änderung, Große Wirkung

Als das Spiel zum ersten Mal publiziert wurde, war der größte Kritikpunkt beim großen Zeitaufwand, der zum Durchspielen benötigt wird. Man verbringt einiges an Zeit mit Kämpfen gegen die zahlreichen Monster, Soldaten und andere Wesen. Dies war der Grund, warum viele Spieler nach den ersten Stunden aufgaben, da die Geschichte sich nur langsam weiterentwickelte. Man benötigt einiges an Erfahrungspunkte, um ein bestimmtes Level zu erreichen, bevor man die größeren Dungeons angehen konnte. Damit man nicht zu früh aufgibt, hat der Entwickler einen „Fast Foward“ Option eingebaut. Sobald man das Gefühl bekommt, dass sich die Kämpfe zu sehr herauszögern, kann man mit einem Knopfdruck einfach das Spiel beschleunigen. Final Fanasy XII: The Zodiac Age bietet sich als ein einzigartiges Game für Spieler, die schon immer ein MMORPG ausprobieren wollten, jedoch zuerst offline ein Gefühl dafür gewinnen wollen.