Pro Evolution Soccer 2017 – Kicking next Level

Games 14.09.2016

Auf der letzten Gamescom gehörte FIFA '17 zu den größten Publikumsmagneten. Doch das zweite große Fußball Game darf keinesfalls übersehen werden. Während das neue FIFA auf einen innovativen Story Modus setzt, wurden in PES 2017 vor allem die Spielmechaniken wesentlich verbessert. Beide Games besitzen folglich ihre ganz eigenen Reize. Fast so wie der italienische und der englische Fußball im direkten Vergleich. In beiden Ländern spielen sie das gleiche Spiel, aber trotzdem ist es nicht dasselbe und jeder hat seinen ganz persönlichen Favoriten.

Was ist neu in Pro Evolution Soccer 2017?

In der neuesten Version wurde vor allem die Herausforderung auf ein ganz neues Niveau gehoben. Konami erhöhte die Bewegungsfreiheit der Torhüter. Das Erzielen von Toren soll damit wesentlich erschwert werden. Mit diesem Schritt entsprachen die Entwickler einem langen gehegten Wunsch der Fans. Die vorherrschenden Erwartungen könnte hingegen die neue KI übertreffen. Laut den Developern soll der Computergegner tatsächlich lernen, wie der menschliche Gamer spielt und sich darauf einstellen. Wir freuen uns jetzt schon darauf dieses Feature genau zu erforschen.

Eine ganze Fülle weiterer Neuerungen dürfte den Schwierigkeitsgrad durch die Erweiterung der Möglichkeiten erhöhen. So soll mit PES 2017 jeder einzelne Fußballspieler auf ganz eigene Art mit dem Ball umgehen. Auf diese Weise soll auch eine persönliche Note in das neue Spiel von Konami gebracht werden ohne eine Kampagne zu implementieren. Dieses sogenannte „Real Touch“ Prinzip soll darüber hinaus in das Passspiel einfließen. Zusammen mit der neuen Ballphysik wollen die Entwickler besonders gefährliche Pässe ermöglichen, die ein Spiel entscheiden können. Leicht dürften diese Kunststücke aber keinesfalls werden.

In Sachen Team-Kontrolle hat sich auch einiges getan. Strategische Anweisungen können die Effizienz wesentlich erhöhen, aber nur, wenn sie auch zum Team passen. Tiki-Taka bringt nicht jede Mannschaft zum Erfolg, selbst wenn das Passspiel derart verbessert wurde. Diese strategischen Entscheidungen bringen aber einiges an neuer Spieltiefe mit sich. Um schnelle Entscheidungen geht es hingegen bei der spontanen Team-Kontrolle. Die ganze Mannschaft kann extrem schnell auf defensive oder offensive Haltung getrimmt werden. Gerade im Multiplayer kann damit auf überraschende Aktionen des Gegners reagiert werden. Diese lassen sich aber auch leichter umsetzen, wenn das ganze Team direkt mitzieht.

Die Eckstöße, bisher meist ein Manko der besten Fußball Games, sollen ebenfalls von neuen Möglichkeiten profitieren. Die verteidigende Mannschaft kann sich auf Zonenkontrolle oder Manndeckung spezialisieren, während der Angreifer bestimmte Team-Bewegungen einstellen kann, um mehr Tore aus diesen Situationen heraus zu holen. Die Grafik bekam selbstverständlich auch einiges an Aufmerksamkeit. Die Bewegungen der Spieler wirken viel authentischer und im Allgemeinen bekam der Look ein sichtbares Upgrade verpasst.

FIFA '17 vs. PES 2017

Es ist kein Geheimnis, dass zwischen diesen beiden Giganten eine Rivalität besteht, die mit so manchem Derby zu vergleichen ist. Im letzten Jahr waren die Unterschiede noch relativ klar verteilt. FIFA hatte mehr Lizenzen auf seiner Seite und Pro Evolution Soccer punktete in Sachen Gameplay.

In diesem Jahr wirken die Unterschiede keinesfalls mehr so klar. PES hat sich einige neue Lizenzen sichern können und das Stadion des FC Barcelona ist sogar exklusiv in Pro Evolution zu sehen. Außerdem ziert nun der oftmalige Weltfußballer (Ballon d'Or) Lionel Messi das Cover von PES nachdem sein Vertrag mit EA ausgelaufen ist. Im Gegenzug muss man gestehen, dass FIFA ganz stark in Sachen Gameplay aufholen konnte. Obwohl das neue Passspiel in PES bestimmt noch eine Qualität ist, die FIFA nicht besitzt, fühlt sich das Zusammenspiel der Mannschaft in FIFA '17 so gut wie selten zuvor an. Außerdem besitzt das FIFA eben auch die gewagte aber spannende Singleplayer Kampagne, in der die Karriere eines einzigen Spielers verfolgt werden kann. In diesem Fall fällt es also ganz schwer sich für einen der beiden Titel zu entscheiden. Wenn der eigene Freundeskreis keinen ganz fixen Favoriten hat, dann könnten in diesem Jahr sogar beide Games auf der Wunschliste stehen. Zuviel Fußball gibt es ohnehin nicht.