Ist “The Surge” die Sci-Fi Antwort zu Dark Souls?

Soldat in mitten von Trümmern
Games | 05/16/2017

Falls sich Fans der Dark Souls-Reihe jemals wunderten, wie das Spiel in einer Science-Fiction Welt aussehen würde, Deck13’s neues Action-Rollenspiel, The Surge, beantwortet diese Frage. Die deutschen Entwickler versuchen, Spielern eine wahre Herausforderung zu bieten, indem die rasante Action von klassischen Sci-Fi-Spielen mit den besten Elementen des einzigartigen Genres, welches mit Demon Souls in 2009 anfing, kombiniert wird. Wir haben das brandneue Spiel getestet, um zu sehen, ob der deutsche Entwickler seine Ambitionen erfüllen konnte.

Mensch gegen Roboter

The Surge spielt in einer Dystopie, in der Kriege und Klimawandel die Erde größtenteils zerstört haben. Die Gegend des Spiels ist voll von Mettalschrott, der mit Sand bedeckt ist. Das brandneue Playstation 4 und PC-Spiel, The Surge, beginnt mit Warren, der einen neuen Job bei der Energiefirma, Creo, startet. An seinem ersten Tag unterzieht er sich einer Exo-Skelett Operation, jedoch wurde er dabei nicht narkotisiert und spürt somit das Procedere bis er ohnmächtig wird. Als er an einem verlassenen Ort aufwacht und mit Schrott umgeben ist, muss er sich einen Weg durch feindliche Roboter und Drohnen bahnen. Der Spieler teilt das Erlebnis mit dem Hauptcharakter, denn beide werden ohne jegliche Vorwarnung einfach ins Geschehen geworfen. Das Tutorial wurde organisch ins Spiel integriert, indem man schrittweise die wichtigsten Elemente des Spiels erlernt. Die ersten Auseinandersetzungen können ohne große Probleme gemeistert werden, bevor der Schwierigkeitsgrad rasant ansteigt. Im Vergleich zu anderen Science Fiction-Spielen wird hier nicht zu sehr auf Gesellschaftskritik oder Zukunftsvision geachtet. Die post-apokalyptische Zukunft dient grundsätzlich als Hintergrund für die herausfordernde Action des Spiels. Die Geschichte ist einfach gehalten, womit man im Verlauf des Games kleine Hinweise zur Vergangenheit dieser Roboter-Invasion erhält.

Interessantes Kampfsystem

The Surge bietet zwar keine allzu herausfordernde Geschichte, dafür ein recht kompliziertes Kampfsystem. Jeder Roboter, der einem in die Quere kommt, besteht aus verschiedenen Einzelteilen, die der Spieler sich zu Nutze machen kann. Wenn eine bestimmte Waffe oder Rüstung gewünscht ist, kann man sich diese mit gezielten Hieben und Schlägen zu eigen machen. Um dies zu erreichen, kann man ab dem richtigen Zeitpunkt mithilfe einer sogenannten Exekution den jeweiligen Körperteil vom Feind lockern. Hierdurch kommt man dann endgültig in den Besitz von Items und sobald man zu seiner Basis zurückgekehrt ist, können diese verglichen und verwendet werden. Insgesamt können Gamer im Spielverlauf fünf verschiedenen Kategorien mit je fünf verschiedenen Waffen erwerben. Jede Waffe besitzt eigene Animationen, Kombinationen und Exekutionen, wodurch man mit ausreichend Freiraum zum Experimentieren rechnen kann. Zwar werden auch Schusswaffen angeboten, doch der Fokus liegt auf den Nahkampfwaffen. Hier erinnert das Spiel am stärksten an Dark Souls. Der Spieler muss rasche Entscheidungen treffen, da dies sonst schwere Konsequenzen mit sich ziehen kann. Stirbt man bei einem Kampf, dann verliert man alles, was bis zu dem Zeitpunkt erworben wurde. Mit diesem einfachen Spielprinzip werden Spieler gezwungen, sich genau zu überlegen, ob ihnen das Überleben oder der Erwerb neuer Gegenstände wichtiger ist. Dies kommt besonders in den Momenten zum Vorschein, wo man von mehreren Feinden gleichzeitig angegriffen wird. Entweder riskiert man einen langanhaltenden Kampf, um am Ende des Spiels mit mehr Loot davonzukommen oder man versucht sie so schnell wie möglich auszuschalten, bevor man komplett überrumpelt wird. Das Spiel wird dadurch sehr zeitintensiv, denn je weiter man kommt, desto gefährlicher und länger werden die Herausforderungen.

Diablo trifft auf Dark Souls

Zahlen spielen eine wichtige Rolle in The Surge, denn Deck13 möchte sichergehen, dass der Rollenspiel-Aspekt nicht vergessen wird. In der Basis werden die einzelnen Gegenstände auf deren Werte verglichen, um zu sehen, ob sich die Mühe ausgezahlt hat. Hierdurch kann man schlussendlich die besten Waffen finden, damit man für alles, was auf einen zukommt, gewappnet ist. Besonders Fans von Dragon Age, The Witcher oder Diablo 3 werden sich hier wohlfühlen, doch um neue Spieler nicht abzuschrecken, wurde dieser Aspekt etwas vereinfacht. Zusätzlich können Implantate ins Exo-Skelett eingebaut werden, um passive Aspekte des Charakters zu erhöhen. Grundsätzlich bietet sich The Surge als eine gute Alternative zur klassischen Dark Souls-Reihe an. Langjährige Fans des Genres können sich mit einem brandneuen Science-Fiction-Setting auf den gewohnten Kampf ums Überleben freuen. Es bietet sich jedoch auch besonders für neue Spieler an, die schon immer dieses Genre ausprobieren wollten, aber sich fürchteten, dass sie von den Herausforderungen überrumpelt werden. Deck13’s neuestes Experiment beweist, dass dieses einzigartige Genre für die Zukunft noch ausreichend Potenzial bietet.