Echo: SciFi mit spannender Story und innovativen Gameplay-Ideen
Games 05.10.2017

Das kleine dänische Studio Ultra Ultra gründete sich erst 2015 und besteht zum Teil aus ehemaligen Mitarbeitern von IO Interactive, die an mehreren Hitman-Spielen beteiligt waren. Schon allein diese Tatsache lässt Gaming-Fans gespannt auf die Neuerscheinung Echo blicken. Das Spiel, das Action und Stealth gekonnt verbindet (wie könnte es bei dem Hitman-Background auch anders sein), mit der schicken Unreal 4Engine gestaltet wurde und mit einer mysteriösen Story im Weltraum-Setting lockt, könnte eine kleine Gaming-Perle sein. Wir warten aufgrund der innovativen Ideen, die die Entwickler beim Gameplay hatten, schon eine Weile hocherfreut auf Echo.

En und ihre Klone

Zu Beginn des Spiels wacht die Hauptheldin En aus einem hundert Jahre währenden, künstlichen Schlaf auf. Mit einem Raumschiff wurde sie auf eine Mission zum sogenannten Palast geschickt. Ein merkwürdiger Ort – wie auch Ens sprechende Raumschiff namens bestätigt. Im Palast gilt es nun nicht, Horden von Aliens umzulegen, sondern bedacht und taktisch vorzugehen. Denn der Palast kreiert Echos von En – Klone, die ihr nicht nur ähnlich sehen, sondern auch ihre Aktionen und ihr Verhaltensweisen nachahmen und immer neu dazulernen. Übrigens: En wird von der aus Game of Thrones bekannten Schauspielerin Rose Leslie vertont. Dort spielt sie die beliebte Ygritte, die mit ihrem charakteristischen schottischen Akzent auffiel. Bei den zahlreichen Gesprächen mit London (gesprochen von Nick Boulton, unter anderem als Stimme aus den Games Hellblade und Mass Effect bekannt) lernen Spieler En und ihre Hintergrundgeschichte näher kennen – und diesen beiden Stimmen könnten wir persönlich wirklich stundenlang lauschen.

Lernen und Rebooten – ein ewiger Kreislauf

Wir treten in Echo vor allem gegen uns selbst an. Denn der Palast und seine Klon-Wächter funktionieren nach einem interessanten Prinzip, was den großen Reiz an Echo ausmacht: Der Palast startet sich mysteriöserweise selbst ständig neu – und nach jedem Reboot werden die Echos neu generiert und können all das, was wir ihnen mit En vorher gezeigt haben. Den Wechsel der Phasen markiert eine kurze Zeitspanne, in der alle Lichter ausgehen und Spieler sich als En im Dunkeln durch die Räume bewegen. Zu diesem Zeitpunkt können wir mit der Heldin alles machen, ohne dass der Palast und die unheimlichen Klone etwas davon bemerken. Ist jedoch das Licht an, merkt sich der Palast alles. Egal, ob wir schießen, schleichen, springen oder Türen öffnen: Haben wir eine Aktion einmal ausgeführt, visualisiert ein durchsichtiger Schemen hinter En, dass diese Handlung registriert und gespeichert wurde. Nach dem nächsten Blackout bekämpfen Ens Echos sie nun mit ihren eigenen Waffen. Um das Ganze nicht zu schwer zu gestalten, erweitern die Klone ihr Wissen nicht unendlich. Sie vergessen nach jedem Neustart alles, was sie früher wussten – entscheidend sind nur die Aktionen, die wir in der direkt vorhergehenden Helligkeitsphase ausgeführt haben.

Was erwartet uns tief drinnen im Palast?

Echo wirft gleich zu Beginn unheimlich viele Fragen auf, die uns schnell immer tiefer in die Story ziehen und unsere Neugier wecken. Wo kommt En her? Warum wurde sie zum Palast geschickt? Warum kann das Raumschiff sprechen? Was ist in dem Würfel, den En auf dem Rücken trägt? Wer ist dieser Foster, von dem gleich am Anfang die Rede ist und wird En es schaffen, ihn wiederzubeleben? Und wie sieht es in den tieferen Ebenen des Palastes aus? Nach einigen Runden haben geübte Spieler relativ schnell eine Taktik gefunden, mit der sie die wechselnden Phasen gut überstehen. Es bedarf zwar etwas Selbstbeherrschung, nicht gleich automatisch zu schießen, wenn ein Klon auf einen zuläuft – doch wer sich zurückhalten kann und die Phasen strikt nach Schleichen und Schießen trennt, kommt erstmal gut klar. Doch ob dieses Vorgehen auch in den späteren Bereichen des Palastes ausreicht und was dieser Ort noch für En bereithält? Das muss jeder selbst herausfinden.