Okami HD – ein Wolf und ein Pinsel
Games 11.12.2017

Diese Farben, diese Lebendigkeit: Okami fasziniert gleich auf den ersten Blick. Wir haben das Game schon auf der PlayStation 2 sofort ins Herz geschlossen – und freuen uns nun riesig über die glattgebügelten Kanten und frische Optik auf den neuesten Konsolen. Jetzt kommen erstmals sogar PC-Spieler in den Genuss von Okami – wir hatten schon lange Mitleid.

2006 erblickte Okami zum ersten Mal das Licht unserer TV-Geräte. Noch gar nicht so lange her eigentlich. Zwei Jahre später gab es noch eine Version für die Wii sowie 2012 eine HD-Fassung für die PS3. Auf keiner Konsolen-Generation soll das Spiel mit dem weißen Wolf und dem göttlichen Pinsel fehlen, wie es scheint. Die Gaming-Perle, die wie eine lebendig gewordene japanische Tuschemalerei daherkommt, ist den Entwicklern von Clover Studio aber auch wirklich gut gelungen. Die Mischung aus sympathischen Charakteren, einem spannenden Setting und ungewöhnlichen Gameplay-Elementen macht’s.

Dem achtköpfigen Dämon an den Kragen

Okami ist stark von der Kultur und Mythologie Japans beeinflusst. Wir spielen die Sonnengöttin Amaterasu, die in der Gestalt des weißen Wolfs Shiranui auftritt. Mit ihr ziehen wir durch Nippon – einem fiktiven Japan – in einer nicht näher definierten historischen Epoche Japans und treten gegen eine Vielzahl von Widersachern an, die das Land vernichten wollen. Sie alle sind das Ergebnis vom Fluch des Orochi – einem achtköpfigen Dämonen. Um ihn schlussendlich zu besiegen, müssen wir die magischen Fähigkeiten von Amaterasu einsetzen. Dabei folgen wir der Handlung größtenteils linear, kommen mit ein paar Nebenmissionen und kleineren optionalen Aufgaben aber auch gerne mal ein wenig vom Weg ab – die sind nämlich eine willkommene Gelegenheit, noch mehr von dieser liebevoll gestalteten Umgebung zu erkunden.

Der göttliche Pinsel – Dinge aus dem Nichts erschaffen

Die wohl mächtigste Waffe von Amaterasu ist ihr magischer Pinsel. Mit diesem machen wir uns die Welt, wie sie uns gefällt. Denn mit dem Pinsel malen wir uns alles auf, was wir gerade benötigen. Dafür pausieren wir das laufende Geschehen und pinseln auf der erscheinenden Leinwand drauflos. Das kann ein Strich durch den Gegner im Kampf sein, um ihn zu verletzen, oder auch ein mächtiger Feuerschwall. Genauso nutzen wir unseren magischen Pinsel – übrigens die Schwanzspitze von Amaterasu – dazu, verschiedene Rätsel zu lösen. Kommen wir mal nicht weiter, hilft beispielsweise eine frisch getuschte Brücke. Die Tinte ist leider nicht unendlich verfügbar – sonst würden wir wohl nie aufhören zu malen. 

Die verschiedenen Techniken erlernen wir im Laufe des Spiels. Dafür müssen wir 13 Götter aufsuchen, deren Gestalt angelehnt ist an die chinesischen Tierkreiszeichen. Für die Pinselstriche wählen wir übrigens keineswegs nur vorgefertigte Formen aus oder bekommen mit einem Tastendruck die gewünschte Technik, und das alles hübsch animiert und automatisch. Nein: Wir bemalen die Leinwand höchstselbst – am Controller mit den Analogsticks, am PC mit der Maus. Noch intuitiver war hier nur die Version auf der Wii: Dort schwingen Spieler die Wii-Remote und fühlen sich wirklich wie der Künstler höchstpersönlich.

Auf in die Arena: Wir kämpfen mit allen Mitteln

Immer wenn Amaterasu in einen Kampf mit einem dämonischen Ungetüm gerät, finden wir uns in einer kleinen Arena wieder. Dort setzen wir unserem Gegenüber alles entgegen, was wir so aufbieten können. Von unseren magischen Fähigkeiten über geschickte Kampftechniken bis zu starken Items und eben unserem allmächtigen Pinsel hat unser weißer Wolf so einiges im Petto. Zur Belohnung für den siegreichen Kämpfer gibt’s dann Schotter (in Form von Yen), mit dem wir unsere Ausrüstung und Fähigkeiten ausbauen können.

Fazit: Okami hat seinen Zauber nicht verloren

Okami gehört definitiv zu einem der einfallsreichsten japanischen Games aller Zeiten und ist mit seiner übersprudelnden Kreativität ein Spiel, das sich jeder Gamer mal zu Gemüte führen sollte. Okami HD kommt als Remaster in die Läden. Die Grafik wurde also „nur“ etwas aufgefrischt – ansonsten präsentiert uns Capcom das Spiel von vor 11 Jahren. Uns freut dies sehr – denn so sind alle Kleinigkeiten, die uns von Anfang an so viel Spaß gebracht haben, immer noch dabei: beispielsweise das Minispiel auf dem Ladebildschirm, bei dem wir sogar Bonuspunkte sammeln und diese in Gegenstände eintauschen können.