Symbol-Mosaik einer blauen Konsole
Games 04.10.2017

Ganz gleich, welche Art von Eingabegerät ein Spieler nutzt, ob er es sich mit seinem Controller auf der Couch vor dem Fernseher gemütlich macht, oder am Gaming-PC vor einem hochauflösenden Bildschirm sitzt: Alle wollen nur spielen – und zwar am liebsten gemeinsam – unabhängig von der genutzten Spieleplattform. Zumindest geht es so vielen Zockern von Online-Games. Sei es, weil bei einem größeren Gamer-Pool das Matchmaking einfach schneller geht und mehr Gegenspieler auf demselben Niveau gefunden werden. Oder sei es, weil einige der Freunde nun mal statt eines PCs eine PlayStation oder eine Xbox ihr Eigen nennen. Crossplay zwischen verschiedenen Gaming-Plattformen gibt es in beschränktem Maße zwar schon länger, doch eben nur eingeschränkt. Und bis gemeinsames Spielen in großem Umfang möglich ist, wird wohl auch noch einige Zeit vergehen.

Crossplay, cross-buy, cross-save

Ein gemeinsames Spielen zu ermöglichen, ist bei der Verknüpfung der verschiedenen Plattform nicht die einzige Herausforderung. Weitere wichtige Aspekte werden gerne mit den Begriffen „cross-buy“ und „cross-save“ betitelt. Der erste betrifft die Frage, ob ein gekauftes Spiel auf mehreren Plattformen (also verschiedenen Konsolen sowie PC) gespielt werden kann. Das ermöglichte Sony schon per Remote Play zwischen PlayStation 3 und der PS Vita – allerdings auch nur bei ausgewählten Spielen. Die Umsetzung der zweiten Anforderung, den Speicherstand vom PC auf die Konsolenversion übertragen zu können und umgekehrt, ist heutzutage dank Internetausbau und Cloudspeicherung kein großes Problem. Bei Fortnite zum Beispiel können Besitzer einer PS4 ihren PSN-Account einfach mit dem Epic-Konto am PC verbinden, und schon ist ein Plattformwechsel jederzeit möglich. Auch Play Anywhere von Microsoft ermöglicht mithilfe des Xbox-Live-Accounts eine Mitnahme des aktuellen Spielstands von der Xbox One auf den Windows-10-PC und umgekehrt.

PC vs. Konsole: Einfacher lösbar als Konsole vs. Konsole?

Leicht ist es nicht, Spiele so zu optimieren, dass PC-Spieler gegen Konsolenspieler antreten können, ohne dass eine der Fraktionen automatisch größere Nachteile hat. Einige Games – allen voran Shooter – lassen sich mit Maus und Tastatur nun mal genauer und mit kürzerer Reaktionszeit zocken als mit einem Gamepad. Die notwendige Balance zwischen den Plattformen ist der Grund, warum es vermutlich immer Spiel-Ausnahmen vom Crossplay-Konzept geben wird. Auch eine optionale Aktivierung des Crossplay-Features wäre denkbar – so könnte jeder Gamer für sich entscheiden, gegen wen er antreten möchte. Nun sollte man zwar meinen, dass es demgegenüber kein allzu großes Problem darstellen würde, Spieler verschiedener Konsolen miteinander in den virtuellen Ring (oder aufs Schlachtfeld) zu schicken. Rein technisch ist es das auch nicht – es scheitert jedoch immer wieder an der Freigabe seitens der Plattformentwickler. Minecraft und Rocket League sind zwei aktuelle Beispiele dafür, dass die Crossplay-Funktionalität zwischen verschiedenen Plattformen grundsätzlich möglich ist und unterstützt wird: Seit dem „Better Together“-Update bauen Minecraftler auf PC, Microsoft Xbox, Nintendo Switch und sogar Smartphone sowie Tablet gemeinsam an der bunten Klötzchenwelt. Mit Ausnahme der mobilen Geräte lässt sich auch Rocket League auf diversen Gaming-Plattformen spielen. Die PlayStation-Besitzer können bei diesen beiden Spielen allerdings höchstens gegen PC-Gamer (bzw. gemeinsam mit ihnen) spielen. Sony hat sich bisher leider nicht dazu durchgerungen, das Crossplay mit anderen Konsolen freizugeben.

Fortnite machte es vor (wenn auch aus Versehen)

Fortnite mixt bereits jetzt sehr erfolgreich Elemente von Aufbauspielen, Shootern und Tower-Defense-Games, obwohl es sich noch in der Early-Access-Phase befindet. Erst 2018 soll das Spiel offiziell als Free2Play-Titel erscheinen. In Fortnite können PC-Spieler gegen Spieler auf der Xbox One sowie der PS4 antreten. Befreundete Spieler mit unterschiedlichen Konsolen haben jedoch auch hier keine Möglichkeit, miteinander zu zocken. Sony begründet diese Trennung vor allem mit der Verantwortung den Nutzern gegenüber, für eine sichere Umgebung zu sorgen: Vor allem mit Blick auf jüngere Gamer. Die Sicherheit der Spieler könne bei Crossplay nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet werden. Mitte September kamen Fortnite-Spieler dann für kurze Zeit völlig unerwartet in den Genuss, auch mal gegen Spieler an anderen Konsolen anzutreten – aufgrund eines Konfigurationsproblems tummelten sich die Spieler von Xbox One und PS4 auf denselben Servern. Die News machte schnell die Runde im Netz – und kurze Zeit später hatte Epic Games den Fehler leider auch schon wieder behoben. Dieser Ausrutscher zeigt jedoch, dass die Funktion auch bei Sony offenbar nur einen Knopfdruck entfernt ist. Und vielleicht führt die zum Ausdruck gebrachte Begeisterung der Spieler ja doch noch dazu, dass Sony dem konsolenübergreifenden Crossplay irgendwann zustimmt.