DOOM VFR: Wir schmecken förmlich das Blut

DOOM VFR: Wir schmecken förmlich das Blut
Games 01.12.2017

Ein paar gezielte Schüsse auf die abstoßende Dämonenbrut abfeuern, den aufleuchtenden Gegner für den Gnadenstoß anvisieren und schon löst er sich ansehnlich in eine Blutlache auf: So laufen die meisten Konfrontationen in DOOM VFR ab. Und das alles erleben wir dank VR-Brille hautnah. Sehen die grotesk verformten Körper aus der Nähe und fühlen uns manchmal auch etwas eingeschüchtert, wenn sich die richtig großen Biester vor uns aufbauen. Aber immer nur kurz: Denn mit unserem üppigen Waffen-Arsenal machen wir ihnen ganz schnell den Garaus. Mit dem Ableger von DOOM für die virtuelle Realität hat uns id Software wirklich einen großen Shooter-Spaß beschert, bei dem wir das umherspritzende Dämonenblut förmlich riechen können.

Vom Mars in die Unterwelt: Wir kennen den Weg

Das eigens für das VR-Erlebnis angepasste DOOM ist nicht die Eins-zu-eins-Umsetzung des Games von 2016, sondern ein Ableger mit eigener Story, die kurz nach den Ereignissen in DOOM spielt. Zugegeben, einen großen Unterschied macht das nicht. Noch immer rennen wir in der Raumstation der Union Aerospace Corporation auf dem Mars umher und vernichten zahlreiche Dämonen, die der Hölle entflohen sind. Bis mitten ins Inferno führt uns unsere Aufräumaktion. Die Schauplätze kommen uns also durchaus bekannt vor – es gibt aber auch einige vollkommen neue Level.

Wir spielen in DOOM VFR zudem keinen Marine, sondern einen Wissenschaftler. Der letzte Überlebende auf der Raumstation segnet leider auch bald das Zeitliche. Doch sein Bewusstsein wird wiederbelebt und kann in einer neuen Hülle den Kampf gegen die Höllenbrut fortsetzen. Schließlich ist es unsere Aufgabe, die verbliebenen Ungetüme zu vernichten und dorthin zu schicken, wo sie hergekommen sind.

Mal schnell in die Hölle teleportiert

Die Fortbewegung ist nach wie vor ein schwieriges Thema in VR-Spielen. DOOM VFR greift hier auf bewährte Methoden zurück: Mit gedrückter Taste visieren wir unseren bevorzugten Landeplatz an, lassen den Knopf los und werden an Ort und Stelle teleportiert. Für schnelle, kurze Bewegungen – beispielsweise um im Kampf auszuweichen – drücken wir die Aktionstaste kurz und unternehmen nur kleine Sprünge. Dieses sogenannte „Strafing“ wählen manche sogar als bevorzugte Fortbewegungsmethode. Ein flüssiges Umherspazieren ist in DOOM VFR – anders als beispielsweise in Skyrim VR – nicht möglich.

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Der Controller

Bei der Entscheidung, mit welchem Steuergerät wir uns den Höllenfeuern entgegenstellen wollen, lässt uns DOOM VFR eine große Auswahl. Die Steuerung ist sowohl mit den Dualshock-4-Controllern, den Motion-Controllern oder dem PlayStation Aim Controller möglich. Letzterer ist auf jeden Fall unsere erste Wahl. Er trägt einiges zur Immersion bei, vor allem beim Halten und Bedienen von Zweihandwaffen. So gehen uns die Salven auf die Dämonen noch flotter von der Hand und wir können immer schneller zum Glory Kill übergehen. Dieses coole System haben die Entwickler (leicht abgewandelt) aus dem letzten DOOM-Game übernommen: Leuchtet ein geschwächter Gegner auf, können wir ihn anvisieren und uns direkt auf seine Position teleportieren, um ihm automatisch den Rest zu geben. Das Ergebnis: eine hübsche Blutfontäne.

Virtual Fucking Reality: Eine ganz neue DOOM-Erfahrung

Im Vorfeld hegten wir zwar ein paar kleine Zweifel, ob es möglich ist, in VR die pure Geschwindigkeit und Dynamik eines DOOM einzufangen. Doch es ist geglückt. Die Fortbewegung mittels Teleportation und Strafing geht uns schnell in Fleisch und Blut über. Ausweichmanöver sind damit ebenso möglich wie mit herkömmlicher Steuerung. Die Dynamik wird noch verstärkt durch das intensive Gefühl, mitten im Geschehen zu stehen. DOOM VFR fühlt sich wie ein waschechtes DOOM an – auch wenn aufgrund des neuen Mediums ein paar Anpassungen notwendig waren. Vor allem in Kombination mit dem Aim Controller macht die etwa vierstündige Jagd auf die Ausgeburten der Höllen riesig Spaß und gehört definitiv zu unseren VR-Highlights des Jahres.