Resident Evil 7: Nahe am Herzinfarkt

Games 24.01.2017

Der König des Horror-Genres ist zurück. Seit Resident Evil 4 gingen die Spiele immer mehr in Richtung Action Genre. Der letzte Teil der Spielreihe bestand aus Action-Szenarien in denen zufällig Zombies involviert waren. Capcom hofft mit dem siebten Teil auf einen Neuanfang. Der Hauptcharakter Ethan versucht die Antwort zu dem Verschwinden seiner Frau in einer verschollenen Villa, in Louisiana, aufzudecken. Dabei findet er sich in einer turbulenten Situation gefangen. Mit einer neuen Perspektive und dem Ungewissen sehnt er nach der Flucht. Kann Resident Evil 7 sich als wahres Horror-Spektakel beweisen? Ist es die Spielzeit wert und kann Ethan überleben?

Ein Abendessen mit den Bakers

Fans der Serie werden überrascht sein über die neue Richtung, die das Spiel einschlägt. Die Puzzles und Überlebenselemente der ersten Spiele wurden modernisiert. Anfangs hat man es jedoch nicht wie gewohnt mit Zombies zu tun, sondern mit der kannibalistischen Familie Baker, in dessen Haus man gefangen ist. Der Spieler muss Ethan zur Flucht verhelfen und nicht als die nächste Mahlzeit der Familie zu enden. Die Perspektive des Gameplays hat sich ebenso verändert. Der Spieler wird in die Schuhe des Hauptcharakters Ethan gesteckt, man spielt in Frist Person Perspektive. Dies ermöglicht das Spiel auch durch die Virtual Reality-Brille der PS4 zu erleben. Vor allem auf die gruselige Atmosphäre hat man sich bei Resident Evil 7 spezialisiert. Durch die neue Perspektive wirkt die Gefahr noch realistischer. Spieler die sehr schreckhaft sind sollten sich genauestens überlegen, ob sie das Spiel in VR ausprobieren wollen. Mit jedem Puzzle steigen die Überlebenschancen und Ethan gewinnt einen tieferen Einblick in das Leben der Bakers. Gefangen in dieser Villa zeigt sich die Liebe zum Detail der Entwickler. Jeder Raum wurde mit viel Aufwand gestaltet, um das Spielerlebnis zu verbessern. Die Küche ist voll von verdorbenen Lebensmitteln, die Tapeten an der Wand sind lange vergilbt und die Möbel im Haus mehr als abgenutzt. Das Haus wirkt nicht gerade einladend, somit wird der Drang zur Flucht nur noch stärker. Trotz der First Person Perspektive zeigt Ethan viel Persönlichkeit, wodurch der Spieler schnell eine Verbindung mit ihm aufbaut.

Survival-Horror zum fürchten

In einer Kampagne von 15 Stunden werden die Nerven des Spielers stetig getestet. Das lösen von Puzzles unter extremen Druck steht im Vordergrund. Manchmal macht der Gamer Fehler, bevor ein Rätsel gelöst werden kann. Zusätzlich besteht die Gefahr der Familie Baker, die nur darauf wartet den Spieler zum Abendessen einzuladen. Was bei diesen Szenarien hilft, ist der Speichermodus, endlich ist es möglich, so oft man will zu Speichern um lange Passagen des Spieles nicht zu häufig durchspielen zu müssen. Resident Evil 7 ist ein Survival Adventure Game und definitiv kein Action Game. Geduld ist gefragt um verschiedene Gegenstände zu sammeln. Fans von Call of Duty oder den letzten Resident Evil Spielen werden enttäuscht sein. Das Spiel erinnert eher an Texas Chain Saw Massaker und ist voller Horror Tropes. Man trifft neben der Baker Familie auch auf zombieartige Kreaturen, die Molded genannt werden. Ihren Gruselfaktor verlieren diese Gegner jedoch sehr schnell, da Begegnungen mit ihnen immer gleich ablaufen. Die spannendsten Antagonisten des Spieles sind aber mit Abstand die Familie Baker. Auf den ersten Blick scheint die Familie jedes Südstaaten-Horror Klischee zu erfüllen. Inspiriert von den stereotypischen „Rednecks“ aus den Vereinigten Staaten hinterlassen sie trotzdem einen starken Eindruck. Langsam entdeckt Ethan mehr über die Familie und deren Weg in den Kannibalismus. Jeder Hinweis scheint den Spieler ein bisschen weiter zur Lösung des Rätsels zu bringen. Je länger der Spieler überlebt, desto mehr Überraschungen erwarten ihn, je tiefer er in die Villa vordringt, desto mehr Geheimnisse entdeckt er.

Ein Horrorspiel-Triumph

Resident Evil 7 ist kein Reboot der vorherigen Teile, die Handlung des Spieles geschieht nach den Ereignissen des letzten Teiles. Die Vereinfachung des Gameplays ermöglicht, sich ganz auf die Atmosphäre einzulassen und sich so richtig zu fürchten. Die Bakers könnten sich als wahre Horror-Ikonen der Spielwelt beweisen. Capcom setzte alles auf eine Karte mit der Neugestaltung dieses Spiels und es hat sich eindeutig gelohnt. Die Villa mit all ihren Details fördert das Spielerlebnis und ist somit das perfekte Setting dieses Survival Spiel. Gerade die First Person Perspektive katapultiert den Spieler in die Welt von Resident Evil und die VR Variante verstärkt das nur noch.