Black Mirror – Horror in Schottland

Black Mirror – Horror in Schottland
Games 29.11.2017

Der Name Black Mirror lässt Fans von gepflegten Horror-Adventures gleich aufhorchen. Schließlich bescherte uns die gleichnamige Trilogie von 2004 bis 2011 zahllose Gänsehaut-Momente. Nun gibt es ein neues Black-Mirror-Spiel vom deutschen Entwickler King Art, und wir freuen uns riesig, wieder in die schaurig-schöne Atmosphäre eines urigen Familienanwesens einzutauchen. Alte Herrenhäuser sind nun mal einfach prädestiniert als Schauplatz für ein Horror-Spiel.

Prequel, Sequel oder was eigenes?

Wie genau die Handlung von Black Mirror zu den früheren Teilen passt oder ob es sich gar „nur“ um ein Remake handelt, sorgte im Vorfeld für Verwirrung. Grundsätzlich ist es ein eigenständiges Spiel und die Story ist unabhängig von den früheren Games. Damit haben auch Neueinsteiger uneingeschränkt Spaß. Das Setting, die Atmosphäre, die Optik und das Gameplay orientieren sich stark an Black Mirror 1–3, aber der neueste Teil kommt natürlich mit einem angemessenen erneuerten Erscheinungsbild auf unsere Rechner und Konsolen. Das bekannte Point & Click-Gameplay bildet immer noch die Basis, wurde jedoch etwas erweitert. Kenner werden sich zwar sofort zu Hause fühlen, aber es gibt auch neue Elemente, die für Abwechslung sorgen. Denn der Protagonist macht unter anderem mit geisterhaften Erscheinungen Bekanntschaft, die ihn langsam aber sicher an seinem Verstand zweifeln lassen.

Mysteriöser Selbstmord in düsterem Anwesen

In Black Mirror spielt wieder die wohlhabende schottische Familie Gordon die Hauptrolle, und erneut lockt uns ein unerwarteter Todesfall zurück zu unserem dürftig beleuchteten Familienstammsitz. Die Ereignisse spielen jedoch deutlich vor denen aus den früheren Teilen, nämlich im Jahr 1926.

Die Hauptfigur David ist zwar Mitglied der Familie Gordon, jedoch in Indien geboren und dort aufgewachsen. Erst der Selbstmord seines Vaters zwingt ihn gewissermaßen dazu, dass er sein Erbe besichtigt und sich mit den verbliebenen Mitgliedern seiner Sippschaft bekannt macht. Dass dem Tod des Vaters etwas Mysteriöses anhaftet, vermutet David sehr schnell, und so gräbt er sich immer tiefer in die Geheimnisse seiner Vorfahren. Was er dabei entdeckt, verstärkt seine Alpträume, die ihn seit frühester Kindheit plagen. Sie werden immer greifbarer …

Freund und Feind: Wer lebt in Black Mirror?

Uns begegnen in Black Mirror noch einige andere Personen, die David mal mehr, mal weniger wohlgesinnt sind:

  • John Gordon ist Davids Vater, er beging kürzlich Selbstmord. Er hat sich sein Leben lang mit den Rätseln und mysteriösen Ereignissen in der Familienchronik beschäftigt. Schließlich scheint er dabei ein bisschen den Blick für die Realität verloren zu haben – oder doch nicht?
  • Dr. Leah Farber ist Davids größte Hilfe. Bei allem Übernatürlichen ist sie sofort skeptisch und will David auch deshalb helfen, eine logische Erklärung für die Vorkommnisse im Haus zu finden. Dabei kommen ihr jedoch zunehmend Zweifel an allem, was sie bisher geglaubt hat.
  • Lady Margaret hat das Sagen in Black Mirror und zweifelt, dass David des Familienerbes würdig ist. Schließlich ist er praktisch ein Fremder und nicht mit den Eigenheiten der Gordons vertraut.

Außerdem dürfen in einer so großen und unheimlichen Residenz weitere, durchaus verdächtige Personen nicht fehlen, als da wären: der Butler, der Gärtner und das Hausmädchen.

Licht aus! Grusel-Atmosphäre vom Feinsten

Auch wenn hier einige Klischees bedient werden: In einem alten Herrenhaus im neblig-düsteren Großbritannien, untermalt mit schauriger Musik, kann einfach nur ein kribbelig-gruseliges Gefühl aufkommen. Die Story, die sich zudem um okkulte Themen, dunkle Familiengeheimnisse und unerklärliche Todesfälle dreht, tut ihr übriges. Das Franchise Black Mirror steht nach wie vor für ein gelungenes Grusel-Adventure, das nicht mit plötzlichen Schockmomenten oder besonders gruseligen Charakteren unseren Puls in die Höhe treibt, sondern mit subtilem Psycho-Horror. Wir werden unser ungutes Gefühl einfach nie los, im Gegenteil: Es wird immer stärker. Dass wir unsere geistige Verfassung zunehmend infrage stellen, hilft nicht unbedingt. Bei den Mysterien, die wir im Laufe der Story aufdecken, läuft uns regelmäßig ein eiskalter Schauer über den Rücken.

Fazit: Die Spurensuche rund um den Fluch der Familie Gordon funktioniert auch nach 13 Jahren und im neuen Gewand noch tadellos.