ESL Pro League CS:GO Predictions

ESL Pro League CS:GO Predictions
©ESL: Carlton Beener eSports 14.11.2017

Die sechste Auflage der ESL Pro League, der höchsten professionellen und am längsten bestehenden eSports-Liga von CS:GO, ist vergangenes Wochenende nach turbulenten 10 Wochen zu Ende gegangen. In den insgesamt 26 Spieltagen kämpften die je besten Teams aus Europa und Amerika um den Einzug in das LAN-Finale, welches vom 5. bis 10. Dezember 2017 in der Sparekassen Fyn Arena in Odense ausgetragen wird.

Qualifikation für die Finals

Das letzte Wochenende der ESL Pro League Season 6 zeichnete sich dabei vor allem durch besonders brisante und knappe Games aus und hielt auch einige Überraschungen für das Publikum bereit. Die Ausgangslage für den letzten Spieltag bot äußerste Spannung, da auf Grund der bisherigen Tabellensituation mehreren Teams der Einzug ins Finale noch offenstand. In der europäischen Division kämpften NiP, G2 und HellRaisers um die letzten beiden Tickets, während in Amerika sogar fünf Teams – Misifts, CLG, NRG, Cloud9 und Luminosityum die letzten drei Spots konkurrierten. Für die Season 6 - Finals haben sich auf europäischer Seite letztlich (Reihung nach Platzierung) Fnatic, North, FaZe Clan Clan, Astralis, NiP und Hellraisers qualifiziert. Im amerikanischen Counterpart haben OpTic, SK, Team Liquid, NRG, Misfits und Luminosity den Einzug ins Finale gemeistert.

Erstaunliche Erstplatzierung

Am überraschendsten dabei ist wahrscheinlich, dass sich der Vorjahressieger G2 trotz starker Leistungen bei der diesjährigen Dreamhack Malmö nicht für das Offline-Event qualifizieren konnte. Neben dem Ausscheiden von G2 ist vor allem auch die überragende Erstplatzierung von OpTic in der amerikanischen Season hervorzuheben. Hierbei muss aber angemerkt werden, dass SK auf Grund einer zeitlichen Überschneidung mit dem WESG Qualifier in ihrem Heimatland Brasilien nicht zum Game antreten konnte.

FaZe Clan, SK und Astralis als Turnierfavoriten

Trotz der starken Abschlussplatzierungen von OpTic und Fnatic während der Online Season der ESL Pro League werden die Favoritenrollen doch von anderen Teams eingenommen. Denn während Fnatic sich in der Vergangenheit vor allem als Onliner bewährt und auf LAN-basierenden Events schwach präsentiert hat, wurde OpTic im Bosten EU Minor mit dem Niveauunterschied zwischen Europa und Amerika direkt konfrontiert und musste bittere Niederlagen gegen vermeintlich schwächere Gegner einstecken. Zu den unbestreitbaren Favoriten des Turniers zählen wie üblich FaZe Clan, SK und Astralis, welche derzeit auch das HLTV-Ranking anführen.

FaZe Clan

FaZe Clan hat sich in den letzten paar Monaten als das CS:GO-Team schlechthin bewiesen. Zu ihren Erfolgen dieses Jahr zählen der Sieg bei der ESL One New York sowie bei der ELEAGUE CS:GO 2017. Besonders beeindruckend war die Siegesserie, bei der FaZe Clan 15 Maps in Folge gewonnen hat. In der ESL Pro League konnte das Team rund um karrigan und co definitiv an diese Erfolge anknüpfen und durch eine Teamstrategie, die die vielen Individualtalente der Player bestens einzusetzen weiß, glänzen.

SK Gaming

SK Gaming stellt das wohl dominanteste Team der letzten zwei Jahre dar. Dieser langanhaltende Erfolg wurde auch heuer nicht gebrochen, denn obwohl die Brasilianer rund um FalleN Mitte des Jahres etwas schwächelten, konnten sie 2017 bei bereits 6 Turnieren den ersten Platz holen. Der kürzliche Spielerwechsel von felps zu boltz scheint dem Team dabei eher Positives als Negatives eingebracht zu haben. Denn bereits eine Woche nach dem Wechsel gewann SK die EPICENTER LAN in St. Petersburg. Dementsprechend selbstbewusst präsentierte sich das Team daher auch bisher in der EPL.

Astralis

Astralis, welche Anfang des Jahres nach der Verpflichtung ihres neuen Ingame-Leaders gla1ve das ELEAGUE Major sowie die IEM Kattowitz für sich entscheiden konnten, fielen leider nach diesen beiden Erfolgen in ihre alten Muster zurück: obwohl sie ständig sehr gute Leistungen auf Turnieren zeigen, lief in den wichtigen Momenten etwas schief. Daraus resultierte, dass sich die restlichen Abschlussplatzierungen des Jahres auf viele zweite, dritte und vierte Plätze beliefen. Wenn das Team rund um dev1ce jedoch an die Leistungen des Frühjahres anschließen kann, sind sie auf jeden Fall ein Kandidat für den Titel der EPL.

Neues Seedingsystem sorgt für Mitentscheidungsrecht der Teams

Die Favoriten des EPL sind also altbekannte CS:GO-Größen – und für deren Abschneiden wird nicht zuletzt die Tagesverfassung sowie das IEM Oakland und die daraus resultierende Siegesmentalität eine zentrale Rolle spielen. Für Abwechslung im EPL sorgt das neue Seedingsystem der Gruppen bei den Finals in Odense. Nicht so wie bisher gehabt wird die Platzierung der Onlinesaison über die Zuteilung beim Finale entscheiden – dieses Mal erhalten die teilnehmenden Teams Mitentscheidungsrechte. Aus den beiden Erstplatzierten wird jeweils eine Gruppe erstellt, wobei diese den ersten Gegner für die andere Gruppe auswählen. Diese wiederum dürfen zwei weitere Teams für die andere Gruppe bestimmen. Dieses System wird so lange weitergeführt, bis beide Gruppen gefüllt sind. Mit diesem System wird eine weitere strategische Ebene eingeführt, die Spannung verspricht.