Die emotionalsten Spiele

Games | 04/21/2017

Wie bei Büchern und Filmen gibt es auch eine ganze Reihe Spiele, die uns auf emotionaler Ebene berühren. Meistens sieht das dann so aus, dass selbst der härteste und erfahrenste Gamer sprachlos wird und Wasser in den Augen stehen hat. Aber nicht jedes Spiel sorgt gleich dafür, dass man zu heulen anfängt wie ein Schlosshund. Manche Spiele berühren einen auf eine ganz andere Art und können so auch zu einer Erfahrung werden, die den eigenen Horizont ein Stück erweitert. Denn besonders in ihrer Emotionalität beweisen Spiele immer wieder, dass sie Teil eines Mediums mit künstlerischem Anspruch sind. Wir möchten einige Spiele vorstellen, die uns emotional berührt haben, darunter sowohl Indie-Games als auch teure Triple-A-Produktionen.

The Last Guardian

Mehr als ein Jahrzehnt mussten Fans des Entwicklerstudios Team Ico auf The Last Guardian warten. Und es hat sich gelohnt! Das Team ist seinen Wurzeln treu geblieben und hat das gemacht, was es am besten kann: eine hochemotionale und spannende Reise erschaffen, wobei im Mittelpunkt zwei Charaktere stehen. Ein kleiner Junge und das Fabelwesen Trico treten sich anfangs mit Skepsis gegenüber, bevor sie im Spielverlauf zu einem unschlagbaren Team werden. Auf ihrer Suche nach dem Weg aus dem magischen Tal decken wir dabei Stück für Stück auf, was es mit den Fabelwesen auf sich hat, wie der Junge dorthin gelangt ist und warum Trico anders ist als die anderen Wesen seiner Art. Dabei wachsen uns die beiden so sehr ans Herz, dass wir jede Sekunde mit ihnen mitfiebern und dieselben wunderschönen Panoramen bestaunen, den Atem anhalten, wenn Gefahr droht, und das eine oder andere Mal auch einige Tränen vergießen.

This War of Mine

Es gibt diese Art Spiele, bei denen es sich komisch anfühlt, wenn man sagt, dass sie Spaß machen. Eines dieser Spiele ist auch This War of Mine, in dem man während eines Bürgerkriegs für Zivilisten Sorge trägt. Durch das ernste Thema und die düstere Stimmung fällt es schwer, von „Spaß“ zu sprechen, vielmehr zieht uns das einzigartige Konzept auf fast schon magische Weise in seinen Bann und wir möchten, dass alle unbeschadet durch die Krise kommen. Das gesamte Szenario sowie die Aktivitäten, Sorgen und Probleme der Charaktere werden dabei sehr authentisch vermittelt. Dadurch beginnt man schnell, darüber nachzudenken, wie es in echten Krisengebieten aussehen mag. Das Spiel hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

The Last of Us

Ohne Zweifel war The Last of Us 2013 das Spiel des Jahres. Und das nicht zuletzt wegen der sehr emotionalen Story, die das Game erzählt. Allein die Eröffnungsszenen sorgen bei fast allen für Gänsehaut – viele können sich auch die Tränen nicht verkneifen. Der perfekte Einstieg in ein Spiel, das später zu einem unvergesslichen Road-Trip wird, bei dem die beiden Hauptcharaktere und ihre Reise im Vordergrund stehen. Und je näher sich die beiden Protagonisten Joel und Ellie kommen und eine Vater-Tochter-Beziehung entwickeln, desto mehr wachsen die beiden auch uns ans Herz. Dadurch wirken Bedrohungen in der Spielwelt noch ernster, und wir fiebern bis zum großen Finale jede Sekunde mit.

Nier: Automata

Ein aktueller Titel darf in der Liste natürlich nicht fehlen. Auf den ersten Blick wirkt Nier: Automata nicht besonders emotional – vielmehr kommt es als typisch japanisches Actiongame mit sexy Anime-Charakteren daher. Wenn man allerdings die Fassade durchbrochen hat, bietet Nier: Automata eine spannende und vor allem tiefgründige Story, die sich letztlich mit der Frage beschäftigt, was Menschsein und Menschlichkeit überhaupt bedeuten. Auch wenn Nier: Automata sicher nicht jeden Geschmack trifft, kann bei diesem Spiel am Ende so viel hängen bleiben, dass Fragen, Motive und Zusammenhänge einem auch Tage und Wochen später noch nicht aus dem Kopf gehen wollen. Es ist eines der Spiele, über die man (wie über einen guten Film) am liebsten stundenlang diskutieren möchte.

Noch kurz erwähnt

Theoretisch könnten wir diese Liste noch lange weiter führen, stattdessen stellen wir hier ganz knapp noch ein paar Titel vor, die wir auf keinen Fall unerwähnt lassen wollen.

  • Firewatch: Das Spiel, in dem man in die Haut eines Nationalpark-Hüters schlüpft, entpuppt sich im Spielverlauf als sehr persönliche Geschichte mit Themen und Problemen, die man zunächst nicht in einem Spiel erwartet.
  • Gone Home: Bei Gone Home handelt es sich um eine ganz besondere Spielerfahrung. Nach einem Jahr kehrt Teenagerin Kaitlin ins Elternhaus zurück, aber niemand ist da. Als Spieler erkundet man daraufhin die Geschichte von Kaitlin und ihrer Familie.
  • Life is Strange: Zeitreisen sind kompliziert und können sehr emotional werden. So auch Life is Strange, das die Brücke zwischen Sci-Fi-Geschichte, Teenager-Drama und spannender Story gekonnt verknüpft. Emotionen sind vorprogrammiert.
  • The Walking Dead Season 1: Mit diesem Spiel hat Telltale ein neues Genre entwickelt und zugleich einen Klassiker abgeliefert. Die Reise von Lee und Clementine gehört zu den emotionalsten Endzeit-Stories unter den Videospiele-Plots.