Gaming für wohltätige Zwecke mit Child’s Play und Co.

Games 25.11.2016

Gaming hilft beim Entspannen, trainiert die Augen-Hand-Koordination und macht einfach Spaß – vor allem, wenn man damit nebenbei etwas Gutes tun kann. Das dachten sich zumindest viele Gamer: Sie organisierten deshalb Gaming-Charity-Events und gründeten wohltätige Organisationen, um mit Gaming Spenden zu sammeln. Wir sagen euch, welche Organisationen das sind und wie ihr sie mit eurer liebsten Freizeitbeschäftigung unterstützen könnt.

Charity-Gaming-Organisationen

Child’s Play

Die Stiftung Child’s Play hat sich zum Ziel gesetzt, schwerkranken Kindern die Zeit im Krankenhaus zu verschönern. Dafür stellt sie den Krankenhäusern Videospiele und Spielzeug zur Verfügung, für die dem Krankenhaus oder den Eltern die finanziellen Mittel fehlen. Krankenhäuser auf der ganzen Welt (zurzeit hauptsächlich aus englischsprachigen Ländern und eines aus Deutschland, Stand März 2016) können sich auf Child’s Play registrieren und eine Amazon-Wunschliste online stellen. Spender haben anschließend die Wahl, ob sie etwas von der Wunschliste kaufen oder der Organisation einen bestimmten Geldbetrag spenden. Außerdem ist es möglich, mithilfe der Stiftung eigene Charity-Gaming-Events auf die Beine zu stellen. Zu diesem Zweck wurde ein spezielles Tool entwickelt, mit dem Spenden für jeden beliebigen Event einfach an Child’s Play weitergeleitet werden. Im offiziellen Child’s-Play-Kalender sind alle Events im Zusammenhang mit der Stiftung aufgeführt – die Palette reicht vom kleinen Gaming-Turnier an einer Schule bis zu internationalen Speedrunning-Events. Die 2003 gegründete Stiftung konnte auf diese Weise bereits über 40 Millionen Dollar Spendengelder sammeln (Stand: März 2016).

Gamingforgood

Unter gamingforgood.net finden Gamer ein Humanitarian Emergency Response Team: Sobald irgendwo auf der Welt eine Katastrophe passiert, starten die Gamer von Gamingforgood einen Spendenaufruf. Zu Beginn gehörten zu Gamingforgood nur wenige – allerdings sehr bekannte – Gamer, die ihre Zuschauer und Fans auf ihren Twitch- und Youtube-Kanälen zu Spenden aufriefen. Mittlerweile können sich weltweit Gamer auf Gamingforgood anmelden und sich mit einem Live-Stream an Spendenaktionen beteiligen. Wenn nicht gezielt für eine Katastrophe gesammelt wird, geht das gespendete Geld an Save the Children in Bangladesch und Nepal.

Humble Bundle

In einem Humble Bundle erwerben Spieler auf der gleichnamigen Seite ein Bündel aus mehreren Games. Die angebotenen Bundles wechseln üblicherweise nach einer Woche. Das Besondere hierbei ist, dass die Käufer den Preis selbst bestimmen. Die Käufer legen auch fest, wie viel von der Kaufsumme jeweils an Humble Bundle, die Spieleentwickler und an wohltätige Zwecke geht. Auch welche wohltätige Organisation den Betrag erhält, entscheiden die Käufer. Zur Auswahl stehen Organisationen wie Child’s Play, das Rote Kreuz, Charity: Water und viele weitere. Man mag annehmen, dass ein Bezahlmodell à la Bezahl-was-du-willst nach hinten losgeht, doch das Gegenteil ist der Fall: Humble Bundle wurde 2010 gegründet und verzeichnete bis Ende 2014 bereits eine Spendensumme von mehr als 50 Millionen Dollar.

Neben diesen Organisationen ist Games Done Quick das wohl bekannteste Event. Games Done Quick findet zweimal im Jahr statt. In der Liveübertragung fiebern die Zuschauer mit, wenn bekannte Speedrunner so schnell wie möglich bekannte Games durchspielen. Dabei wird Geld für unterschiedliche wohltätige Organisationen gesammelt, und die Summen können sich sehen lassen: Im Januar 2016 kam bei dem Event ein Betrag von über 1 Million Dollar zusammen. Wer jetzt immer noch glaubt, Gamer wären einsame Menschen, die im Keller ihrer Eltern Headshots zählen, sollte sich einfach mal das nächste Charity-Gaming-Event anschauen.