Gaming-Malheurs im Jahr 2016

Games 23.01.2017

Nachdem wir bereits die unserer Meinung nach coolsten Games für Single- sowie Multiplayer gekürt und einen Blick auf die größten Gaming-Überraschungen des vergangenen Jahres geworfen haben, wird es nun Zeit für kleine und große Desaster. Denn neben vielen bärenstarken Games und einigen tollen Überraschungen hatte 2016 auch einige Dinge in petto, die wir so lieber nicht wiedersehen möchten und am liebsten vergessen würden.

Spiele-Verfilmungen sind nicht immer gut

Eigentlich hatten wir die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass irgendwann richtig gute und gelungene Spiele-Verfilmungen über die Leinwand flimmern. Das Jahr 2016 war allerdings nicht das Jahr, in dem auf Games basierende Filme ihren Ruf als vorprogrammierter Flop ablegen konnten. Und das, obwohl die Vorzeichen eigentlich Grund zur Hoffnung gegeben haben. Allen voran durch die Verfilmungen von Warcraft und Assassin's Creed, die mit erfahrenen Hollywood-Regisseuren, tollen Schauspielern (Michael Fassbender!) und erstklassigen Special Effects das Ruder herumreißen sollten. Auch wenn man den Filmen ihre hohen Produktionskosten ansieht und durchaus unterhaltsame Actionfilme dabei herausgekommen sind, bleiben sie letztlich nur durchschnittliches Popcorn-Action-Kino – weit entfernt von der Qualität der namensgebenden Spiele. Einziger Hoffnungsschimmer: Beide Filme sind (in einigen Punkten) Schritte in die richtige Richtung. Auf die erste wirklich großartige Spiele-Verfilmung warten wir jedoch weiter sehnsüchtig.

NES Classic Edition – 3, 2, 1, weg!

Was für eine simple und gleichzeitig grandiose Idee von Nintendo: einfach die beliebte Old-School-Konsole NES (Nintendo Entertainment System) als Mini-Version nachbauen und mit 30 vorinstallierten Spieleklassikern ausstatten. Dazu noch ein Veröffentlichungstermin in der Vorweihnachtszeit, und man sollte neben sich selbst auf die Schulter klopfenden Managern mit zufriedenen Retro-Gaming-Fans rechnen. Allerdings haben sich letztere eher geärgert. Das Mini-NES war weltweit zunächst nur in so geringen Stückzahlen erhältlich, dass kaum jemand eines der begehrten Geräte ergattern konnte und bis heute Lieferengpässe bestehen. Wer also nicht das Doppelte oder Dreifache bei gängigen Online-Auktionshäusern bezahlen möchte, schaut in die Röhre. Was hat sich Nintendo denn nur dabei gedacht? Hat man die Nachfrage schlicht unterschätzt? Wir sind jedenfalls enttäuscht, dass eine so tolle Idee so einen bitteren Beigeschmack hat, weil einfach viel zu wenige Geräte im Einzelhandel ankamen.

Viele gute Spiele sind toll – zu viele schlechte Spiele nicht

Steam ist DER Dreh- und Angelpunkt für PC-Spieler. Die Plattform hat sich zum Must-have mit tollen Features, Communitys und einem guten Store gemausert. Aber genau hier ist ein Problem mit der Plattform 2016 eskaliert: Steam hat zu viele Spiele. Statistiken belegen, dass allein im letzten Jahr mehr als 4.000 Spiele veröffentlicht wurden – das entspricht rund 40 Prozent aller Spiele auf Steam. Im Jahr davor waren es bereits knapp 3.000 Spiele gewesen – so viel wie in den 10 Jahren davor insgesamt veröffentlicht worden waren. Würde es sich dabei um professionelle und vor allem gute Spiele handeln, wäre das kein Problem. Allerdings ist ein großer Teil dieser 4.000 Spiele einfach nur Ramsch: minderwertige Spiele, die von Amateuren mithilfe von Assets lieblos zusammengeschustert wurden, schlechte Mobile-Game-Portierungen und Dutzende 1:1-Kopien von bereits veröffentlichten Spielen dieser Art. Diese Flut an minderwertigen Spielen macht es Gamern immer schwerer, den Überblick zu behalten. Außerdem gehen hochwertige Indie-Games schnell unter.

No Man's Sky: Zu großer Hype und gebrochene Versprechen

„No Man's Buy“, „No Man's Lie“ und viele weitere Verballhornungen sind noch die harmloseste Kritik am Weltraum-Erkundungs-Spiel No Man's Sky. Der Hype vor Release war gigantisch und die Erwartungen dementsprechend extrem hoch. Nach Veröffentlichung machte sich jedoch schnell Ernüchterung breit: Zahlreiche versprochene Elemente und Features waren nicht im finalen Produkt enthalten, und das eintönige Gameplay enttäuschte viele Spieler und Kritiker. Zwar ist No Man's Sky kein absoluter Reinfall und durchaus ein solider Titel, der eine bestimmte Zielgruppe anspricht und für die bestimmt genau das richtige Game ist. Das große Problem liegt schlicht und einfach in der viel zu hohen Erwartungshaltung. Zum einen ist das die Schuld der Entwickler, die Material zeigten und Features ankündigten, die mit dem finalen Game nichts zu tun haben, zum anderen die der Fan-Community, die trotz der oft kryptischen Informationslage vorab ein falsches Bild von No Man's Sky zeichnete. Beispielsweise in Bezug auf mögliche Multiplayer-Features. Hello-Games-Chef Sean Murray schloss noch wenige Wochen vor Release bei einem Fernsehauftritt Multiplayer-Features nicht aus und deutete diese sogar an. Der Community reichte das als Bestätigung, und der Hype wurde weiter angefeuert. Die traurige Wahrheit lautete am Ende: Es gibt in No Man's Sky keine Mehrspielerkomponente. Aus diesem Fall lässt sich eine wichtige Lehre für die Zukunft ziehen: nicht immer dem Hype glauben.